16. November 1999

Nadja Kuhn hat in der Konditor-Confiseur-Klasse an der Gewerblich-industriellen Berufsschule Winterthur eine Abschlussarbeit (Selbständige Vertiefungsarbeit) über Vegetarismus geschrieben. Wir möchten dieser engagierten jungen Frau hiermit die Gelegenheit geben, ihre Arbeit im Internet (leicht gekürzt) zu veröffentlichen. Einige Darstellungen treffen auf die Schweiz nicht zu, was aber auch nicht behauptet wird. Da der Schweizer Markt zunehmend mit importierten tierischen Produkten überschwemmt wird (der Schweizer Tierschutz STS und der Schweizerische Bauernverband haben den Beitritt zum internationalen Freihandelsabkommen, welches Tierquälerprodukten keine Grenzen mehr setzt, befürwortet!), ist ein globaler Blickwinkel aus der Sicht des Konsumenten richtig. Die Kürzungen sind von der Web-Redaktion vorgenommen worden.

 

nadja1.jpg (6267 Byte)  nadja2.jpg (13602 Byte)

Mensch und Umwelt

Vegetarismus

von Nadja Kuhn

nadja3.jpg (8847 Byte)  nadja4.jpg (8879 Byte)   gefl-hoeri22.jpg (36261 Byte) 

1 Einleitung

Als wir in der Klasse das Oberthema "Mensch und Umwelt" für unsere Projektarbeit auswählten, sprudelte es bei mir mit Ideen nur so heraus. Ich beschränkte mich auf die Themen: Gesundheit, Vorbilder, Vegetarismus und Religionen, davon entschied ich mich dann für Vorbilder, in der Absicht, eine Arbeit über Albert Schweitzer zu schreiben. Ich freute mich schon riesig auf die bevorstehende Arbeit mit dem interessanten Inhalt. Ich fing an, mich über Bücher, Filme und mögliche Interview- Personen zu informieren. Als ich jedoch mit meinem Mind Map über Albert Schweitzer zu Frau Zopfi kam, riet sie mir von dieser Person ab. Sie befürchtete, dass eine solche Arbeit eher auf eine Abschreibübung hinausliefe als auf eine Erfahrungs- uns Erlebnisarbeit. Das Problem liegt darin, dass mein Vorbild schon länger tot ist. Sie schlug mir vor, ein neues Vorbild oder Thema zu wählen. Auf ein anderes Vorbild wollte ich schon gar nicht eingehen. Die Absage frustrierte mich sehr, und ich hatte Mühe, mich auf etwas Neues einzulassen, denn ich hatte mich schon zu sehr auf die andere Arbeit eingestellt.

Schlussendlich entschied ich mich dann für Vegetarismus. Das ist etwas, dass mich schon seit Jahren beschäftigt. Ich bin selbst schon seit vier Jahren Vegetarierin, weiß jedoch nur sehr wenig über die geschichtlichen Hintergründe, über Lebensweisen von Vegetariern etc.

Mehrere Gründe haben zu meiner Entscheidung, Vegetarierin zu werden, beigetragen. Angefangen hat es damit, dass ich zufällig bei einem Besuch im Fernseher "Tierreport" sah. "Tierreport" ist eine Sendung, welche über den Missbrauch von Tieren berichtet und aufklärt. Danach fand darüber eine Diskussionsrunde mit Tierschützern und Tierhaltern statt. In dieser Sendung wurden schreckliche Bilder über das Mästen und Quälen der Tiere gezeigt. In Alpträumen kamen mir diese Bilder wieder zum Vorschein. Eine Woche später ging ich, schon seit längerem organisiert, in eine Metzgerei zum Schnuppern. Dort erlebte ich in meiner neuen Arbeit, wie tote Rinder und Schweine verarbeitet wurden. Öfters hatte ich dort Kuhzungen in Würfel zu schneiden, deren Speichel sich so eklig glitschig anfühlte. Es fehlte mir nicht mehr viel, auf Fleisch zu verzichten, obwohl ich es sehr gerne hatte. Dazu kommt, dass ich Tiere seit jeher über alles liebe. Als nun meine beste Freundin und Nachbarin mir ständig ins Ohr flötete, ich solle endlich aufhören von diesen Tierleichen zu essen, entschied ich mich dazu. Das war also im August 1995.

Unterdessen sind meine Eltern (meine Mutter ernährt sich nur von Früchten und Gemüsen), meine beiden Schwestern, die Freundin meiner kleinen Schwester und deren Vater Vegetarier. Ich hoffe, dass sich dieser Kette immer mehr Menschen anschließen und sich für diese Lebensweise entscheiden.

Mit dieser Arbeit habe ich vor, vieles über Vegetarismus zu erfahren und zu verstehen. Nicht weniger möchte ich, dass der Inhalt dieser Arbeit Leute beschäftigt, die sich bis jetzt noch viel zu wenig Gedanken über diese Lebensweise und -haltung gemacht haben.

 

2 Definition

Vegetarismus ist die Lehre davon, dass der Mensch aus ethischen und biologischen Gründen ausschließlich zum Pflanzenesser bestimmt ist. Sein stärkstes Motiv ist die Überzeugung, dass möglichst kein Tier für die menschliche Existenz getötet oder geschädigt werden soll.

2.2 Unterteilung von Gruppierungen

2.2.1 Ovo-lacto-pisce-VegetarierInnen

Sie ernähren sich ohne Fleisch, aber mit Fischen.

2.2.2 Ovo-Lacto-VegetarierInnen

Diese Gruppe Vegetarier leben ohne Fleisch, Fische und Geflügel. Sie nehmen aber tierische Produkte wie Eier, Milch und Milchprodukte zu sich. Diese Art der Ernährung entspricht dem klassischen Vegetarismus und wird von der Mehrheit der VegetarierInnen angewendet.

2.2.3 Ovo-VegetarierInnen

Ovo-VegetarierInnen essen weder Fleisch noch Fische, noch Milchprodukte.

