VN2002-3

VgT-Initiative gegen das betäubungslose Schächten droht zu scheitern

Erwin Kessler, Gründer und Präsident des VgT, ist enttäuscht und stellt resigniert fest: “Gegen Dummheit, Trägheit und globalisierten Egoismus kämpfen Götter selbst vergebens.” Die letzte Ausgabe der VgT-Nachrichten wurde mit einem Unterschriftenbogen in alle Haushaltungen der deutschen Schweiz verteilt (Auflage 2.6 Millionen). Das hat bei weitem nicht die nötigen 100’000 Unterschriften gebracht. Nach dem enttäuschenden Misserfolg mit dieser Grossauflage, welche die Finanzreserven des VgT extrem belastet hat, startete VgT-Mitglied Christian Riesen, Inhaber der Meetpoint-Medien in Solothurn, eine Aktion zur Rettung der Initiative gestartet. Nicht einmal eine Handvoll VgT-Mitglieder beteiligten sich bisher daran.

Auf der Titelseite der letzten Ausgabe der VgT-Nachrichten wurde aufgerufen, die VgT-Initiative gegen das betäubungslose Schächten zu unterschreiben. Dazu war ein Unterschriftenbogen eingelegt. Weil es unangenehm und appetitverderbend ist, die schreckliche Realität anzusehen, landen offensichtlich viele der VgT-Nachrichten ungelesen im Altpapier. Einige Leser dachten, die Initiative sei nicht mehr aktuell, weil in den Zeitungen stand, der Bundesrat habe auf die Aufhebung des Schächtverbotes verzichtet, das Schächten sei darum kein Thema mehr. Wenn lieber geglaubt wird, was in den regimehörigen Zeitungen steht, dann ist die Arbeit des VgT am Ende. Auf der Internetwebsite des VgT (www.vgt.ch) wurde die ganze Zeit, täglich aktualisiert, über die Initiative und die Machenschaften des Bundesrates und der konservativen Tierschutzorganisationen berichtet. Aber eben: Gegen Dummheit und Trägheit kämpfen Götter selbst vergebens...

Die vom Bundesrat geplante Aufhebung des Schächtverbotes für Säugetiere konnte zwar abgewendet werden, nicht jedoch das in der Schweiz erlaubte Schächten von Hühnern sowie der Import von Schächtfleisch. Bei freiem Import von Schächtfleisch nützt das Schächtverbot in der Schweiz den Tieren nichts. Ihr Leiden wird nicht dadurch kleiner, dass sie jenseits der Grenze geschächtet werden. Für die jüdischen Metzgereien in der Schweiz werden die Rinder, Kälber und Schafe in einem Schlachthof in St Louis, Frankreich, nicht weit von der Schweizer Grenze geschächtet. Mit dem Segen des scheinheiligen, doppelzüngigen "Schweizer Tierschutzes STS" erlaubt der Bundesrat den Import von Schächtfleisch weiterhin, neuerdings sogar noch gegenüber normalem Fleisch privilegiert. Gemäss einer Presseveröffentlichung hat der STS erklärt, dass das in seiner Initiative für einen zeitgemässen Tierschutz enthaltene Importverbot für Tierquälerprodukte für Schächtfleisch nicht gelte. STS-Präsident Lienhard hat gegenüber VgT-Präsident Erwin Kessler persönlich erklärt, das sei halt "Realpolitik".

In der Geflügelschlächterei Frei in Emmen, Kanton Luzern, werden jede Woche Hühner nach jüdischer Vorschrift geschächtet, das heisst, es wird ihnen ohne Betäubung der Hals aufgeschnitten. STS-Geschäftsführer Dr H-U Huber meinte dazu, damit könne er leben.

Die VgT-Initiative gegen das betäubungslose Schächten hatte folgenden Wortlaut:

Art 80 der Bundesverfassung wird wie folgt ergänzt:

4  Für das Schlachten von Tieren gilt:

a. Säugetiere und Geflügel sind vor dem Blutentzug zu betäuben, derart, dass sofortige, bis zum Tod anhaltende Empfindungslosigkeit eintritt;

b. Der Import, der Vertrieb und der Konsum von Fleisch solcher Tiere, die nicht nach einer gleichwertigen Vorschrift wie in Buchstabe a betäubt worden sind, sind verboten.

