15. November 2014, letztmals ergänzt im Mai 2019

Grausame Kaninchenhaltung der christlichen Familie Willi und Hanna Brenner in Buhwil TG

Kaninchen sind neugierige und bewegungsfreudige Tiere. Sie lieben es, herum zu rennen und Höhlen zu graben. Um glücklich zu sein, brauchen sie Artgenossen, mit denen sie gerne kuscheln und gegenseitige Fellpflege betreiben. Die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse wird den Kaninchen von Hanna und Willi Brenner-Freitag aus Buhwil lebenslänglich verwehrt. Einsam sitzen die Tiere den ganzen Tag in kleinen Kästen. 24 Stunden totale Monotonie und Langeweile!

 

Grosse Kaninchen in kleinen Zellen: Unschuldige in grausamer Isolationshaft

An Platz für ein schönes Freigehege würde es den Brenner's nicht fehlen. Doch von der Wiese, die die Kaninchen durch das Gitter ihrer kleinen Kästen hindurch sehen, können die armen Tiere nur träumen.

Dabei sollte es der Familie Brenner an Mitgefühl eigentlich nicht fehlen. Sie sind Mitglieder der Evangelischen Kirchgemeinde Neuchkirch an der Thur, wo Hanna Brenner viele Jahre lang in der Kirchenvorsteherschaft tätig war. Sie engagiert sich zudem für die Thurgauer Kantonalkirche. Aber wie wir leider schon oft feststellen mussten, beziehen viele dieser angeblich "gläubigen" Menschen das Gebot der Nächstenliebe nur auf Menschen, nicht aber auf die Tiere. Würden Sie, Herr und Frau Brenner, es einem unschuldigen Menschen zumuten, sein ganzes Leben in Isolationshaft verbringen zu müssen? Wohl kaum, oder? Warum dann fügen Sie dieses Leid Ihren Kaninchen zu?

Wer Kaninchen in solche kleine Kästen sperrt ist gefühllos und hat kein Herz - auch wenn diese Tierquälerei in der Tierschutzverordnung des Bundesrates leider immer noch erlaubt ist - im Interesse der Tierversuchsindustrie, welche ihre Versuchskaninchen zur Profitmaximierung möglichst billig auf engstem Raum halten will. Diesen Missstand egoistisch auszunützen, ist alles andere als christlich!
Unter den schweizerischen Tierschutzorganisationen besteht ein Konsens darüber, dass die Käfig- und Kastenhaltung von Kaninchen eine Tierquälerei ist, die dringend verboten werden müsste. Auch das für den Tierschutzvollzug zuständige Bundesamt (BLV) ist der Ansicht, dass das gesetzliche Minimum den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht wird. Es empfiehlt deshalb Gruppen- und Auslaufhaltung - genau das, was auch der VgT fordert. www.vgt.ch/doc/kaninchen

In einem Interview im Neukircherblatt vom Jahr 2011 sagte Hanna Brenner, dass sie im  Gemeindegebetskreis der evangelischen Kirche gerne gemeinsam für Anliegen beten, die von aussen an sie heran getragen würden. Frau Brenner, wir haben so ein Anliegen: Bitte beten Sie gemeinsam darum, dass Ihr Herz und das Ihres Mannes weich werden möge, damit Sie endlich dazu fähig werden, auch für Tiere Mitgefühl zu empfinden und damit aufhören, Ihre Kaninchen derart grausam und unchristlich zu behandeln!

Der VgT hat Brenners Informationen über artgerechte Kaninchenhaltung geschickt. Diese christlichen Heuchler und Ignoranten haben das Couvert des VgT ungeöffnet retourniert - "Annahme verweigert". 

Nachtrag vom 10. Februar 2015:

In einer schriftlichen Stellungnahme hat Willi Brenner am 9. Februar 2015 folgendes zu seiner Kaninchenhaltung geschrieben:

"Meine Kaninchen leben nicht in Käfigen, sondern in Ställen mit zwei Abteilen, mit Balkonen und sicherlich mit genügend Platz. Diese Haltung entspricht vollumfänglich den Vorschriften meiner Rasse. Vom Frühling bis Herbst leben die beiden Kaninchen mit ihren Jungtieren über den Tag in einem grosszügigen Gehege und müssen nur über die Nacht wegen Fuchs und Mardern retour in den Stall. Über den Winter halte ich nur die beiden Elterntiere in den Ställen, die ich bedingt durch ihr Geschlecht getrennt halten muss."