2.2.4 Lacto-VegetarierInnen

Diese Gruppe verzichtet zusätzlich zu Fleisch und Fischen auch auf Eier.

2.2.5 VeganerInnen

VeganerInnen lehnen alle tierischen Produkte ab und damit ebenfalls auch Wolle, Federbetten, Leder, Pelze und so weiter.

Anmerkung der Redaktion:

Gemäss Meyers Enzyklopädischem Lexikon heisst Vegetarismus:
Ernährungsweise, die ausschliesslich rein pflanzliche Kost gelten lässt und alle tierischen Produkte ablehnt (strenger Vegetarismus); eine gemässigtere Form ist der Lakto-Vegetarismus, der neben pflanzlicher Kost auch tierische Produkte wie Eier, Milch und Milcherzeugnisse zulässt.

In der ENCYCLOPÆDIA BRITANNICA heisst es unter "vegetarianism":
theory or practice of living solely upon vegetables, fruits, grains, and nuts, generally for ethical, ascetic, or nutritional reasons. Meat, fowl, and fish are excluded from all vegetarian diets, but some vegetarians use milk and milk products; those in the modern West usually eat eggs also, but most vegetarians in India exclude them, as did those in the classical Mediterranean lands. Vegetarians who exclude animal products altogether have taken the name vegans, and those who use milk products are sometimes called lactovegetarians. Among some agricultural peoples the eating of flesh has been infrequent except among the privileged classes; such people have rather misleadingly been called vegetarians.

Gemäss DUDEN-Fremdwörterbuch bedeutet "vegetarisch" "pflanzlich" und ein Vegetarier ist einer, der sich ausschliesslich oder vorwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln ernährt. Das entspricht der heute vorherrschende Bedeutung von Vegetarismus, der ich mich anschliesse.

Die neuen Wörter "vegan" und "Veganismus"  findet man in den Standard-Lexika noch nicht. Nach meiner Auffassung unterscheidet  sich der Veganismus vom strengen Vegetarismus darin, dass er über den auf die Ernährung beschränkten Vegetarismus hinaus geht und auch auf tierische Non-Food-Produkte verzichtet. Weil "vegetarisch" fälschlicherweise nicht nur im Sinne von streng-vegetarisch, sondern oft auch für lakto- und ovo-vegetarisch verwendet wird, verwendet man zur Klarstellung oft das Wort "vegan" für streng-vegetarische Lebensmittel. Da aus ethischer Sicht tierische Non-Food-Artikel aus tierquälerischer Produktion genauso abzulehnen sind wie Lebensmittel, ist der Veganismus die konsequenteste Lebensform, dies vorallem auch deshalb, weil es bei tierischen Non-Food-Artikeln noch kaum eine Herkunfts-Deklaration nach Produktionsart gibt wie bei Lebesnmitteln (Bio-Freiland-Haltung).

Erwin Kessler

 

2.3 Namenbildung

Eigentlich gibt es schon seit jeher Vegetarier. Der Name Vegetarier wurde jedoch erst im Jahre 1842 von einer Vegetarischen Gesellschaft gebildet. Vegetarismus, das vom Wort Vegetarian abgeleitet ist, wurde nicht aus vegetable (Gemüse) gebildet, obwohl die beiden Wörter eine gemeinsame Wurzel haben. Das Wort vegetable ist ein Lehnwort aus dem Mittellateinischen, das im Mittelalter ins Englische übernommen wurde. Das Lateinische vegetabilis heißt wachstumsfähig und vegetare heißt wachsen.

Das Wort vegetarian kommt jedoch vom lateinischen vegetus, das "ganz, gesund, kräftig, frisch oder lebendig" bedeutet, zum Beispiel in dem alten lateinischen Ausdruck homo vegetus - ein körperlich und geistig starker Mensch.

 

 

3 Ernährung und Gesundheit

 

3.1 Der Mensch als Pflanzenesser

Anatomisch gesehen ist der Mensch ein Früchteesser (Frugivore).

Sein ganzer Körperbau ist darauf angelegt. Fleischesser (Carnivore) unterscheiden sich in vieler Hinsicht von Pflanzen- und Früchteessern. Alle vegetarisch-fressenden Tierarten haben eine ähnliche Anatomie wie die Früchteesser.

Der Mensch ist also von Natur aus ein Pflanzenesser. Dies zeigt sich auch daran, dass er getötete Tiere nicht roh essen kann. Er muss sie durch Trocknen, Kochen, Würzen und Braten zubereiten, bevor er überhaupt nur daran denken kann, sie zu verzehren. Auch isst er beinahe nur das Faserfleisch, also die Muskeln. Die mineralstoff- und proteinreichsten Teile der Tierleichen wie Blut, Mark, Knochen und Innereien, die von den natürlichen Fleischfressern mit Vorliebe zuerst verzehrt werden, verschmäht der Mensch größtenteils. Kein von der Natur aus zum Fleischfressen bestimmtes Wesen tut das.

Alle Wissenschafter sind sich einig, dass Adam und Eva, sowie ebenfalls unsere ursprünglichsten Vorfahren, die Affen, zu den Früchteessern gehörten.

Die ersten Menschen waren Sammler. Erst später, als sie in den Norden zogen, fingen sie an Fleisch zu essen. Es gab da nämlich viel weniger Früchte und Gemüse. Das Klima war kälter und sie begannen, Tiere zu braten. Dafür jedoch mussten sie mit einer viel kürzeren Lebensdauer bezahlen.

 

3.2 Vorurteil Eiweissmangel

Als Vegetarier wird man ziemlich bald einmal auf den Eiweissmangel angesprochen. Das sieht jedoch folgendermaßen aus: Praktisch alle Zivilisationskrankheiten werden nicht nur durch zu viel Fleischgenuss, sondern überhaupt durch zu viel Einnahme von tierischem Eiweiß hervorgerufen, z.B. auch von Milchprodukten, Eiern etc.