5  Für den Vollzug von Absatz 4 ist der Bund zuständig. Er kann einzelne Aufgaben an die Kantone delegieren.

Für den Fall, dass die Initiative zustandegekommen wäre, hatten die Schächtjuden bereits vorgesorgt, indem sie "Rechtsexperten" vorschoben, die behaupten, das Schächten unterstehe der Religionsfreiheit, die Initiative müsse deshalb vom Parlament als ungültig erklärt werden (www.vgt.ch/news/020514.htm). Die Diskussion um die Aufhebung des Schächtverbotes hat deutlich gezeigt, dass diese unsinnige Tierquälerei in den Augen der schweizerischen Öffentlichkeit nichts mit Religiosität zu tun hat (www.vgt.ch/Pressestimmen_zum_Schaechten/ index.htm). Rechtlich gesehen findet jedes Grundrecht, auch die Religionsfreiheit, dort seine Grenzen, wo durch abartiges, provozierendes Verhalten die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet wird. Mit dem sturen Festhalten am betäubungslosen Schächten fügt die kleine Minderheit der Schächtjuden einer grossen nichtjüdischen Mehrheit in rücksichtslosester Weise Seelenschmerzen zu, provoziert Antisemitismus und entsprechende Unruhen. Für vorsätzliche, schwere und systematische Tierquälerei ist in der Schweiz kein Platz, auch wenn diese unter dem Deckmantel einer "Religion" ausgeübt wird. Auch das im jüdischen Talmud verankerte Steinigen von Ehebrecherinnen wird zu Recht nicht mehr geduldet.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes hat klargestellt (www.vgt.ch/news_bis2001/000708.htm), dass die Religionsfreiheit jedenfalls ein absolutes Recht auf das Schächten nicht beinhaltet. Der Gerichtshof wies deshalb die Beschwerde einer orthodoxen jüdischen Gemeinde ab, der die französische Regierung keine Bewilligung zum Schächten erteilt hatte. Ob die völlige Unterbindung der Versorgung mit Schächtfleisch zB durch ein Importverbot eine unverhältnismässige Einschränkung der Religionsfreiheit bedeute, ist in diesem Urteil nicht geprüft worden.

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Mehr zur Initiative und wie Unterschriftenbögen bezogen werden können: VgT-Informationen zur Initiative

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Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.  Thomas Edison

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Leserbrief zum Schächten:

Doppelmoral des Bundesrates

Der pensionierte St Galler Professor Hangartner schreibt in einem Artikel "Schächtverbot und Grundrechte" in der NZZ, dass das Schächten eine Grundlage im religiösen Verbot des Blutgenusses hat. Da kann ich den Schächtjuden nur anraten, schleunigst Vegetarier zu werden, da es einfach unmöglich ist, einem geschlachteten Tier jegliches Blut zu entziehen. Auch bei einem geschächteten Tier findet man bei der histologischen Untersuchung des Fleisches unter dem Mikroskop noch Millionen Erythrocyten im Muskelfleisch. Aber eben, der Talmud wurde ja nicht von Wissenschaftlern geschrieben. Gottseidank hat der Bundesrat noch rechtzeitig eingesehen, dass er das Schächtverbot beibehalten muss. Warum er aber den Import von Schächtfleisch zulässt, entbehrt jeglicher Logik und lässt sich nur mit einer gewissen Doppelmoral erklären. Entweder man ist für oder gegen das Schächten. Ergo: Wenn man gegen das Schächten ist, so sollte man schleunigst die VgT-Initiative gegen das betäubungslose Schächten unterschreiben, meine ich. Ein Importverbot von Schächtfleisch verletzt meiner Meinung nach absolut keine Grundrechte und ist auch nicht verfassungswidrig. Noch sind wir ein eigenständiger Staat, auch wenn wir gewisse wirtschaftliche Abkommen unterzeichnet haben.
Dr.med.vet. Ch. Kruszynski

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Bundesrat Couchepin wollte das Schächtverbot aufheben: Kann er mit der Schäfchenzühlmethode trotzdem einschlafen?
[Nebelspalter]


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