VN 09-1

Die Geschichte von Tara und Kali:
Zwei glückliche und gesunde vegane Katzen

von Claudia Zeier Kopp, Vizepräsidentin VgT.ch

 

Herr und Frau B aus Winterthur haben sich bereit erklärt, mir über ihre zwei veganen Katzen - die ganz jung von einem Bauernhof zu ihnen kamen - zu erzählen. Als ich bei ihnen eintreffe, warten "Tara" und "Kali" (beide sind 4-jährig, weiblich und stammen aus dem gleichen Wurf) sehnsüchtig auf ihr Futter.

Frau B sagt schmunzelnd, sie habe absichtlich mit der morgendlichen Fütterung zugewartet (gefüttert wird zweimal am Tag, morgens und abends), damit ich miterleben kann, wie Tara und Kali sich auf das vegane Fressen freuen. Als Frau B zwei Portionen vom Nassfutter "Vegusto Cat" vorbereitet, geht ein regelrechtes "Miau-Konzert" los und es ist nicht zu übersehen, dass die zwei Katzen es kaum erwarten können, bis die Fressnäpfe von Frau B auf den Boden gestellt werden. Das Futter ist dann auch in Kürze weggeputzt.

Den Impuls, die Katzen vegan zu ernähren, gab ursprünglich Herr B, der selbst schon seit 13 Jahren Veganer ist. Seine Frau ist vor zweieinhalb Jahren (als sie ihren Mann kennenlernte) Veganerin geworden. Selbst Veganerin zu werden war für sie kein Problem, aber in Bezug auf die vegane Ernährung der Katzen war sie vorerst sehr skeptisch. Sie meinte, nur weil man sich selbst vegan ernährt, kann man doch nicht Katzen dazu zwingen auch so zu leben. Nachdem Frau B aber das Buch "Vegetarische Hunde- und Katzenernährung" von James A Peden (Echo Verlag) gelesen hatte, brauchte sie nicht mehr weiter überzeugt zu werden.

Die Umstellung auf die vegane Katzenernährung folgte vor zwei Jahren, innert ca drei Tagen - und zwar problemlos. Die B's waren erstaunt, wie rasch Tara und Kali das vegane Futter akzeptierten. Noch heute - wie ich ja selbst erleben durfte - warten Sie täglich gierig auf die veganen Mahlzeiten. Und obwohl sie immer das gleiche (vegane) Futter bekommen, ist es ihnen bis heute noch nicht verleidet. Generell herrscht nämlich die Meinung, man müsse Katzen in der Ernährung Abwechslung bieten - was jedoch nicht stimmt.

Die B's füttern ihre Katzen vorwiegend mit dem bereits erwähnten Nassfutter (dies finden sie natürlicher, weil Katzen in der Natur auch nicht trocken fressen). Das Trockenfutter "Ami Cat" geben sie nur zwischendurch als Ergänzung oder wenn sie abwesend sind (bei Abwesenheit eignet sich das Nassfutter nicht, weil es austrocknet).

Wenn Katzenhalter selber eine Futtermischung herstellen, dann ist es ratsam einen Nahrungszusatz hinzuzufügen (z.B. "Vege Cat"). Da aber das Nassfutter diesen Nahrungszusatz schon beinhaltet, sei dies bei Tara und Kali nicht notwendig, erklärt Frau B.

Die B's haben auch schon versucht, andere Lebensmittel unter das vegane Katzenfutter zu mischen - jedoch ohne Erfolg. Minuziös wurde dann jeweils das Nassfutter heraus gefressen, während Reis, Teigwaren oder Getreide in den Fressnäpfen zurückblieben. Eigentlich nachvollziehbar: Katzen sind eben nicht Allesfresser wie Hunde.

B's Katzen haben Auslauf und dadurch auch die Möglichkeit zu jagen. Nur Tara bringt ab und zu Mäuse und Vögel nach Hause (und frisst auch manchmal ihre Beute), während bei Kali kein Ausleben des Jagdinstinktes feststellbar ist, denn sie hat noch nie eine Beute nach Hause gebracht.

