VN2003-1

Der Nichtvollzug des Tierschutzgesetzes
im Kanton Zürich

Da die Regierung um politischer Interessen willen sogar schwere Tierfolter (Schlachten ohne Betäubung) befürwortet, kann es nicht überraschen, dass der Tierschutz im Kanton Zürich ganz allgemein im Argen liegt. Wir zeigen hier an einigen typischen Beispielen, wie der Verwaltungsapparat dieser unmenschlichen Regierung das Tierschutzgesetz mit Füssen tritt.


In Buch am Irchel hielt ein Bauer seine Kühe lebenslänglich in einem alten, dunklen Stall angekettet, ohne den gesetzlichen Auslauf. Nur die Jungrinder liess er selten einmal auf die Weide. Auf Anzeige des VgT hin meldeten sich die kantonalen Beamten bei ihm zu einer “Kontrolle” an, fanden zwei Jungrinder auf der Weide und rapportierten: “Es war Rindvieh auf der Weide.” Die Anzeige des VgT sei haltlos. Damit war die Sache erledigt; für die Tiere ging das Leiden weiter. So ähnlich läuft es immer im Kanton Zürich. Das vom Volk mit grosser Mehrheit gutgeheissene eidgenössische Tierschutzgesetz bleibt toter Buchstabe.

Das kantonale Veterinäramt dispensiert sogar viele Bauern ausdrücklich von der Auslaufvorschrift und ermächtigt diese per “Ausnahmebewilligung”, das Vieh lebenslänglich dauernd an der Kette zu halten. Aufgrund einer Anzeige des VgT wegen Amtsmissbrauchs gegen das Veterinäramt holte die Bezirksanwaltschaft ein Rechtsgutachten ein, das zum Schluss kam, dass solche Ausnahmebewilligungen rechtswidrig seien. Hierauf erliess die Bezirksanwaltschaft eine Einstellungsverfügung, in welcher zwar festgestellt wurde, der Tatbestand des Amtsmissbrauchs sei zwar objektiv erfüllt, aber die verantwortlichen Veterinärbeamten hätten das halt nicht gewusst; es fehle deshalb am Vorsatz. Der Bezirksanwalt, der immerhin gewagt hatte, den Amtsmissbrauch festzustellen, war bald darauf nicht mehr Bezirksanwalt... Der Bundesrat änderte bald darauf die Tierschutzverordnung und ermächtigte die Veterinärämter, solche Ausnahmebewilligungen zu erteilen, was allerdings ebenfalls illegal ist, weil ohne gesetzliche Grundlage und der Bundesrat nicht befugt ist, das Tierschutzgesetz mit Ausnahmebewilligungen ausser Kraft zu setzen. Das Veterinäramt führt seine tierverachtende Unterstützung gewerbsmässiger Tierquäler weiter, doch das interessiert in einem Kanton, dessen Regierung das grauenhafte Schlachten von Kühen, Kälbern und Schafen bei vollem Bewusstsein offiziell befürwortet, niemanden. Es bleibt nichts anderes als die Empfehlung an die Konsumenten: “Pflanzenmargarine statt Butter - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!” [Mehr zu diessem Fall unter www.vgt.ch/vn/9606/amtsmissbrauch.htm und www.vgt.ch/vn/9706/tsg.htm]