Alle Eiweiße tierischen und pflanzlichen Ursprungs setzen sich aus etwas mehr als zwanzig verschiedenen Aminosäuren zusammen. Acht davon kann der menschliche Organismus nicht selbst herstellen. Diese müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Diese acht sogenannten essentiellen Aminosäuren sind alle in Pflanzen enthalten, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Kombinieren wir verschiedene Pflanzen miteinander, z.B. Gemüse und Getreide, nehmen wir alle Bausteine für den Aufbau des körpereigenen Eiweißes zu uns. Milch und Milchprodukte enthalten alle acht Aminosäuren, bieten also vollwertiges Eiweiß. Das überschüssige Tiereiweiss jedoch lagert sich in den Blutgefäßen und im Zwischengewebe ab und verhindert so den Durchtritt der Vitalstoffe in die Organe, Muskeln, Knochen, Gelenke und Haut. Das tierische Eiweiß wird auch mit der starken Zunahme von Allergien und Hautkrankheiten, wie z.B. Neurodermitis in Verbindung gebracht.

Hier ein paar Produkte als Vergleiche. Der Eiweißgehalt ist in % angegeben.

Pflanzliche Produkte:        Tierische Produkte:        Menschliches Produkt:

Soja:                       83,0 %       Parmesan:           36,0 %        Muttermilch: 1,2 %

Hefeextrakt:            35,0 %        Emmentaler:       27,0 %

Erdnüsse geröstet: 26,0 %        Schweinefleisch: 21,0 %

Linsen:              25,0 %        Forelle, Huhn:  20,0 %

Erbsen:              23,4 %        Rindfleisch:  18,4 %

Leinsamen:     19,3 %        Eier, Cervelat:  12,8 %

Haselnüsse:     17,0 %        Kuhmilch:           3,4 %

Weizen:              13,0 %

Hafer, Roggen:     11,0 %

Die wichtigste Aufbauphase des menschlichen Körpers ist im ersten Lebensjahr. Da also braucht es auch am meisten Eiweiß. Anscheinend genügt dazu die Muttermilch mit nur 1,2 % Eiweiß-Gehalt. Warum sollten wir also später solche grossen Mengen Eiweiß in unserem Körper benötigen?

Im Jahre 1620 wurde z.B. die Latroneninsel von Spanien entdeckt. Die Bewohner lebten dort nur von pflanzlicher Kost. Außer den Vögeln, welche nicht zu ihrer Ernährung gehörten, gab es keine anderen Wirbeltiere auf dieser Insel. Die Leute waren groß und erreichten ein Alter von 100 Jahren und mehr. Krankheiten waren kaum bekannt. Zudem erbrachten sie enorme körperliche Leistungen.

Bei einer längeren Studie ergab sich, dass durch den durchschnittlichen Verzehr von 75 g Eiweiß pro Tag der Körper über den Urin mehr Kalzium ausscheidet als er aus der Nahrung aufnimmt. Dies führt zu einer negativen Kalziumbilanz.

Jede weitere Untersuchung kam zum gleichen Ergebnis; "Je mehr Eiweiß unsere Nahrung enthält, umso mehr Kalzium verlieren wir, unabhängig davon, wieviel Kalzium wir essen." Auch tritt in jenen Bevölkerungen Osteoporose (Knochensubstanzverlust) umso häufiger auf, je größer die verzehrten Eiweissmengen sind (USA, Finnland, Schweden, England).

Versuche über Gesundheit und Ernährungsformen im Zusammenhang mit tierischen Produkten werden hauptsächlich in den USA gemacht. Die Schweiz ist noch nicht so weit.

 

4 Wirkungen des Fleischkonsumes

Für unsere Ernährung steht fest, dass Obst und Gemüse, im Gegensatz zum Fleisch, wirklich notwendig sind. Sie sind die wichtigsten Quellen für Vitamin C, E und Beta-Karotin (das unser Körper zu Vitamin A umwandelt), die den Kern einer Reihe lebenswichtiger Substanzen, der sogenannten Antioxidatien bilden. Diese Antioxidatien schützen vor vielen Krankheiten, z. B. auch vor Krebserkrankungen, denn sie machen die hochgiftigen Nebenprodukte des Stoffwechsels unschädlich.

Im Fleisch enthaltene Eiweiße sind für den menschlichen Körper nicht gänzlich abbaubar. Höchstens bis zu 70 % können davon abgebaut werden. Im Gegensatz dazu sind die andersgearteten Eiweiße in den Pflanzen für die menschliche Verdauung geeignet. Die nicht abgebauten Fleischeiweisse, ebenso wie die Cholesterinfette, lagern sich an den inneren Arterienwänden ab und verringern die Blutzirkulation im Körper. Dadurch muss das Herz viel mehr arbeiten, um das Blut durch die engen und verhärteten Blutbahnen zu pumpen. Dies führt zu erhöhtem Blutdruck und wird so zur Ursache von Herzbeschwerden, Herzinfarkten und ebenfalls auch zu vielen Alterskrankheiten wie z.B. die weitverbreitete Alzheimerkrankheit, Schlaganfälle etc.

Fleisch ist für 80 % aller Lebensmittelvergiftungen verantwortlich, Milchprodukte für fast die gesamten restlichen 20 %.

 

4.1 Kalziummangel

Unser Körper ist stets darum bemüht, den ph-Wert unseres Blutes möglichst neutral zu halten. Wenn aber unsere Ernährung zuviel säurebildende Nahrungsmittel enthält, greift unser Körper in seiner Weisheit die Kalziumvorräte unserer Knochen an, um mit Hilfe dieses basischen Mineralstoffs den ph-Wert unseres Blutes auszubalancieren. Fleisch, Fische und Eier sind die am stärksten säurebildenden Nahrungsmittel, die somit auch am meisten dafür verantwortlich sind, dass zum Ausgleich des ph-Wertes dem Knochengewebe Kalzium entzogen wird.