Die B's haben aus zwei Gründen auf die vegane Katzennahrung umgestellt. Erstens: Aus ethisch-tierschützerischen Gründen, weil das Industrie-Tierfutter von Tieren aus der Massentierhaltung stammt. Zweitens: Aus gesundheitlichen Gründen, denn das herkömmliche Tierfutter ist alles andere als gesund und "natürlich" für Katzen.

Das industriell hergestellte Tierfutter (ob trocken oder nass) beinhaltet durchschnittlich nur circa 4% von dem auf der Packung angegebenen Fleisch (Rind, Huhn, etc.). Der Rest besteht aus Schlachtnebenprodukten, Getreide und manchmal ein wenig Gemüse. Das Industrie-Tierfutter ist zudem "tot-gekochtes" Fleisch, was Katzen von Natur aus nicht fressen würden. Und dieses gekochte Fleisch stammt von Tieren, die Katzen niemals in der Natur jagen und fressen würden. Oder wurde schon jemals eine Katze gesichtet, die beispielsweise ein Rind oder ein Schwein gejagt und gefressen hätte? Nein.

Nachdem die B's diese Gründe abgewogen hatten, kamen sie zum Schluss, dass die vegane Ernährung ihrer Katzen in jeder Hinsicht besser und gesünder und auch natürlicher ist, als die herkömmliche. Und auch wenn manchmal in der Umgebung der B's Sprüche fallen, sie würden ihre Katzen doch nicht normal und natürlich ernähren (weil Katzen doch Fleischesser seien), können die B's gut damit leben. Ihre Katzen sind gesund, lebendig, sie haben ein glänzendes Fell und klare Augen - all das zeigt deutlich auf, dass es ihnen an nichts fehlt.

Als ich die B's und ihren kleinen veganen Sohn (unten) verlasse, machen Tara und Kali, je auf einem Sofa ausgestreckt, zufrieden ihren Verdauungsschlaf - und die nächste Portion "Vegusto Cat" liegt schon für die Abend- Fütterung bereit.
 

Auch der Sohn von B's wird vegan ernährt

Der kleine J ist ein Jahr alt. Frau B hat ihn während den ersten sieben Lebensmonaten voll gestillt. Während dieser Zeit bekam J nur Muttermilch, was vollkommen ausreichte, weil Muttermilch alles beinhaltet was ein Säugling benötigt. Seit dem achten Monat bekommt J zusätzlich vegane Breikost (Gemüse, Getreide, Früchte) und wird noch zwei Mal am Tag gestillt. Das Kind ist gesund, kräftig, lebendig, aufgeweckt, nimmt stetig in gesundem Mass zu und hat sich auch sonst sehr gut entwickelt. Bis jetzt bekommt er keine zusätzliche Vitamine, aber wenn einst die Stillzeit vorbei sein wird, werden die B's überprüfen lassen, ob J das Vitamin B12 braucht.

Häufig hört man, dass Kinder – vor allem Säuglinge und Kleinkinder – bei einer veganen Ernährung nicht ausreichend „versorgt“ seien und Schäden davon tragen könnten. Der kleine J beweist das Gegenteil. Und er hat verantwortungsvolle Eltern, die sich schon vor seiner Geburt ausreichend über folgendes Buch informiert hatten: „Viva Vegan für Mutter und Kind“, von Dr. Michael Klaper, M.D. (Okapi-Verlag)

Anmerkungen

Mehr Infos zur vegetarischen Ernährung von Hunden und Katzen: www.vgt.ch/doc/veg-hund-katz

Veganes Hunde- und Katzenfutter, auch die im Bericht erwähnten Produkte, sind erhältlich bei:
www.vegi-tierfutterversand.vegetarismus.ch  
www.vegi-service.ch
www.gut-fuer-tiere.de

Claudia Zeier Kopp kann aus zeitlichen Gründen keine telefonische oder schriftliche Auskünfte zu diesem Thema geben. Bitte informieren Sie sich über die oben erwähnten Websites.


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