Jeder Bauer, der Kühe hält, hat genug Land, um seinen Tieren Auslauf zu gewähren. Sollte es um den Stall herum tatsächlich zu eng sein, so hat er jedenfalls grosse Wiesen, sonst hätter er ja kein Gras und Heu, um die Kühe zu füttern. Für den Fall, dass der Weg vom Stall zu den Wiesen zu weit ist, gibt es fahrbare Melkstände, die es ermöglichen, die Kühe den ganzen Sommer Tag und Nacht auf der Weide zu lassen und dort zu melken. Im übrigen ist niemand gezwungen, Kühe zu halten, der nicht genug Landwirtschaftsland hat; es besteht ja ohnehin eine Überproduktion an Milch. In Rümlang zum Beispiel liegt der Hof Demuth auf offenem Felde. Demuth hätte nur die Stalltüre zu öffnen brauchen, um die Kühe ins Freie zu lassen. Aber über Jahrzehnte hielt er seine Tiere gesetzwidrig immer angekettet im Stall. Nachdem diese rechtswidrige Tierquälerei bekannt wurde, schritt das Veterinäramt nicht ein, sondern belohnte diesen gewerbsmässigen Tierquäler noch mit einer rechtswidrigen Sonderbewilligung, damit er ungestört so weiterfahren konnte. Diese Bewilligung wurde mit dem hohen Alter von Heinrich Demuth begründet, obwohl schon lange seine Tochter den Betrieb führte. In Anwesenheit eines TV-Teams knackte VgT-Präsident Dr Erwin Kessler demonstrativ die Anbindeketten, so dass die Kühe im Stall herumlaufen konnten und wenigstens für kurze Zeit einmal ein rechtmässiger Zustand hergestellt wurde. Vom Bezirksgericht Bülach, unter dem Vorsitz von Vizepräsident Andreas Fischer, EVP (die EVP befürwortet das grausame betäubungslose Schächten!), wurde Erwin Kessler wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu Gefängnis verurteilt. Nicht verurteilt wurden Demuth, der jahrzehntelang das Tierschutzgesetz krass missachtete, und die korrupten Veterinärbeamten, welche ihn dabei unterstützten. [Mehr zu diesem Fall unter www.vgt.ch/vn/0201/demuth-leisi-burkhalter.htm]

Fritz Burkhalter in Eschlikon ZH betreibt eine üble Schweinemastfabrik:

Schweine liegen von Natur aus nie freiwillig im eigenen Kot. Hier sind sie mit Kotkrusten bedeckt, weil sie in der extremen Enge Kot- und Liegeplatz nicht trennen können. Alle diese in der Schweinefabrik Burkhalter auf Video festgehaltenen Zustände beurteilten das Zürcher Veterinäramt und das Statthalteramt Winterthur als "normal" und "gesetzeskonform".

Unten:  Krankes Schwein, das nur noch unter grossen Schmerzen aufstehen kann.

 

Weil die Tiere unter derart engen und dreckigen Umständen gehalten werden, dass sie total mit Kot verschmiert sind, reichte der VgT Strafanzeige ein und belegte den Sachverhalt mit Videoaufnahmen. Das Tierschutzgesetz schreibt vor: “Tiere sind so zu behandeln, dass ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung getragen wird. Wer mit Tieren umgeht, hat, soweit es der Verwendungszweck zulässt, für deren Wohlbefinden zu sorgen.” Schweine liegen bekanntlich nie freiwillig in ihrem eigenen Kot. Werden sie gezwungen, im Kot zu leben und zu schlafen, ist ihr Wohlbefinden derart gestört, dass dies als Tierquälerei qualifiziert werden muss. Artikel 2 der Tierschutzverordnung wird dadurch klar verletzt; er lautet: “Tiere sind so zu halten, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird. Fütterung, Pflege und Unterkunft sind angemessen, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.” Trotz klarer Verletzung dieser Vorschrift wurde das Strafverfahren gegen Burkhalter eingestellt. Grund: Das kantonale Veterinäramt beurteilte diese Zustände als normal und gesetzeskonform. Gesetzeskonform sind sie keinesfalls, normal nur, wenn man unter “normal” einfach die übliche Tierquälerei verstehen will.

Der Schweinefabrik von Fritz Leisi, Unterwagenburg, in Oberembrach mit ihrer sauberen Fassade sieht man das sich im Inneren abspielende Tierelend von aussen nicht an:

 

Ware Tier: Immer wieder treffen wir kranke und verwesende tote Schweine an, um die sich niemand kümmert. So auch bei Leisi in Oberembrach. Siehe das tote Schwein im oberen Bild in der Ecke oben rechts.

