Der VgT empfiehlt: Wenn schon Fleisch - dann "Bio-Weide-Beef"

Letzmals aktualisiert am 17. Juni 2000

Der VgT empfiehlt:
Wenn schon Fleisch, dann "Bio-Weide-Beef"

Bio-Weide-Beef-Rinder im Winter-Stall

Der VgT hat vor Jahren aufgehört, Labels für tierische Produkte aus angeblich tierfreundlicher Haltung zu empfehlen. Immer wieder tierquälerische Kompromisse, ungenügende Kontrollen oder täuschende Werbung bei allen Labels haben dazu geführt, dass der VgT grundsätzlich nur noch vegetarische Ernährung empfiehlt. Anfragen, ob man diesem und jenem Label vertrauen könne ("mein Mann will halt nicht ganz auf Fleisch verzichten") haben wir bisher mit dem Hinweis beantwortet, dass Fleisch kein Nahrungsmittel ist, sondern ein ungesundes Genussmittel und dass der VgT keinerlei Tierquälerei für ein unnötiges Genussmittel akzeptiert. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Trotzdem hat der VgT-Vorstand beschlossen:
Konsumenten, die nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen, diesem Genuss aber mit grösstmöglicher Verantwortung huldigen wollen, erhalten vom VgT folgendes Merkblatt:

Das Label-Fleisch "Bio-Weide-Beef" kommt unserer Vorstellung von artgerechter Nutztierhaltung sehr nahe. Neben der Weidehaltung ist besonders positiv, dass Überschuss-Kälber aus der Milchproduktion verwendet werden und nicht wie bei "Natura-Beef" zusätzliche Tiere allein zur Fleischproduktion gezüchtet werden. Europaweit gibt es zuviele Kälber aus der Milchproduktion, weshalb immer mehr neugeborene Kälber in die Kadaververwertug "entsorgt" werden. Die EU bezahlt sogar Prämien für die (äusserst grausame!) Massenvernichtung neugeborener Kälber, die zuerst noch lange in Europa herumgekarrt werden. Dies ist mit ein Grund, warum auch Milch und Milchprodukte nicht bedenkenlos konsumiert werden können. Der VgT empfiehlt schon lange Pflanzenmargarine statt Butter und grösstmögliche Zurückhaltung auch mit Bio-Milch und -Käse! Mit den Abfällen aus der Käse-Produktion werden KZ-artige Schweinemästereien betrieben, wie VgT-Recherchen bei Appenzeller-Käserei belegen (VgT-Nachrichten VN00-1).

Der VgT appelliert an die Konsumenten: Wenn schon Fleisch, dann nur Schweizer Rind- oder Schaffleisch, am besten "Bio-Weide-Beef" vom Migros. Konsequent vermieden werden sollten: Schweinefleisch, Geflügelfleisch, Eier, Fisch und exotische Tieren.

Rinder und Schafe können von allen Nutztieren am einfachsten artgerecht gehalten werden. Deshalb geht es diesen Tieren in der Schweiz mehrheitlich besser als anderen Nutztierarten. Das soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in der Kuh- und Rinderhaltung schlimme Zustände verbreitet und beim Tierschutz-Nichtvollzug in vielen Kantonen geduldet werden: Kühe dauernd an der Kette unter elektrischen Kuhtrainern, Kälber in Einzelhaltung, Mastrinder total verdreckt in engen Verschlägen auf Vollspaltenböden ohne Auslauf und ohne Einstreu. Dazu kommen oft grausame Tiertransporte, brutales Enthornen und Kastrieren männlicher Tiere. Grosse Mengen solchen Quälfleisches werden zunehmend import, oft mit irreführenden Bezeichnungen getarnt (zB "Bündnerfleisch" von brasilianischen Rindern, "Schweizer Poulets" aus China - gegen solche Konsumententäuschungen sind wir in diesem Unrechtsstaat absolut machtlos). Schon diese kurze Aufzählung von Massenverbrechen am Rindvieh legt einmal mehr eine vegetarische Ernährung nahe, welche unwahre Herkunfts- und Haltungsgarantien am einfachsten schachmatt setzt. Kastration ist leider auch bei "Bio-Weide-Beef" üblich, ebenso das Enthornen der Kälber und die künstliche Besamung. Der VgT bleibt deshalb grundsätzlich bei seiner Empfehlung. Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zu liebe! Die Einhaltung der "Bio-Weide-Beef"- Tierhaltungsvorschriften werden vom VgT nicht überprüft; es werden auch keine Vermarktungskontrollen durchgeführt. "Bio-Weide-Beef" ist ausschliesslich im Migros erhältlich.

Der Vorstand des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz VgT

 

Bio Weide Beef wird zur Zeit (August 2003) in allen Bedienungsmetzgereien im Offenverkauf bei der Migros Ostschweiz angeboten. Die Migros Zürich hat in einer ersten Filiale mit dem Angebot begonnen und die Migros Neuenburg in 7 Filialen.


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