 Kommentar:

Bis zur Intervention des VgT verbrachten Brenners Kaninchen auch den Sommer fast immer im Käfig-Kasten. Siehe die Abbildung oben. Die einzelnen Abteile in solchen Kästen werden als Käfige bezeichnet, was sie ja offensichtlich auch sind.
"Balkon": Eine irreführende Beschönigung der üblen Käfighaltung. In Wahrheit ist das lediglich ein erhöhtes Brettchen im Käfig.

"sicherlich genügend Platz": damit zeigt Brenner seine unsägliche Skrupellosigkeit wehrlosen Tieren gegenüber, die ganz andere angeborene, gut erforschte Bedürfnisse haben, als sie in einer solcher Käfighaltung ausleben können  (siehe zB die Kaninchen-Dokumentation des VgT, welche Brenner bekannt ist).

Über den ganzen langen Winter hält Brenner seine Kaninchen in grausamer Einzelhaltung - unmenschlich. Was sind das für christliche Heuchler, die solche Unmenschlichkeiten begehen, nur weil dies leider keine strafrechtlichen Folgen hat! Nicht alles, was nicht verboten ist, ist auch ethisch-moralisch vertretbar. Dass man das aktiven Christen sagen muss, ist mehr als erbärmlich. Sogar das wenig tierfreundlich eingestellte, für den Tierschutzvollzug zuständige Bundesamt (BLV) empfiehlt in seinen Richtlinien ausdrücklich Gruppenhaltung mit Auslauf, weil die vom Bundesrat im Interesse der Tierversuchsindustrie immer noch erlaubte Käfighaltung nicht tiergerecht ist (siehe Kaninchen-Dokumentation). Auch im Winter haben Kaninchen das Bedürfnis,  herumzuspringen und miteinander zu kuscheln! 

Neue Aufnahme 2019:

siehe dazu den Bericht in VN 19-1 vom März 2019

 

April 2019:

Gemeinde verbietet rechtswidrig eine vom VgT geplante Kundgebung - Rekurs gutgeheissen - Kundgebung erfolgreich durchgeführt

Am 26. März 2019 stellte der VgT dem Gemeindepräsidenten von Kradolf-Schönenberg (zu dieser politischen Gemeinde gehör Buhwil) folgendes Gesuch für die Bewilligung einer Kleinkundgebung am Ostersonntag:

Sehr geehrter Herr Keller. Ich ersuche Sie namens des VgT um Bewilligung einer kleinen Tierschutzkundgebung am Ostersonntag-Vormittag vor der evang Kirche Neukirch an der Thur.   Dauer: ca eine halbe Stunde, die genau Zeit werden wir Ihnen kurzfristig bekannt geben (voraussichtlich ca 9.15-9.45 h).   Anzahl Teilnahmer: 10-15 Personen.   Der Verkehr wird nicht behindert.   Die Kundgebung verläuft ruhig und friedlich, ohne Lärm (kein Megafon). Passanten und Kirchgänger werden nicht belästigt.  Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen  

Dr Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT.ch

Darauf kam die Rückfrage, welches die Hintergründe bzw Beweggründe für die Kundgebung seien, "da wir an das Ruhetags Gesetz an einem der höchsten Feiertage in der Schweiz gebunden sind". Diese Frage wurde wie folgt beantwortet:

Sehr geehrter Herr Keller,

das Bundesgericht hat in einem ähnlichen Fall entschieden, dass das Thurgauer Ruhetaggesetz bundesrechtswidrig ist:

www.vgt.ch/news/110222-kanin-sirnach-kellenberger.htm

Obwohl ich nicht verpflichtet bin, Ihnen den Grund unserer Kundgebung zu nennen, tue ich es trotzdem. Ein Mitglied (aus Buhwil) der evangelischen Kirchgemeinde Neukirch hält Kaninchen in tierquälerischer Kastenhaltung und zeigt sich seit Jahren völlig uneinsichtig. Auch diesbezüglich ein ähnlicher Fall wie in obigem Bundesgerichtsurteil
Mit freundlichen Grüssen Erwin Kessler

 