Zu den Nahrungsmitteln, deren Kalzium für unseren Organismus durch ein ungünstiges Verhältnis der Mineralstoffe zueinander am schlechtesten verwertbar sind, gehören: Leber, Geflügel, Rindfleisch, Schweinefleisch und Fisch, und zwar in dieser Reihenfolge. Kalzium in Gemüsen ist aufgrund größerer Differenzen zwischen den in diesen Lebensmitteln enthaltenen Kalzium- und Phosphormengen viel besser verwertbar.

 

4.2 Krebs

Eine Forschung der letzten 20 Jahre ergab, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Fleischessen und Darm-, Magen-, Bauchspeichel-, Prostata- und Brustkrebs besteht.

Die Fleischverdauung bewirkt im 9 Meter langen Dickdarm die Bildung stark krebserregender Substanzen (Toxine, Abfallprodukte der Fäulnisbakterien).

Je weniger Fett gegessen wird, desto mehr Hoffnung besteht, diese Krankheit besiegen zu können. Ebenso wird man umso länger überleben können, je weniger Fett man noch verzehrt.

Die Dickdarmkresbsrate ist umso höher, je höher der Fleischkonsum ist und je weniger Ballaststoffe in der Nahrung eines Menschen enthalten sind. Fleisch, Eier und die meisten Milchprodukte sind sehr fetthaltig und enthalten keinerlei Ballaststoffe.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs liegt bei Fleischessern bei 24 %, bei Vegetariern nur bei 8 %.

 

4.3 Herzkrankheiten

Eine Ernährungsweise, die viel gesättigte Fette enthält, erhöht den Cholesterinwert des Blutes und verursacht damit die Entstehung von Arteriosklerose (Verengung der Arterien) und führt somit zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Dem gegenüber verringert fettarme und weitestgehend cholesterinfreie Kost den Cholesteringehalt des Blutes und senkt dadurch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

In Regionen, in denen kaum Fleisch gegessen wird, gibt es kaum Herz- und Kreislauf-Krankheiten.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt liegt bei Fleischessern bei 50 %, bei Vegetariern bei 15 %.

Bei einem Versuch, den man in der USA durchführte, wurden die Blutcholesterinwerte durch verminderte Fett- und Cholesterinzufuhr in der Ernährung um 10 - 15 % gesenkt, dadurch verringerte sich die Zahl der Herzinfarkttodesfälle um 20 - 30 %.

Durch vegetarische Ernährung können vorbeugend 90 % unserer Thrombosen (Blutpfropfbildungen) und 97 % der Herzkranzgefässerkrankungen und Herzkrankheiten verhindert werden.

 

4.4 Andere Krankheiten

Der hohe Fleischkonsum ist die Ursache vieler Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Gicht, Fettleber, Arthritis, Salmonellen, Wasser in den Beinen, Rheuma, Kreislaufprobleme, Hämorrhoiden, Stoffwechselstörungen, Asthma, Nierensteine, Geschwüre, Multiple Sklerose und noch vielen mehr.

Diese Zivilisationskrankheiten sind die Folgen von Über- und Fehlernährung.

Viele Krankheiten, die als unheilbar gelten, sind also durch Vegetarismus zu besiegen.

 

 

5 Massentierhaltung

Wir haben eine sehr schizophrene Einstellung gegenüber den Tieren. Die einen, unsere Haustiere, lieben und verwöhnen wir sehr, hingegen die anderen, die Masttiere, werden von uns wie Ware behandelt und ohne jegliches Gefühl geschlachtet und gegessen.

Das Leben eines gefangengehaltenen Schlachttieres ist von Anfang bis zum Ende schöpfungswidrig. Es beginnt schon mit der konzentrationslagergleichen Aufzucht, der Kastration und der Hormonbehandlungen, über die Verfütterung künstlicher Nahrung zu Mästungszwecken bis hin zu den langen, schmerzvollen Transporten in extremer Angst und schließlich dem grausamen Ende im Schlachthof.

nadja5.jpg (8108 Byte)    nadja6.jpg (7943 Byte)

Schreiende Tiere werden durch Elektroschocks oder Bolzenschusswaffen betäubt. Mit Haken werden sie an den Hinterbeinen in die Luft gezogen und auf vollautomatischen Fliessbandanlagen durch Fabriken des Todes befördert.

In den letzten 30 Jahren ist der Fleischkonsum um das Doppelte gestiegen. Im Jahre 1994 machte der Fleischverzehr weltweit 194 Millionen Tonnen aus. Jedoch seit 4 - 5 Jahren ist der Fleischkonsum rückläufig. Grund dafür sind hauptsächlich Tierseuchen wie: Schweinebandwurm, Hühnerseuche, Rinderwahnsinn etc. Vorallem immer mehr Jugendliche ernähren sich vegetarisch.

In der Schweiz wird mit einem jährlichen Fleischverzehr von 91 kg pro Kopf gerechnet.

Jährlich sind das insgesamt 600`000 Tonnen Fleisch, welches umgerechnet über 40 Millionen Tieren entspricht. Davon sind 35`000`000 Hühner und andere Vögel, 3`000`000 Schweine,

1`500`000 Kaninchen und 800`000 Rinder.

Allein in den USA werden jährlich mehr Tiere (630 Millionen) für die Fleischerzeugung geschlachtet als die Welt Einwohner hat. Der typische Amerikaner isst bis zu seinem 72. Lebensjahr ca. 11 Kühe, 3 Lämmer und Schafe, 23 Schweine, 45 Truthähne, 1100 Hühner und 431 kg Fisch.

In den achtziger Jahren verzehrten die Westeuropäer und Nordamerikaner 33 % mehr Milchprodukte, 50 % mehr Rindfleisch und 280 % mehr Geflügel als von 1900 - 1910.

60 - 70 % der Tierkörper sind Schlachtabfälle, welche zu Kälberlab, Gelatine, tierischen Fetten usw. verarbeitet werden.

47 % der globalen Getreideproduktion, sowie 30 % der Milchprodukte werden an Schlachttiere verfüttert.

Um die riesigen Futtermengen, die für die Mast der Schlachttiere notwendig sind, zu erzeugen, werden jährlich etliche Millionen Tonnen Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) verbraucht, genug, um die Weltbevölkerung zu töten.