Die Tierschutzverordnung schreibt vor, dass kranke Tiere gepflegt und tierärztlich behandelt oder euthanasiert werden müssen. Diese Vorschrift bleibt ebenso toter Buchstabe wie Artikel 2 des Tierschutzgesetzes: “Tiere sind so zu behandeln, dass ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung getragen wird.” Die angeborenen Bedürfnisse von Schweinen sind heute wissenschaftlich gut erforscht: sauberer Liegeplatz, Strohnest, Spielmöglichkeiten. Nichts von alledem findet sich in 90 Prozent der Schweineställe - geduldet vom Veterinäramt, von den Justizbehörden und vom kantonalen Tierschutz-Anwalt, der von den angepassten Zürcher Tierschutzvereinen nicht nach Fähigkeit und Tierschutzengagement, sondern nach egoistischen persönlichen Interessen vorgeschlagen und von der tierverachtenden Zürcher Regierung gewählt wurde.

Detail-Ausschnitt aus obiger Aufnahme aus der Schweinefabrik Leisi:
 

Mit Videoaufnahmen belegte der VgT die starke Verkotung der Tiere, die fehlende gesetzliche Beschäftigungsmöglichkeit (Stroh oder ähnliches) und die offensichtlich fehlende Betreuung kranker Tiere. Die Anzeige hatte jedoch keine strafrechtlichen Folgen für Leisi. Dagegen wurde ein Tierschützer wegen Hausfriedensbruch zu Gefängnis verurteilt, weil dessen Auto zwei Wochen, bevor die Stalltüre zwecks Filmaufnahmen aufgebrochen wurde, in der Gegend gesehen wurde. Aktivisten des VgT hatten damals über längere Zeit durch die Fenster beobachtet, ob die Anzeige Wirkung habe und waren deshalb häufig in der Gegend. Leisi schrieb einmal eine Autonummer auf. Das reichte der Bülacher Willkürjustiz schon für eine Verurteilung wegen Einbruchs. Die Videoaufnahmen dokumentieren, dass die Tiere so dicht gedrängt leben müssen, dass sie entgegen ihrem starken angeborenen Trieb, Kot- und Liegeplatz nicht auseinanderhalten können und deshalb am ganzen Körper mit Kotkrusten bedeckt sind. Das kantonale Veterinäramt meinte dazu, das Platzangebot sei "gut".  [Mehr zu diesem Fall unter www.vgt.ch/vn/0201/demuth-leisi-burkhalter.htm]

Werner Meyer, Lehrer an der kantonalen Landwirtschaftsschule in Bülach, hat in Höri eine Hühnerfabrik.

Als in der Schweiz die grausame Käfighaltung von Hühnern verboten wurden, nutzte er die zehnjährige Übergangsfrist bis zum letzten Augenblick aus, bis er die Folterkäfige  1991endlich abschaffte:


Hühnerfabrik Meyer, Höri, 1991

Nach der Abschaffung der Käfigbatterien reichte der VgT eine Anzeige wegen fehlendem Tageslicht ein, weil Meyer die Fenster mit Brettern verdeckt hatte, um dem Kannibalismus unter den Tieren mit Dämmerlicht anstatt durch artgerechte Tierhaltung vorzubeugen. Veterinärpolizist Ernst Sägesser rapportierte hierauf, die Fenster seien nicht mit Brettern abgedeckt, sondern nur stark verschmutzt(!). Es handle sich um einen “vorzüglich geführten, modern eingerichteten Geflügelzuchtbetrieb”. Den Zustand der Fenster in diesem “vorzüglich geführten Betrieb” zeigt die folgende Aufnahme - die Fenster unten mit Brett ern verdunkelt, oben mit dicker Dreckkruste:


Wie es den Tieren in diesem angeblich “vorzüglich geführten Betrieb” geht, zeigen die folgenden Bilder aus dem Jahr 1999:

