Eidgenössische Volksinitiative
gegen das

betäubungslose Schächten

Kurzbezeichnung: VgT-Schächt-Initiative

Amtliche Publikation

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Was sind das für unsägliche Heuchler, welche das Schächten in der Schweiz verboten haben wollen, aber gleichzeitig zustimmen, dass diese bestialische Tierquälerei im Auftrag der Schweiz jenseits der Grenze ausgeführt wird.

Was sind das für Unmenschen, die sagen, mit dem Schächten von Hühnern könnten sie leben, ohne danach zu fragen, wie die Hühner damit leben können. "Ein jüdisches Sprichwort sagt treffend: Es ist einfach, das Leiden anderer gelassen hinzunehmen."

Der VgT hat eine Volksinitiative gegen das betäubungslose Schächten lanciert (Veröffentlichung im Bundesblatt am 26. März 2002), welche die folgenden Änderungen gegenüber der heutigen Rechtslage verlangt:

- das heute nur für Säugetiere geltende Schächtverbot wird auf Hühner und Truten ausgedehnt;

- der Import von Schächtfleisch wird verboten.

Unterschriftenkarten werden als Beilage zu der soeben erschienenen neuen Ausgabe der VgT-Nachrichten (VN2002-2) in alle Haushaltungen der ganzen deutschen Schweiz verteilt (Auflage 2.6 Millionen; die Verteilung dauert ein paar Monate).

Herunterladen und Ausdrucken des Unterschriftenbogens (ca 92 KB ): Download Unterschriftenbogen
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Zum Initiativ-Recht: Es können alle Menschen die Initiative unterschreiben, welche die Schweizer Bürgerschaft besitzen und mindestens 18 Jahre alt sind. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, bitte Unterschriftenkarte nicht einsenden!

Einsendeschluss: Ende März 2003.

Der Wortlaut der Initiative:

Art 80 der Bundesverfassung wird wie folgt ergänzt:

4  Für das Schlachten von Tieren gilt:

a. Säugetiere und Geflügel sind vor dem Blutentzug zu betäuben, derart, dass sofortige, bis zum Tod anhaltende Empfindungslosigkeit eintritt;

b. Der Import, der Vertrieb und der Konsum von Fleisch solcher Tiere, die nicht nach einer gleichwertigen Vorschrift wie in Buchstabe a betäubt worden sind, sind verboten.

5  Für den Vollzug von Absatz 4 ist der Bund zuständig. Er kann einzelne Aufgaben an die Kantone delegieren.

Entgegenstehende internationale Freihandelsabkommen (WTO) müssen geändert oder gekündet werden. Sie stellen kein "Völkerrecht" dar, sondern blosse Handelsabkommen. Gemäss Artikel 39 der Bundesverfassung kann das Parlament Initiativen nur für ungültig erklären, welche gegen "zwingendes Völkerrecht" verstossen. Darunter werden allgemein unantastbare Normen der Menschlichkeit verstanden, wie Verbote von Folter, Völkermord und Sklaverei, die Garantien der Europäischen Menschenrechtskonvention und die Grundzüge des humanitären Kriegsrechts.

Weil die schweizerische Landesregierung offenbar nicht fähig oder nicht willens ist, Vorbehalte gegen unmenschliche Auswirkungen des Freihandels anzubringen bzw auszuhandeln, muss dieses Abkommen gekündigt werden. Grundsätze der Menschlichkeit dürfen nicht beliebig wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Die vorliegende Initiative soll dies klar machen.

Die Initiative verletzt auch nicht die Religionsfreiheit, da durch das Betäubungsgebot Moslems und Juden nicht an der Ausübung zwingender Vorschriften ihrer Religion gehindert werden. Das Schächten ist in diesen Religionen kein zwingendes Ritual, sondern dient einzig und allein der Zubereitung von Fleischnahrung. Fleischnahrung ist aber weder aufgrund dieser Religionsvorschriften noch nach den modernen Erkenntnissen der Ernährungslehre notwendig. Strenggläubige können deshalb mit gesunder und bekömmlicher vegetarischer Ernährung in vollkommenem Einklang mit ihrer Religion leben.

Das von fundamentalistischen Juden und Moslems geltend gemachte Betäubungsverbot ist in den Religionsvorschriften nicht zu finden, sondern stützt sich auf das religiöse Verbot, Blut zu essen. Diese Vorschrift wird durch vegetarische Ernährung weit besser erfüllt als mit dem Konsum von Schächtfleisch, denn das Blut kann nie vollständig aus dem Fleisch entfernt werden.