Am 3. April wies der Gemeinderat das Gesuch ab, einzig unter Hineweis auf das Ruhetaggesetz. An diesem Entscheid ist alles falsch, sogar die Rechtsmittelbelehrung, an welche Instanz ein allfälliger Rekurs zu richten sei. Tatsächlich ist nicht das Departement für Justiz und Sicherheit, sondern das Departement für Inneres und der Volkswirtschaft. Departements-Chef ist ausgerechnet der vom Tierquälereiskandal Kesselring/Hefenhofen her berüchtigte Versager Schönredner Regierungsrat Schönholzer. Er erklärte sich als befangen und überwies den Rekurs dem Erziehungsdepartement zum Entscheid. Dieses hiess den Rekurs poswenden gut. Worauf die Gemeinde noch rechtzeitig vor Ostern das Gesuch bewilligte.

Der erfolgreiche Rekurs des VgT vom 5. April 2019 lautete:

Hiermit erhebe ich namens des VgT REKURS gegen den   Entscheid der Gemeinde Kradolf-Schönenberg vom 3. April 2019   betreffend   Kleinkundgebung am Ostersonntag, 21. April 2019, in Neukirch.  
Antrag: Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Kundgebung zu bewilligen.    
Begründung:  
1. Die Vorinstanz begründet die Abweisung des Gesuchs einzig mit dem Hinweis auf das Ruhetaggesetz des Kantons Thurgau.  
2. Das Bundesgericht hat in einem analogen Fall (Osterdemo vor der Kirche in Sirnach) entschieden, dass das Thurgauer Ruhetaggesetz bundesrechtswidrig ist (BGE 1C_322/2011, einsehbar in der offiziellen Sammlung der Bundesgerichtsentscheide oder auch unter www.vgt.ch/news/110222-kanin-sirnach-kellenberger.htm und www.vgt.ch/doc/justizwillkuer/ruhetagsgesetz/111219_entscheid_bundesgericht.pdf   
3. Es darf nicht sein, dass uns ständig gleichartige Kundgebungen rechtswidrig verboten werden und uns nichts anderes übrig bleibt, als nachträglich Beschwerde zu erheben. Das ist eine grundrechtswidrige bürokratische Vereitelung der Kundgebungsfreiheit, welche der Staat mit seinen unbeschränkten Mitteln endlos fortsetzen kann, so dass Beschwerden kein wirksames Mittel mehr sind gegen die menschenrechtswidrige Einschränkung der Kundgebungsfreiheit. Es bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als uns ggf gestützt auf das Notwehrrecht gegen allfällige polizeiliche Zwangsmassnahmen zur Verhinderung der Kundgebung zu wehren.  
Mit freundlichen Grüssen    
Dr Erwin Kessler, Präsident VgT

Bericht dazu in der  NZZ am Sonntag

Lange vor der Kundgebung schrieben wir dem Pfarrer, dass wir eine Kundgebung planen, die sich aber nicht gegen die Kirche richte, sondern darüber aufkläre, dass zwei Kirchenmitglieder herzlos an einer tierquälerischen Kaninchenhaltung festhalte.

Die evangelische Kirchgemeinde Neukirch an der Thur, wo Brenners fleissig zum Beten in den Gottesdienst eilen, stellte sich sofort hinter diese grausame Kaninchenhaltung und schickte uns einen Grundbuchplan des Kirchengrundstückes und ein Verbot, dieses zu betreten. Mehr hatten diese Kirchenleute zu unserem Tierschutzanliegen nicht zu sagen. Während der Kundgebung verteilten Kirchenpfleger ein Gegen-Flugblatt und forderten die Kirchgänger auf, die Kundgebung des VgT nicht zu beachten und das Flugblatt nicht anzunehmen. Die meisten gingen dann wie hypnotisiert und mit Tunnelblick in die Kirche, nur ja kein Sündhaftes Zur-Kenntnisnehmen, was Tierschützer zu sagen haben.