Die Konsumenten haben völlig falsche Vorstellungen von "Bodenhaltung". Die Realität sieht meistens so aus wie hier in Höri:

Oben: Solche Hühner legen Schweizer Eier aus Bodenhaltung - Höri ist kein Einzelfall. Weil solche Zustände verbreitet und darum “normal” sind, unternehmen die Behörden nichts, schon gar nicht in einem Kanton, dessen tierverachtende Regierung sogar offiziell schwerste Tierfolter befürwortet. Diese Hühnerfabrik in Höri erhält sogar noch ökologische Staatssubventionen für “besonders tierfreundliche Haltung” (BTS)!

Unten: Werbetafel der Hühnerfabrik Höri

Weitere Abbildungen siehe www.vgt.ch/vn/9903/gefluegelhof-hoeri.htm

Die Tiere in der Hühnerfabrik Höri befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Sie verlieren ihr Gefieder. Die Zürcher Kantonstierärztin Dr Regula Vogel versteht entweder trotz ihres Namens nichts von Vögeln oder ist so korrupt, dass sie ihr Wissen verschweigt. Jedenfalls hatte sie die Kaltblütigkeit zu behaupten, dieser katastrophale Gefiederzustand sei normal, es handle sich um die sog Mauser, dh die jährliche Erneuerung des Federkleides. Dieser unverantwortliche Persilschein für einen gewerbsmässigen Tierquäler (Meyer ist inzwischen pensioniert und hat seinen Betrieb verpachtet) ist eine glatte Lüge: Die Erneuerung des Federkleides geht kontinuierlich vor sich, die Tiere werden dabei nicht derart nackt. Gut sichtbar ist, dass auf den kahlen, rot entzündeten Stellen gar keine neuen Federn nachwachsen! Zudem legen die Hühner während der Mauser keine Eier. Die Hühner werden deshalb regelmässig vor der ersten Mauser geschlachtet. Es handelt sich hier ganz klar um einen krankhaften Federverlust infolge massiver Überforderung der Tiere durch schlechtes Stallklima, unnatürliches Hochleistungsfutter, fehlende Sandbad- und Sonnenbadmöglichkeiten und Überzüchtung. In einem Punkt hat die Kantonstierärztin allerdings unfreiwillig recht: Dieser Zustand ist tatsächlich normal, wenn man unter “normal” einfach die übliche tierquälerische Intensivhaltung versteht. In den ersten Monate nach dem Einstallen von Junghennen sind diese noch hübsch, aber schon nach einem halben Jahrsieht es in den meisten Betrieben so aus wie hier in Höri, sehr oft auch in Betrieben mit sogenannter Auslauf- oder Freilandhaltung (mehr dazu unter www.vgt.ch/news/020812.htm). Essen Sie darum keine Eier und eihaltigen Produkte. Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!


Coop-Naturaplan-Schweinestall der Käserei Wildberg: Krankes Schwein zum langsamen Verrecken in den Stallgang geworfen  - und das in diesem nicht isolierten Kaltstall bei tiefen winterlichen Temperaturen:

Der Schweizer Tierschutz STS, welcher mit der Kontrolle der Coop-Produzenten beauftragt ist, nahm diese Tierquälerei wie üblich in Schutz und half mit, dass eine Strafanzeige des VgT gegen diese eindeutige Verletzung der Tierschutzvorschriften im Sand verlief - wie im Kanton Zürich üblich. Mehr über diesen Fall: www.vgt.ch/vn/0201/wildberg.htm

Nachdem der VgT die üblen Zustände in der Schweine- und Rindermast auf dem Landwirtschaftsbetrieb des kantonalen Kranken- und Pflegeheimes in Winterthur-Wülflingen öffentlich kritisiert hatte, verkaufte der Kanton den Betrieb einfach an den Betriebsleiter, Stefan Märki, der seither den Betrieb im gleichen Stil weiterführt, selbstverständlich unbehelligt vom kantonalen Veterinäramt.