Alle Erzeugnisse dieser Betriebe enthalten zwangsläufig Rückstände von Pestiziden, Hormonen, Wachstumsstimulansien, Beruhigungsmitteln, Herbiziden, Antibiotika (davon jährlich 80 t), Insektiziden, Appetitanreger.

nadja7.jpg (10371 Byte)

Verglichen mit Tieren, die Grasland beweiden, verbrauchen eingesperrte Tiere einen höheren Anteil Nahrung, die wiederum auf fruchtbarem Ackerland angebaut wird. Unter den engen Haltungsbedingungen leiden sowohl Gesundheit und Vitalität der Tiere, als auch die Qualität der Produkte. Die Abhängigkeit von Drogen und Nahrungszusätzen zur Bekämpfung von Infektionen vermehrt die chemischen Rückstände in den Produkten und erhöht das Gesundheitsrisiko für die Verbraucher, da Bakterien sich gegenwärtig anhand der Häufigkeit von Lebensmittelvergiftungen zweifelsfrei nachweisen lassen.

 

5.1 Geflügel

nadja8.jpg (23302 Byte)

Jedes Jahr werden 300 Millionen Geflügeltiere geschlachtet. Pro Halle werden 20`000 Hühner gehalten. Hühner unter sich leben in einer Hierachie. Sie kann von bis zu 90 Hühnern eingehalten werden. Mit grösseren Mengen sind sie überfordert. So hacken sie wild aufeinander los. Um dies zu verhindern, werden ihnen die Schnäbel gestutzt. Nicht selten sind in Käfigen von 30 30 cm 4 - 5 Hühner eingesperrt. Den 1- 2 tägigen Küken werden die Fusskrallen abgeschnitten, um ein späteres verhaken in den Gittern zu verhindern.

nadja9.jpg (5896 Byte)

Die männlichen Küken werden nach dem Ausschlüpfen mit dem Fachausdruck: "Endprodukt-Küken" in Plastiktüten zum Ersticken gebracht oder in Trichter mit blitzschnell rotierenden Messern geworfen. In den USA sind es pro Tag ca. eine halbe Million Küken, die auf diese Art verenden.

Hühner, welche ein Alter von 15 - 20 Jahre erreichen würden, werden nach 6 - 8 Wochen Mast geschlachtet. Die Masthühner sind bereits nach 35 Tagen Mast zu schwach, um zu stehen. Sie haben dann jedoch noch weitere 22 Tage "Leben" vor sich. Eine Legehenne, welche pro Jahr 300 Eier legt, ist nach 15 - 24 Monaten Eierlieferung verbraucht und wird daher geschlachtet.

nadja10.jpg (9402 Byte)

Die Hühner werden vom ersten bis zum letzten Tag mit Nahrung voller Antibiotika gefüttert. Daher ist nicht verwunderlich, dass mehr als 90 % der Hühner von Tierhaltungunternehmen von Hühnerkrebs (Leukose) befallen sind.

30 Stunden vor der Schlachtung werden die Tiere nicht mehr gefüttert. Der Grund dafür ist, dass sich die Nahrung in den letzten 30 Stunden nicht mehr in Fleisch umwandeln kann. Würde man die Hühner noch weiter füttern, wäre dies ein reiner Geldverschleiss.

Im Schlachthaus werden die Hühner lebend ans Fließband gehängt, zumindest diejenigen, die den Transport überlebt haben. Das Fließband bewegt sich auf ein Wasserbad zu, in dem die Tiere betäubt werden sollen. Doch manches Tier ist noch wach, wenn es aus dem Bad kommt. Besonders den kleinen oder ausdauernden Tieren gelingt es oft, den Kopf aus dem Wasserbad zu halten. In einem kleinen Betrieb schneidet ein Arbeiter etwa 1`000 Kehlen pro Stunde durch, manchen Tieren bei vollem Bewusstsein. Wenn der Schlachter ein Tier übersieht, gerät es lebendig ins Brühbad und die nachfolgende Maschinerie. In moderneren Schlachtbetrieben wird das Aufschneiden der Tierkehlen von einem elektrischen Messer besorgt. Immer mehr Tiere werden immer schneller geschlachtet. Tiere werden so stets mehr zur Ware. Nirgends wird das wohl so deutlich, wie in der Geflügelschlachtung, wo 50`000 Hühner und mehr an einem Tag in nur einem Betrieb sterben müssen.

 

5.2 Schweine

Schweine haben einen der höchsten gemessenen Intelligenzquotienten, höher als der IQ von Hunden.

Ein Mutterschwein, welches im Normalfall pro Jahr 6 Ferkel gebärt, hat in Massentierhaltungen um die 25 Ferkel zu gebären. Die säugenden Schweine werden mit Hilfe von Eisengittern fest- und völlig bewegungsunfähig gehalten.

landw-sch-flawil2.jpg (57818 Byte)  ml-s17.jpg (60387 Byte)

nadja11.jpg (9936 Byte)

Das Ammoniak zerfrißt förmlich die Lunge der Tiere. Sie werden dadurch teilnahmslos und wollen nicht mehr fressen. Die Folge davon sind Atemwegserkrankungen und Lungenentzündung.

 

5.3 Rinder

In Deutschland werden jährlich 5 Millionen Rinder geschlachtet.

nadja12.jpg (9352 Byte)

Ein Kalb, das bei der Geburt 50 kg wiegt, hat nach 3,5 Monaten Mast das Schlachtgewicht von 200 kg erreicht. Es wird gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt.

Die Rinder sind im Tiertransporter bis zu 40 Stunden ohne Wasser unterwegs.

Auch hier Bilder des Grauens: abgebrochene, blutende Hörner, gebrochene Beine oder Hüften, Schläge auf Augen und andere empfindliche Stellen, vor Durst und Angst halb wahnsinnige Tiere! Im Schlachthof werden die Rinder allzuoft falsch betäubt, da der Bolzenschuss genau angesetzt werden muss. So wird immer wieder drei oder viermal in den Kopf eines Rindes geschossen, bis endlich das Tier betäubt ist, eine grausame Qual!