Fleisch ist nach den modernen Erkenntnissen der Ernährungslehre kein notwendiges "Lebensmittel", sondern ein Genussmittel, und es ist eine wiederholt bestätigte wissenschaftliche Tatsache, dass vegetarische Ernährung gesünder ist. Je weniger Fleisch, um so gesünder - wie bei anderen Genussmitteln.

Wer extremen Religionsvorschriften huldigt, sollte auch bereit sein, auf gewisse Bequemlichkeiten zu verzichten. Der Verzicht auf Fleischkonsum bedeutet auch für strenggläubige Juden und Moslems nur einen Bequemlichkeitsverzicht, Verzicht auf einen gewohnheitsmässigen kulinarischer Genuss, was für manche Menschen unbequem ist. Eine reine Frage der Gewohnheit und der Bequemlichkeit, die mit Religion absolut nichts zu tun hat. Darum hat die Betäubungsvorschrift nichts mit der Religionsfreiheit zu tun. Nicht jede Tradition und nicht jeder Blödsinn ist durch die Religionsfreiheit geschützt, nur weil jemand behauptet, dies sei für ihn Religion. Sonst wäre zB auch das Rauchen in Rauchverbotszonen durch die Religionsfreiheit geschützt, sobald irgend eine Sekte auf die Idee kommt, Gott habe ihr befohlen, genau dort die Friedenspfeife zu rauchen. Das ist rechtlich und ethisch so klar, dass es sich erübrigt, auf schlimmere "Religionsfreiheiten" wie das Zu-Tode-Steinigen von Ehebrecherinnen, das Beschneiden von Mädchen ohne Betäubung und die Menschenfresserei näher einzugehen.

Von jüdischer Seite wird behauptet, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte habe in einem Präjudizurteil das Schächten der Religionsfreiheit unterstellt. Liest man das Urteil genau, erweist sich diese Behauptung als unwahr. Dass Bundesrat Couchepin diese jüdische Lüge übernommen hat - fahrlässig oder vorsätzlich - und nun seinerseits Volk und Parlament anlügt, gehört zur schweizerischen Tradition, dass das Volk vor wichtigen Entscheidungen von der Landesregierung skrupellos angelogen wird. Dagegen kann sich der Stimmbürger nicht wehren. Es gibt gegen verlogene Abstimmungsmanipulationen durch den Bundesrat kein Rechtsmittel, aber auch keine demokratisch-politische Möglichkeit, weil der Bundesrat nicht vom Volk gewählt werden darf.

Die vorliegende Initiative überschneidet sich im Kernanliegen - Importverbot - NICHT mit der STS-Initiative "für einen zeitgemässen Tierschutz". Der STS hat kurz nach Lancierung seiner Initiative erklärt, dass das Importverbot für Tierquälerprodukte Schächtfleisch nicht zwingend einschliesse, der Bundesrat könne für Schächtfleisch eine Ausnahmebewilligung erteilen (Das Schächtverbot in der neuen Initiative - Ausnahme für Import im Vollzugsrecht?, NZZ 2.2.2002). Der Bundesrat hat dies hierauf sofort getan und ein Gesetz angekündigt, das den heute erlaubten Import von Schächtfleisch noch weitergehender erleichtern soll (Privilegierung gegenüber dem Import von gewöhnlichem Fleisch).

Was sind das für Heuchler, die das Schächten als Tierquälerei lautstark verurteilen und dann einverstanden damit sind, dass das Schächtverbot mit einem freien Import von Schächtfleisch umgangen werden darf!

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Warum will die Initiative nur das "betäubungslose" Schächten, nicht das Schächten generell verbieten? -> Antwort

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Glosse zum Geflügelschächten im Thurgauer Tagblatt: "Stolz - Worauf?"

Weitere Informationen zum Thema Schächten finden Sie hier. Wer sich noch gründlicher für das Thema interessiert findet mit dem Suchwort "Schächt" und der  Suchfunktion auf der VgT-Homepage weitere Infos.

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Von den politischen Parteien unterstützen nur die Freiheitspartei der Schweiz und die Schweizer Demokraten die VgT-Initiative gegen das Schächten.

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30. Oktober 2002:
Beschwerde gegen Polizeiwillkür gegen Unterschriftensammlung


Inhaltsverzeichnis VN2002-2

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