Die Mastrinder werden auf einem Vollspaltenboden gehalten:

Die Rinder verbringen ihr ganzes Leben auf diesem harten, einstreulosen Betonrost, ohne Weidegang. Leider erlaubt der Bundesrat diese tierquälerische Haltungsform. Das vom Volk mit grossem Mehr gutgeheissene Tierschutzgesetz bleibt weitgehend toter Buchstabe. Darum: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!

Mehr zu diesem Fall:
www.vgt.ch/vn/9902/wuelflingen.htm
www.vgt.ch/vn/9705/5jahre.htm
www.vgt.ch/news_bis2001/001125.htm
 

Oberste Verantwortliche für den Tierschutznichtvollzug im Kanton Zürich ist die grüne Regierungsrätin Verena Diener. Wählen Sie diese nicht mehr!
 

Die Schweinefabrik der Tilsiter-Käserei Musterplatz in Bauma wurde vom Kanton Zürich rechtswidrig ausserhalb der Bauzone bewilligt. Die Folgen spüren seither die Mutterschweine, die dort in Kastenständen eingesperrt sind. 1990 wurde der VgT von Wanderer auf diese Tierfabrik aufmerksam gemacht. Am 2. April 1991 lud der VgT zu einer Pressekonferenz an Ort und Stelle ein. Durch die Fenster konnten die Pressevertreter die in Kastenständen eingesperrten Mutterschweine und die Jungschweine mit abgefressenen Schwänzen (Kannibalismus) sehen. Der damalige Besitzer stritt den Kannibalismus (eine in tierquälerischer Intensivhaltung auftretende Verhaltensstörung) nicht ab, sondern meinte einfach, dem könne entgegengewirkt werden, indem er den Schweinen wieder einmal die Schneidezähne abbreche.

Abbildung oben: Abferkelbucht in der Schweinefabrik der Tilsiter-Käserei Musterplatz in Bauma: Das völlige Fehlen der gesetzlich vorgeschriebenen Stroheinstreu veranlasste den VgT zu einer Strafanzeige. In einem gefälschten Rapport der Veterinärpolizei wurde dieser Missstand unterdrückt. Die Zürcher Behörden deckten sowohl den fehlbaren Tierhalter wie auch diese Beamten, welche ihr Amt dazu missbrauchten, gesetzwidrige Zustände zu verschleiern. Diese mafiosen Zustände im Kanton Zürich wurden schliesslich auch noch vom Bundesgericht gedeckt. Im gesamten Verfahren interessierte sich keine einzige Instanz für die Zeugen-, Foto- und Video-Beweise.

Unten: Schweinefabrik der Tilsiter-Käserei Musterplatz in Bauma. Tierquälerische Kastenstandhaltung von Mutterschweinen. Heute, unter dem Label Coop-Naturaplan, sieht es noch genau gleich aus. Die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigung fehlt, ebenfalls das in der Coop-Werbung versprochene Strohnest.
 

