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Postzensur der VgT-Journale

"In der Schweiz gibt es keine Zensur, aber sie funktioniert!" Kurt Tucholsky

Die Schweizerische Post hat sich - ohne jede Vorwarnung - geweigert, die letzte Ausgabe der VgT-Nachrichten und der ACUSA-News (franzsischsprachiges Journal der Westschweizer VgT-Sektion ACUSA - Association Contre les Usines d’Animaux) zur Austragung anzunehmen. Nicht vom Boykott betroffen waren die in adressierten Couverts verpackten Journale an die Abonnenten. Verweigert wurden die unadressierten Massensendungen in einer Gesamtauflage von rund einer Million. Damit schloss sich die Post dem bereits bestehenden Boykott durch die privaten Verteiler-Organisationen an, mit der Begrndung, der VgT kritisiere zu viele Tierhalter namentlich - eine sehr merkwrdige, fadenscheinige Begrndung, die klar zeigt, dass die Post unter massivem Druck gewisser Kreise stehen muss, die es in den letzten paar Jahren auch geschafft haben, unsere Landesregierung und Banken wie Marionetten nach ihren Interessen tanzen zu lassen. Deutlicher drfen wir zu diesem Thema nicht werden, sonst droht Gefngnis. Das fr gewisse Gruppen sehr praktische Anti-Rassismus-Gesetz macht's mglich.

Dank tatkrftiger Untersttzung vieler Mitglieder konnte ein grosser Teil der Auflage in der ganzen Schweiz verteilt werden. Schliesslich konnten zwei private Verteilorganisationen gefunden werden, welche den Boykott der Grossen benutzten, um neu ins Direkt-Werbungs-Geschft einzusteigen bzw ihr bisher lokales Einsatzgebiet auszudehnen. Damit ist das weitere Erscheinen der VgT-Journale wieder sichergestellt.

Der frher kritische BEOBACHTER fand die Post-Zensur vllig in Ordnung und bentzte dieses Ereignis dazu, wieder einmal ber den VgT herzufallen.  Als dann der VgT mit viel Glck doch noch eine Verteilfirma fr die Stadt Zrich fand, warf der BEOBACHTER dem VgT vor, mit dubiosen Firmen zusammenzuarbeiten, genau wissend, dass der VgT gar keine Wahl hatte. Im brigen ist diese Firma nicht dubios, jedenfalls weniger dubios als eine Staats-Post, welche die Befrderung von Zeitungen verweigert, mit einer Begrndung, die zum Himmel stinkt, als ob nicht jede Zeitung und Zeitschrift irgendwelche Personen aus irgendwelchen Grnden namentlich kritisiere, zB auch der zu einem primitiven Revolverblatt gewordene BEOBACHTER. Warum wird dieser von der Post nicht zensuriert? Weil er eine konstant judenfreundliche Linie verfolgt und Journalisten beschftigt, die berall Antisemitismus anprangern, wo jdischen Kreisen etwas nicht passt?
Die von der Post zensierten Journale sind im Internet verffentlich: www.vgt.ch/vn/0001/index.htm, www.vgt.ch/vn/0001A/index.htm, www.acusa.ch

Wir haben gegen die Post Klage eingereicht wegen Verletzung des Postgesetzes und der Meinungsusserungsfreiheit, allerdings angesichts der stndigen Justizwillkr gegen den VgT (www.vgt.ch/justizwillkuer/index.htm) nicht mit allzu grosser Hoffnung. Wir werden die Leser der VgT-Nachrichten ber das Verfahren auf dem Laufenden halten. Die grossen Medien werden darber ja wohl wieder nicht oder nur vllig einseitig berichten. Der Tages-Anzeiger, welcher den VgT seit Jahren boykottiert, hat sogar die Post-Zensur vllig unterdrckt - in einem freiheitlichen Rechtsstaat offenbar kein erwhnenswertes Ereignis!

Trari trara, das Post-Defizit ist da!
von Erwin Kessler, Prsident VgT

Zur neuen Organisation der halbprivatisierten Post gehrt es offenbar, dass die Verkaufsregionen (frher Postkreisdirektionen) nicht darber informiert werden, was die Direktion in Bern inszeniert. Oder passiert das nur in peinlichen Fllen wie bei der Postzensur gegen den VgT? Die Verkaufsregion Thurgau hat einen Beschwerdebrief eines VgT-Mitgliedes wegen der Postzensur erhalten. Darber nichts wissend hat sie das Postamt Tuttwil, das sie wegen seiner "Kundennhe" als besonders geeignet erachtete, beauftragt, beim VgT nachzufragen, warum dieser von der Post boykottiert werde. Leider musste ich namens des VgT erklren, dass mir das die Post auch nie offiziell mitgeteilt habe. Es wurde lediglich dem Spediteur der VgT-Journale mitgeteilt, dass auf Weisung aus Bern die Annahme verweigert werde. Nur aus der Zeitung erfuhren wir als betroffener Kunde die Grnde: In den "VgT-Nachrichten" wrden zu viele Tierhalter namentlich kritisiert.

Jetzt schon mssen wir Steuerzahler das Defizit der Post tragen. Das wird sich kaum bessern, wenn die Post in ihrem halbprivaten bermut aus politischen Grnden auf Grossauftrge verzichtet. Da sich die Post ja wohl keine Ungleichbehandlung der Brger zuschulden kommen lassen will, wird sie demnchst keinerlei Zeitungen und Zeitschriften mehr spedieren, in denen Personen namentlich kritisiert werden. Da davon die gesamte Schweizer Presse betroffen sein wird, drfte sich das Defizit drastisch vergrssern. Statt der Post ist dann nur noch das Defizit da, trari trara!


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VN2000-2 ,  April 2000
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