 

5.4 Fische

Jährlich werden 44`000 t Fische verarbeitet. 40 - 50 % der weltweiten Fischfänge werden zur Mästung von Rinderherden oder industriell gehaltener Fische benutzt. Sie werden mit hoch konzentrierten Proteinkügelchen, die Antibiotika enthalten, gefüttert. Vor der Schlachtung werden die Fische dann mehrere Wochen lang ausgehungert, da das Ausnehmen ausgehungerter Fische einfacher und "sauberer" vonstatten geht. Die Sterblichkeitsrate der Fische liegt bei 20 %. Viele der Fische leiden an Hautgeschwüren und Tumoren.

Eine Farm mit einem Fassungsvermögen von 300 t lebenden Fischen produziert die gleiche Menge Abwasser wie eine Stadt mit 100`000 Einwohner. Diese Abwasser enthalten einen großen Teil der Chemikalien, mit denen versucht wird, die in den Farmen entstehenden Krankheiten unter Kontrolle zu halten.

 

5.5 Schächten

Das Schächten der Tiere wird von der jüdisch-orthodoxen und islamischen Ernährung bestimmt und verlangt. Das Schächten ist in der Schweiz verboten, deshalb werden geschächtete Tiere aus Frankreich importiert. In der Schweiz gibt es jedoch in Luzern eine Hühnerschlächterei, in der geschächtet wird. Ansonsten gibt es natürlich einige Privatpersonen, die illegal schächten.

schaecht2.jpg (25121 Byte)

Beim Schächten wird das Tier an einem Bein aufgehängt. Häufig hat das Tier schon ein gebrochenes Bein und verletzte Gelenke. Mit dem Kopf nach unten hängend wird dem Tier bei vollem Bewusstsein vom Schächter die Kehle aufgeschnitten. Die Tiere, welche noch bis zu 10 Minuten am Leben bleiben, verfallen meist in Hysterie. All diese Tiere sterben durch Ausblutung.

 

6 Umweltbelastung

6.1 Ausbeutung der Dritten Welt

Um ein Rind ein Jahr lang zu mästen, benötigt man eine halbe Hektare Land. Nach einem Jahr enthält man von diesem Tier ca. 300 kg essbares Fleisch. Hätte man während diesem Jahr auf derselben Fläche Getreide oder Kartoffeln angepflanzt, hätte man 3`000 kg bzw. 20`000 kg Lebensmittel gewonnen, also 10 Mal mehr Getreide und 65 Mal mehr Kartoffeln als Fleisch.

Insgesamt 64 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen werden für die Tierhaltung und Tierfuttererzeugung gebraucht.

47 % der globalen Getreideproduktion wird an Schlachttiere verfüttert. Täglich sterben 43`000 Kinder an Hunger. Interessant zu wissen ist, dass nur 2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche für Erzeugung von Obst und Gemüse gebraucht wird.

In der Dritten Welt stehen in vielen Ländern die landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht für die Versorgung der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung, weil darauf Futtermittel für die überseeische Viehproduktion angebaut werden. Das heißt also: Für unseren Fleischkonsum.

Würden allein die AmerikanerInnen ihren Fleischkonsum um nur 10 % verringern, würden dadurch 12 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr frei werden für die menschliche Ernährung. Diese allein schon würden reichen, um jeden der 60 Millionen Menschen, die alljährlich verhungern, angemessen zu ernähren.

Ein Steak à 225 g enthält soviel Pflanzenenergie, wie 40 Kinder für einen Tag bräuchten, um vor dem Hungertod bewahrt zu werden.

Jedes Jahr werden Fleisch, Milch und Milchprodukte überproduziert. 1986 waren es 650`000 t Rindfleisch und 1`300`000 t Butter. Diese Überproduktion muss subventioniert werden und kostet den Steuerzahler immense Beträge.

 

6.2 Zerstörung der Regenwälder

In den letzten Jahrzehnten ist der Regenwald von 16 Millionen Quadratkilometern weltweit um 50 % geschrumpft.

Jährlich werden 20`000 Quadratkilometer Regenwald (½ Fläche der Schweiz) gerodet. Die gerodeten Flächen sind nur zwei Jahre fruchtbar, wegen der intensiven Ausbeutung des Bodens.

nadja13.jpg (7320 Byte)

Regenwälder sind die primäre Quelle für Sauerstoff für den ganzen Planeten. Die Zerstörung wird daher für die ganze Menschheit Folgen haben (z.B. Flut und Dürrekatastrophen, Treibhauseffekt etc.).

Die internationalen Fleisch- und Hamburgerkonzerne benötigen 90 % des gerodeten Landes als Weidefläche für die Schlachttiere oder als Ackerland für riesige Futtermittelplantagen (Soja). Nur ein kleiner Teil des Regenwaldes geht an Papier- und Holzgeschäfte.

 

6.3 Treibhauseffekt

Durch das Abbrennen (Brandrodung) des Regenwaldes wird der Treibhauseffekt vorangetrieben. Das Kohlendioxid, das der Wald in langer Zeit gespeichert hat, wird frei.

Jedes Rind stößt durch die Atmung täglich 120 Liter Methangas aus. Zur Zeit leben 1,28 Milliarden auf der Erde. Diese stossen also jährlich 100 Millionen Tonnen Methangas aus.  Dieses Gas ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Wasserstoff, das als Faulgas in die Luft strömt. Es ist zu 18 % für den Treibhauseffekt verantwortlich.

Durch ein Rind erwärmt sich die Atmosphäre gleich stark wie durch zwei VW-Golf mit durchschnittlicher Fahrleistung.

 

6.4 Waldsterben, Saurer Regen

Das Waldsterben und der Saure Regen gehen nebst der Luftverschmutzung durch die Industrie (Schwefeldioxid) und die Autos (Stickstoffdioxid) auch auf die Verdunstung der ammoniakhaltigen Jauche zurück.