Auf Anzeige hin führte die Kantonspolizei (FW Heller, Umweltschutzdienst der Kantonspolizei ) eine Alibi-Kontrolle durch und stellte dem Betrieb einen Persilschein aus, in welchem der Betrieb als vorbildlich gelobt wurde. Rapportiert wurde vieles, das gar nicht Gegenstand der Anzeige war, insgesamt enthält der Rapport 16 Fotos, davon 14 ausserhalb des Stalles! Der in der Anzeige beanstandete Sachverhalt, insbesondere die Abferkelbuchten mit der fehlenden Einstreu, wurden nicht fotografiert! Stattdessen äusserte sich der mehrseitige Rapport zu diesem zentralen Punkt nur mit einem einzigen, zudem unwahren Satz: "Die Abferkelbuchten sind mit speziell entstaubtem Sägemehl und Hobelspänen eingestreut und die Tiere beschäftigen sich mit diesem Material." In Tat und Wahrheit hatte es nur in der Ferkelkiste Hobelspäne. Die Mutterschweine lagen auf dem nackten Boden. Deshalb wurde im Rapport gezielt irreführend allgemein von “Tieren” gesprochen. So werden in der Schweiz Polizeirapporte gefälscht - gedeckt bis hinauf zum Bundesgericht: Die Strafuntersuchung gegen den angezeigten Mäster wurde eingestellt. Hierauf erstattete der VgT Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs und Begünstigung gegen den verantwortlichen Beamten der Kantonspolizei, FW Heller. Die Bezirksanwaltschaft Pfäffikon untersuchte die Sache pflichtwidrig nicht; stattdessen wurden dem VgT wegen angeblich "ausgesprochen leichtfertiger, wenn nicht gar verwerflicher Anzeigeerstattung” die Verfahrenskosten überbunden. Dieser Willkürakt wurde dann vom Bezirksgericht, vom Obergericht und vom Bundesgericht mit haarsträubender Rechtsbeugung gedeckt. Für die Beweise (Fotos, Videoaufnahmen, mehrere Zeugen) interessierte sich keine einzige dieser Instanzen. Alle beschränkten sich darauf, mit haltlosen Phrasen den verantwortlichen Kantonspolizisten FW Heller zu schützen. Im Entscheid des Bundesgerichtes wurden die Tiere schon gar nicht mehr erwähnt.

Verantwortlich für diese Missachtung des Tierschutzgesetzes und die politische Willkürjustiz sind: die kantonale Tierschutzkommission unter Präsident Dr Jürg Hohl, der Pfäffiker Statthalter K Lüscher, Bezirksanwalt J Vollenweider, die Staatsanwälte Dr Müller, Felber und Antognazza, Bezirksrichter P Schneeberger, die Oberrichter H Meyer, Mazurczak(FDP), Weber(FDP) und die Bundesrichter Egli, Kuttler und Schmidt.

Der damalige Bauernsekretär Rolf Gerber und heutige Chefbeamte beim Kanton schrieb im "Zürcher Bauer" den folgenden verlogenen Bericht über diesen Fall:

Tierschützer-Schweinereien
Der Tierschutz-Psycho hat wieder zugeschlagen. Erwin Kessler, erklärter Missionar für die Sache unserer Tiere, hat die Presse eingeladen. Nicht etwa zu sich privat zu einem informativen Dia-Abend mit Knusper-Gebäck und Apero, sondern zum Stall seines neuesten Opfers in Sachen Tierschutz-Diffamierung, zu Ernst Staub, Käser mit Schweinehaltung in Bauma. Angekündigt war der ungebetene Besuch ohnehin nicht, das entspricht nicht den Gepflogenheiten des edlen Kämpfers für menschlichen Umgang mit Tieren. Der hinterlistige Ueberraschungs-Coup fiel zu allem noch in die Zeit, da der verunglimpfte Ernst Staub sich die Hüfte operieren lassen musste. Um so ungenierter konnten so die Journalisten unter der kundigen Führung von Tierschutz-Amokläufer Kessler auf der heimlich mitgestemmten Leiter einen lüsternen Blick tun durch die Oberlichter des teuer sanierten und mit viel Einsatz betriebenen Schweinestalles von Ernst Staub.
Wohl kaum ein Wort Kesslers davon, dass hier die Galtmohren regelmässig im Freien weiden, sobald es die Witterung zulässt. Wohl kaum etwas davon, dass die Schweiz in Europa am weitesten ist in Richtung tiergerechter Tierhaltung und dass Zürich innerhalb der Schweiz teure Pionierschritte eingeleitet hat, um das Tierschutzgesetz zu vollziehen. Wohl kaum etwas davon, dass die Zukunftsaussichten unseren Bauern ähnliches Kopfzerbrechen bereitet, wie die enge Tierhaltung von Staubs Ferli-Mohren. Laut Kantonstierarzt Marthaler soll es jedoch im nun verzeigten Betrieb nichts zu beanstanden geben.
Erwin Kessler, seines Zeichens Präsident des Vereins gegen Tierfabriken, und Verwalter von erklecklichen Summen meist gutgemeinter Spenden, treibt nun sein Unwesen wie ein rasender Roland im ganzen Land. Er strapaziert unsere Gerichte, kompromittiert Landwirtschaftsschulen, ruiniert bäuerliche Existenzen. Und dies alles als Kreuzritter eines heiligen Krieges für eine vermeintlich gute Sache. Es wäre höchste Zeit, dass gemässigte Tierschützer, die noch ein gesundes Mass für Zusammenhänge und Verhältnismässigkeit haben, diesen Psychopathen zurückpfeiffen, um nicht die Glaubwürdigkeit ihrer an sich nützlichen Organisationen aufs Spiel zu setzen. Anderfalls drängt sich für diesen unter Tierschutz-Drogen stehenden Süchtling ein fürsorglicher Freiheitsentzug bald einmal auf.
Rolf Gerber