Gemeindepräsident Heinz Keller (SVP), dessen Kundgebungsverbot von der Rekursinstanz aufgehoben wurde und der die Kundgebung hierauf zähneknirschend bewilligen musste, zeigte im Nachgang zur Kundgebung seine wahren, rechtsmissbräuchlichen Motive für das Verbot (er wäre verpflichtet gewesen, das Gesuch neutral zu beurteilen). Nachdem er auf den erfolgreichen Rekurs hin gezwugnen wurde, die Kleinkundgebung zu bewilligen, versuchte er den VgT mit einer überrissenen Bewilligungsgebühr zu "bestrafen". In einem früheren ähnlichen Fall, wo sich der VgT erfolgreich gegen eine überrissene Bewilligungsgebühr gewehrt hat, hat das Bundesgericht dem VgT Recht gegeben und festgestellt, dass die Bewilligungsgebühr für solche Kleinkundgebungen nicht über 50 Franken liegen sollte, maximal aber 100.- Fr. Deshalb erhob der VgT auch hier nun Rekurs gegen die überrissene Bewilligungsgebühr. Nach der Kundgebung schrieb mir der Gemeindepräsident per Email folgendes:

"Sehr geehrter Herr Kessler.
Sie haben ja jetzt erreicht was sie wollten. Ich bin aber noch immer derselben Meinung. Ich habe die Kaninchen besucht und gesunde, sehr vitale und gepflegte Tiere angetroffen – welche handzahm sind – eine wahre Freude!
Der Vorwurf Kaninchenquäler ist als Frechheit zu bezeichnen! Unsere Kirchgänger und Einwohner wissen die Situation richtig einzuschätzen und lassen sich nicht durch ihre Botschaft negativ beeinflussen.
Heinz Keller, Gemeindepräsident"


Dieses Email des Gemeindepräsidenten reichte der VgT der Rekursbehörde nach, mit folgendem Kommentar:

"Diese politische Einmischung einer Bewilligungsbehörde ist ungehörig und offenbart deren Voreingenommenheit und Befangenheit. Und das erklärt die im vorliegenden Rekurs angefochtene überrisseme Bewilligungsgebühr. Er wollte uns offensichtlich noch auf diesem Weg "bestrafen", nachdem die Abweisung des Gesuches auf unseren ersten Rekurs hin von Ihnen aufgehoben wurde.
Rein informatorisch zum Anliegen dieser Kleinkundgebung, die sich gegen ein aktives Mitglied der evangelischen Kirchgemeinde Neukirch richtet: www.vgt.ch/news/141115-kanin_buhwil_brenner.htm
Was Kaninchen brauchen, thematisieren wir immer wieder auch in unserer Zeitschrift
"VgT-Nachrichten".
Die Stellungnahme von Gemeindepräsident Heinz Keller im erwähnten Email ist auch in sachlicher Hinsicht eine Schande und zeugt von einer schockierenden Ignoranz, Dummheit und Herzlosigkeit.

Erwin Kessler, Präsident VgT.ch
"

Der Rekurs gegen die zu hohe Bewilligungsgebühr ist zur Zeit noch hängig.

Stimmungsbilder der Kundgebung am Ostersonntag vor der evangelischen Kirche Neukrich an der Thur:
www.youtube.com/watch?v=Hyy-vvbz8bI&feature=youtu.be&fbclid=IwAR3-yztQbUvd00-7zlTB8Mn96SaJgyCE_6Y1kXBI3yqFL1j0YJThm1nczAc

Nach der Oster-Kundgebungen verteilte der VgT die Flyers, welche die Kirchgänger nicht nehmen durften, in die Briefkästen:

WUSSTEN SIE, DASS IN IHRER NACHBARSCHAFT KANINCHEN LEIDEN? Mit dieser Frage sprachen wir die Leute an, die neugierig wissen wollten, was für Flyer wir denn in dem kleinen Dorf Buhwil in alle Briefkästen verteilen. Wir haben sie über die tierquälerische Kaninchenhaltung einer christlichen Familie in Buhwil aufgeklärt und uns sehr über die positive Resonanz gefreut. Viele Leute können nicht verstehen, wie herzlos man sein kann, seinen Kaninchen auf einem so grossen Grundstück so wenig Platz zu gönnen. Die Akzeptanz für die tierquälerische Kastenhaltung von Kaninchen sinkt in der Bevölkerung. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass diese grausame Haltungsform bald der Vergangenheit angehört. BIS DAS DER LETZTE KÄFIG LEER IST!

 

 

Adresse der Scheinheiligen:
Willi und Hanni Brenner-Freitag
Ebnet 12
9215 Buhwil
Tel 071 633 19 62
willi.brenner@kernen-ag.ch


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