Ammoniak wird, nach der Umwandlung zu Salpetersäure, ein Teil des sauren Regens.

Gut 30 % des Waldsterbens geht auf die Massentierhaltung zurück. Es ist also nicht erstaunlich, dass die Waldsterberate sich besonders in Gebieten starker Massentierhaltungen als sehr hoch erweist.

nadja14.jpg (5212 Byte)    nadja15.jpg (9574 Byte)

Das Ammoniak der Jauche, welches verdunstet, fällt mit dem Regen auf Blätter und Nadeln der Bäume. Es wandelt sich in Säure um. Diese schädigt den Stoffwechsel und die Wurzeln. Die Zellen der Blätter und Nadeln werden nicht mehr richtig ernährt und die Bäume sterben ab.

Übrigens, auch über 50 % der Wasserverschmutzung in Europa ist auf die Massentierhaltung zurückzuführen.

 

 

7 Religion

Es kann sicherlich keine religiöse Handlung sein, Tiere grausam zu quälen, nur eines kulinarischen Genusses wegen.

 

7.1 Christentum

Die ursprünglichen Christen, die weiterhin strikte nach Jesu Geboten der Einfachheit und Enthaltsamkeit lebten, verzichteten auf Fleisch.

Der älteste Kirchenschriftsteller Tertullian teilte um das Jahr 200 die Christen in zwei Gruppen: Die wahren Christen, die sich des Fleisches enthalten, und die "Leiber ohne Seelen", welche Fleisch essen. In seinen Schriften behandelt er im urchristlichen Sinne praktische Fragen des Gemeindelebens. Diese Tradition des Urchristentums wird fortgeführt in Berichten und Lehren der großen Kirchenväter und Kirchenschriftsteller. Stellvertretend für sie alle ein Zitat des heiligen Hieronymus (347- 419), dem kenntnisreichsten und fruchtbarsten aller lateinischen Kirchenväter: "Der Genuss von Tierfleisch war bis zur Sintflut verboten; seit der Sintflut aber gibt man uns die Nerven und den stinkenden Saft des Fleisches unter die Zähne, gleich wie man dem murrenden Volk in der Wüste Wachteln vorwarf. Jesus Christus, der am Ende der Tage gekommen ist, hat das Ende an den Anfang zurückgeführt, so dass es uns heute nicht mehr gestattet ist, Fleisch zu essen."

Wie der Apostel Paulus sagt (Römer 14.21): Es ist besser, du äßest kein Fleisch und trinkest keinen Wein.

Im Jahre 325 n. Chr. wurden bei der Gründung der Kirchen viele Bücher verbrannt. Die Bibel wurde vom römischen Kaiser zusammengestellt. Er durfte herausstreichen was er wollte, dafür musste er die Christen in Ruhe lassen. Dies war ein Abkommen zwischen ihm und den Gläubigen. Der Papst selber war bei der Kirchengründung nicht dabei. Die Vatikanische Bibliothek ist jetzt noch eine Fundgrube, was die Bibel betrifft.

Im Mittelalter verkündete Thomas von Aquin (1225 - 1274) das Töten der Tiere sei erlaubt, da die Tiere keine Seele hätten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass er auch sagte, Frauen hätten keine Seele.

 

7.1.1 Ursprüngliche Anweisung Gottes

Und Gott sprach: "Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch soll sie zur Nahrung dienen." (Genesis 1.29).

Das fünfte der Zehn Gebote des Moses lautet: " Du sollst nicht töten!" Diese eindeutige Anweisung Gottes sollte einem ernsthaften Christen eigentlich schon genügen, um mit dem Tiertöten und dem Fleischessen aufzuhören.

Darüber hinaus sagt die Bibel: "Macht euch die Erde untertan", was gleichzeitig unsere Pflicht zu bewusstem Umgang und Verantwortung beinhaltet.

 

7.2 Judentum

Nicht nur die urchristlichen Kirchenväter der ersten Jahrhunderte nahmen strikte kein Fleisch zu sich, sondern auch viele jüdische Mönchsorden vor und während Jesu Lebzeit (z.B. Essener, Nazaräer). Für sie alle war Vegetarismus die Grundlage eines gottbewussten Lebens.

In den jüdischen Schriften und im Alten Testament ist es strikte verboten, "Fleisch mit Blut" zu essen. So konsumieren sie koscheres Fleisch von geschächteten Tieren, das heißt, sie schneiden den Tieren bei lebendigem Leibe die Kehle auf und lassen sie verbluten.

 

7.3 Islam

Im Sufismus, einem bekannten asketisch-mystischen Zweig des Islams, gilt die Abstinenz von Fleisch und Alkohol als Voraussetzung zur Verinnerlichung des Geistes und zur ekstatischen Gottesschau.

Der Prophet Mohammed ernährte sich vegetarisch.

 

7.4 Buddhismus

Buddha führte Gewaltlosigkeit und Vegetarismus als einen der fünf fundamentalen Schritte auf dem Weg zur Selbsterkenntnis ein. Auch Dalai Lama fügte sich dem an; er sieht keinen Grund, warum man Tiere schlachten und deren Fleisch essen soll, da man doch so viel anderes essen kann.

 

7.5 Hinduismus

Hinduismus ist der moderne Sammelbegriff für die zahlreichen aus Indien stammenden Philosophien und Glaubensströmungen. Sie hatten klare Anweisungen bezüglich des Fleischessens: Fleisch kann man sich nicht verschaffen, ohne anderen Lebewesen Gewalt anzutun. Deshalb soll man den Verzehr von Fleisch vermeiden. Es wird auch erwähnt: Bedenkt man die abscheuliche Herkunft von Fleisch und die Grausamkeit, welche die Gefangenschaft und das Schlachten verkörperter Wesen mit sich bringt, dann soll man sich des Fleischessens völlig enthalten.

 

 

8 Ethik

Haben wir das Recht, Tiere zu töten?!

Die Einstellung, die wir im Kindesalter gegenüber Tieren entwickeln, begleitet uns meist für den Rest des Lebens.