Gerber wurde bald darauf Chef des Amtes für Landwirtschaft des Kantons Zürich und ist inzwischen zum Chef des Amtes für Landschaft und Natur, welchem auch das Landwirtschaftsamt unterstellt ist, avanciert - nicht erstaunlich in einem Kanton, dessen tier- und naturverachtende Regierung grausamste Tierfolter offiziell befürwortet.

Heute “produziert” die Tilsiter-Käserei Musterplatz Coop-Naturaplan-Schweine. Es wurde ein teilüberdeckter Betonauslauf angebaut. Die Strohraufen waren bei wiederholten Beobachtungen immer leer, und die in der Coop-Werbung grossartig versprochene Stroheinstreu im Liegebereich fehlte. Die Tiere liegen auch im Winter auf dem praktisch nackten Zementboden (nur vereinzelte Strohhalme). Das ist nicht nur Betrug an den Konsumenten, sondern auch an den Steuerzahlern, denn dieser und ähnliche Betriebe erhalten Bundessubventionen für angeblich ökologische, besonders tierfreundliche Schweinehaltung, auch wenn die Vorschriften nicht eingehalten werden - dafür sorgt der Zürcher Agro- und Politfilz. Dieser wird auch noch vom Schweizer Tierschutz STS unterstützt, welcher beauftragt ist, die Coop-Naturaplan-Betriebe zu kontrollieren. Seit Jahren deckt der VgT immer wieder solche Missstände in Coop-Naturaplan-Betrieben auf.

-> Coop nimmt Stellung zu den in den VgT-Nachrichten kritisierten Coop-Naturaplan-Betrieben

 

Das Elend der Kettenkühe

 
  


Oben links:
Vom VgT erfolglos angezeigter Kuhstall, in welchem die gesetzliche Stroheinstreu fehlt.

Oben rechts
Übliche Druckstelle am Gelenk bei Kettenkühen als Folge des ständigen Liegens auf hartem Boden.

Unten:
Der scheinheilige Gegensatz: Kühe an der Landwirtschaftsausstellung OLMA in tiefem Stroh!


