24. August 1998

Appenzeller Schauk�serei-Schweinerei:

Skandal�se Zust�nde in der Schweinefabrik der S�ntis-Schauk�serei in Stein/AR


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In Stein/AR betreibt die S�ntis AG eine Schauk�serei. Mit Plakaten in der ganzen Schweiz wird die �ffentlichkeit zum Besuch dieser Schauk�serei eingeladen. Zu dieser K�serei geh�ren auch zwei �ble Schweinefabriken, welche dem Publikum nicht offensteht:

Schweinefabrik "Alte K�serei" (Pachtbetrieb):

Verkotete Tiere auf dem nackten Betonboden. Als Alibi-Besch�ftigung eine untaugliche Kette mit einem Hartholzrugel, v�llig gen�gend zur Erf�llung der gesetzlichen Besch�ftigungsvorschrift, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Ketten und Hartholzst�cke keine geeignete Besch�ftigung f�r Schweine darstellen. Sie brauchen t�glich frisches Stroh oder weiches Holz, das abgenagt werden kann. In dieser �blen Intensivhaltung gibt es keinen einzigen Strohhalm. Die Strohraufen sind s�mtliche leer und offensichtlich nicht ben�tzt - in Videoaufnahmen gut zu sehen. Die intelligenten, spielfreudigen jungen Tiere vegetieren in extremer Enge und Eint�nigkeit dahin - als ob es kein Tierschutzgesetz g�be. So werden Schweine in unterentwickelten L�ndern gehalten, die kein Tierschutzgesetz haben. Die Tiere der S�ntis-Schauk�serei merken absolut nichts vom Tierschutzgesetz.

Zuchtbetrieb "Kochegg":

In diesem von der S�ntis AG selbst bewirtschafteten Betrieb verbringen die Mutterschweine den gr�ssten Teil ihres Lebens in den ber�chtigten Kastenst�nde ("eiseren Jungfrauen"), zur v�lligen Bewegungslosigkeit gezwungen, im eigenen Kot auf dem harten Boden liegend. Auch hier aus reiner Bequemlichkeit kein Stroh - das Wenigste, was diesen bedauernswerten Tieren in einer solchen Intensivhaltung zu g�nnen w�re.

Schon vor 5 Jahren haben wir die S�ntis Schauk�serei wegen Missachtung von Tierschutzvorschriften im Schweinemaststall angezeigt. Damals wurde eine kleine Trinkgeldbusse verf�gt. Seither hat sich kaum etwas gebessert - nicht verwunderlich: die Verantwortlichen waren v�llig uneinsichtig und rechtfertigten damit, �hnlich k�nnte jeder zweite Betrieb im Kanton eingeklagt werden. Bemerkenswert an dieser Rechtfertigung ist zweierlei: Einmal die Charakterlosigkeit der Verantwortlichen der S�ntis AG, welche ihre Vergehen einfach mit denjenigen anderer entschuldigen. Dann aber vorallem die Tatsache, dass hier einmal �ffentlich aus Tierhalterkreisen zugegeben wird, dass es gang und g�be ist, die Tierschutzvorschriften zu missachten. Daran hat sich leider bis heute wenig ge�ndert. Seltene Trinkgeld-Bussen wie im Falle der Schauk�serei S�ntis machen r�cksichtslosen M�stern offensichtlich wenig Eindruck.

Das Schweizer Fernsehen hat sich wie �blich nicht f�r diese Missst�nde interessiert, denn die Zust�nde in den Schweizer Tierfabriken werden nur gezeigt, wenn sie mit Einverst�ndnis des Eigent�mers gefilmt worden sind (laut Mark Rissi, "Tierreport" SF)!!! Deshalb sieht man im Schweizer Fernsehen die wirklichen Zust�nde nur im Ausland, wo Rissi nicht um Einwilligung zum Filmen fragt. Das ist "Heimatschutz" ganz besonderer Art. Ich w�rde es als T�uschung der Fernsehzuschauer und der Konsumenten bezeichnen.

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21. Juli 1998

Kantonstierarzt Dr Fritsche
Veterin�ramat AR/AI

Sehr geehrter Herr Dr Fritsche,

hiermit erstatte ich Anzeige gegen die Verantwortlichen der Schauk�serei der S�ntis AG bzw deren P�chter wegen Missachtung von Tierschutzvorschriften sowohl im Mastbetrieb in der alten K�serei wie auch im Zuchtbetrieb.

Die Tiere sind stark verkotet, da es so viele Tiere in den Buchten haben, dass sie Kot- und Liegeplatz nicht auseinanderhalten k�nnen (Art 2 TSchG, Art 13 TSchV, Art 1 TSchV).

Eine gesetzeskonforme Besch�ftigung ist nicht vorhanden (Art 20 TSchV). Alle Strohraufen sind leer und offensichtlich seit Monaten nicht mehr ben�tzt; im ganzen Stall kein einziger Strohhalm zu finden. In den Abferkelbuchten fehlt sowohl eine Besch�ftigung wie auch Stroheinstreu f�r den Nestbau (Art 23 TSchV)

Da die S�ntis AG vor Jahren schon einmal wegen der gleichen Missachtung der Tierschutzvorschriften geb�sst werden musste (allerdings leider nur eine Trinkgeldbusse erhielt), betrachten wir den Fall wegen Uneinsichtigkeit als gravierend und ersuchen Sie, die Angelegenheit auch an die Strafbeh�rden zu �berweisen. Falls n�tig, kann ich Videoaufnahmen zur Verf�gung stellen, welche die Beanstandungen dokumentieren.

Mit freundlichen G�ssen
Erwin Kessler, Pr�sident VgT


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