Gemäss geltenden Tierschutzvorschriften muss Rindvieh, das angebunden gehalten wird, regelmässig freien Auslauf erhalten, mindestens zweimal wöchentlich. Diese Vorschrift wird weitherum missachtet. Kettenkühe, die sich kaum je einmal bewegen können, sind im Zürcher Unterland an der Tagesordnung. Die meisten stehen den ganzen langen Winter und grossteils auch im Sommer ständig an der Kette. Meistens ist das schwer zu beweisen, da sich die Nachbarn in der Regel scheuen, als Zeugen aufzutreten. Und wenn ein solcher gewerbsmässiger Tierquäler einmal überführt werden kann, erhält er - wenn überhaupt - höchstens eine Trinkgeldbusse, die er lieber bezahlt, als sein Verhalten zu ändern. Ein solcher Fall ist Landwirt Heinrich Meier und sein Sohn René, in Winkel bei Bülach (beim Schützenhaus). Seit mindestens zehn Jahren missachtet er die Auslaufvorschrift und hält seine durch Enthornen verstümmelten Kühe fast immer an der Kette, zusätzlich durch einen elektrischen “Kuhtrainer” so terrorisiert, dass sie sich nicht lecken können und Juckreizen permanent wehrlos ausgeliefert sind. Schon 1993 erhielt Meier auf Anzeige des VgT hin ein Trinkgeldbusse. Es ist für ihn offensichtlich einfacher, hie und da ein kleine Busse zu bezahlen, als die Kühe zweimal in der Woche von der Kette zu lassen, wie es das Tierschutzgesetz verlangt. Nach längeren Beobachtungen durch den VgT folgte letztes Jahr eine neue Anzeige. Meier erhielt wieder eine Trinkgeldbusse (500.- Fr). Die Kühe merken auch diesmal nichts davon und stehen weiterhin an der Kette. Meier ist IP-Bauer und behauptet, er werde mindestens fünf mal pro Jahr kontrolliert. Dass solche Kontrollen nichts wert sind, ist nicht neu.

Bei der überwiegenden Mehrheit der angeketteten Kühe, so auch bei Meier, fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Stroheinstreu. Die schweren Tiere liegen dann auf der nackten Stallmatte aus Hartgummi, was sehr oft zu schmerzhaft geschwollenen Gelenken bis hin zu offenen Geschwüren führt. Als der VgT einen solchen Landwirt anzeigte, brachte es der Zürcher Tierschutzverhinderungsfilz aus Veterinäramt, kantonalem Tierschutzanwalt und Strafbehörden - unterstützt vom Bundesamt für Veterinäramt - fertig, das Strafverfahren versanden zu lassen. Rechtsanwalt Vogel-Etienne, Mitglied der kantonalen Tierschutzkommission, der den Betrieb besichtigt hatte, erklärte als Zeuge, dieser Zustand sei gesetzeskonform. Auch keine Einstreu erfülle die Einstreuvorschrift, hiess es schliesslich. Mit dieser Rechtsbeugung wurde die übliche Missachtung der Einstreuvorschrift sanktioniert. Damit fehlt die vorgeschriebene Einstreu weiterhin praktisch in jedem Kuhstall. So geht das immer beim Nichtvollzug des vom Volk schon vor über zwanzig Jahren mit grossem Mehr gutgeheissenen Tierschutzgesetzes. Das Zürcher Veterinäramt ist sogar soweit gegangen, Landwirte, die ihre Kühe lebenslänglich dauernd an der Kette halten, nicht zu verzeigen, sondern mit einer illegalen Sonderbewilligung zu decken. Als der VgT diese mafiose Praxis publik machte (www.vgt.ch/vn/9606 /amtsmissbrauch.htm), änderte der Bundesrat kurzerhand die Tierschutzverordnung und erlaubt nun solche Sonderbewilligungen für Tierquäler.

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Weitere Berichte über den Nichtvollzug des Tierschutzgesetzes im Kanton Zürich:
- Tierfabriken in der Schweiz (Das Buch von Erwin Kessler)
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Schweinestall in Wildberg: Der Zürcher Tierschutzverhinderungs-Filz deckt Tierquäler und bestraft Tierschützer
- Der Zürcher Tierschutzverhinderungs-Filz
- Behördenfilz blockiert Tierschutz
- Tierfabriken im Kanton Zürich
- Tier-KZs im Kanton Zürich
- Die Zürcher Kantonstierärztin: unfähig oder korrupt?
- Poulet-Fabrik in Embrach
- Kanton Zürich - Tierelend in Kuhställen: Lebenslänglich an der Kette


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