Mehr als 87 % der Gewaltverbrecher haben im Kindesalter Tiere verbrannt, erhängt oder erstochen. Auch wurde beobachtet, dass wir Mitmenschen gleich behandeln wie unsere Tiere.

Die Zeit der Bauernhöfe ist vorbei. Es gibt kaum mehr Auslauf in der heutigen mechanischen Welt der Schlachttierproduktionen, nur noch Fließbänder, Förderbänder und fluoreszierendes Licht. Es sind diese Fabriken, in denen diese stolzen und empfindsamen Kreaturen wie reine Ware behandelt werden. Ihre Wesenskreatur bleibt völlig unbeachtet, ohne jegliche Spur von Mitgefühl oder Güte angesichts der Tatsache, dass sie lebende und atmende Tiere sind.

In diesen Fabriken werden den Tieren systematisch alle Möglichkeiten der Äußerung ihrer natürlichen Bedürfnisse entzogen.

Die wenigsten von uns wären in der Lage, die alltäglichen  Szenen wie schreiende und zuckende Tiere in unseren  Schlachthäusern mitanzusehen. Noch weniger könnten wir beim Schlachtvorgang dabeisein. Oder könnten wir gar die Tiere selbst töten, die wir täglich essen? Wir können sie nur genießen, weil diese Brutalität im Verborgenen stattfindet.

Das Essen von Fleisch ist für den Menschen weder notwendig noch gesund, oder wirtschaftlich vertretbar. Woher also nehmen wir uns das Recht, andere Lebewesen auszubeuten und ihnen ein schreckerfülltes Ende zu bereiten, nur um Fleisch zu essen, mit der Begründung, dass es uns schmeckt und das wir Lust dazu haben? Und ist diese Lust wirklich so groß? Welchen Weg würdest du wählen: Den Gang durch einen duftenden Obst- und Gemüsegarten oder lieber den Gang durch ein Schlachthaus mit einem Geruch nach frischem Blut und Todesschreien der Tiere? Wohin zieht dich dein Instinkt?

Auch können wir das Fleisch, welches wir so gerne essen nicht roh genießen. Zuerst müssen wir es behandeln (trocknen, braten, kochen, würzen usw.) damit es schmeckt. Unser natürlicher Instinkt wird also irritiert, damit es essbar wird.

Sollten wir kein Mitgefühl für Schlachttiere empfinden, bloß weil sie in einer anderen Sinneswelt leben oder weil ihre Schreie uns nicht erreichen?

Würden wir uns alle ernsthafter um den Vorgang des Tötens dieser fühlenden, atmenden und pulsierenden Lebewesen kümmern, nur damit wir ein Kotelett verspeisen können, gäbe es viel mehr Vegetarier.

 

8.1 Bekannte Vegetarier

Adams Bryan, Leonardo da Vinci, Aristoteles, Leuenberger Moritz, Bircher- Benner, Lewis Carl, Benedikt, Madonna, Buddha, Mahatma Gandhi, Busch Willhelm, Mc Cartney Paul und Linda, Dalai Lama, Morgenstern Christian, Dimitri, Mutter Theresa, Drewermann Eugen, Newton Isaak, Edison Alva Thomas,Pfeiffer Michelle, Einstein Albert, Prinz Charles, Franz von Assisi, Platon, Redford Robert, Pythagoras, Hitler Adolf, Roberts Julia, Houston Whitney, Sokrates, Jackson Michael und Janet, Steiner Rudolf, Kennedy John F. Junior(nicht ganz Vegetarier), Streisand Barbara, Knie Marie- José und Geraldine, Vogel Alfred

Aus der Bibel:
christliche Apostel: Petrus, Matthäus, Johannes, Paulus
biblischer Prophet: Daniel
Jesu Bruder: Jakobus

 

9 Zusammenfassung

Das Arbeiten am Projekt machte mir Spaß. Ich lernte und erfuhr dadurch sehr viel Neues. Am Anfang hatte ich zwar Einstiegsschwierigkeiten. Zuerst fürchtete ich mich etwas vor dieser großen Arbeit und danach wußte ich nicht recht, welche Themen ich in mein Projekt einschließen wollte. Doch im Verlauf der Arbeit ergaben sich die verschiedenen Themen von selbst. Die Arbeit war so fesselnd interessant, dass ich gerne noch ein paar Seiten mehr geschrieben hätte. Es hätte noch dutzende Themen gegeben, welche ich gerne in mein Projekt hineingenommen hätte, doch für dieses große Umfeld fehlte der Platz. So musste ich mich dann auf das Wichtigste beschränken. Ich las einige Bücher. Mein Lieblingsbuch (John Robbins "Ernährung für ein neues Jahrtausend"), welches ich ziemlich am Anfang las, zog mich ganz stark in meine Arbeit hinein. Ich war zum Teil fanatisch in meine Arbeit vertieft. In den letzten Wochen arbeitete ich sehr intensiv an meinem Projekt. Jede freie Minute verwendete ich dafür. Kaum noch hatte ich Zeit für meine Hobbys. Jedoch ich machte es sehr gerne, auch wenn mich manchmal die ganze Sache auch zu sehr beschäftigte und verfolgte. Ich hatte ein sehr gefühlvolles Thema, noch viel mehr als ich es zuvor ahnte. Das Ganze beschäftigte mich sehr. Anfangs war ich wütend auf die Menschheit, welche sich so gefühllos und uneinsichtig gegenüber den Tieren und auch anderen Menschen benehmen.

Als ich mich eingehender mit der Massentierhaltung beschäftigte, brach ich in mir zusammen. Großes Mitleid überkam mich für die armen Tiere, welche diese Qualen und Prozeduren durchmachen müssen. Es kamen in mir jegliche Fragen hoch: Warum sind wir Menschen bloß so grausam? Wie weit muss es noch mit uns kommen? Können wir nicht weiter denken? Wohin führt das? Die ganze Sache nahm mich recht her. Ich litt zum Teil sehr darunter.

Es war gut, dass ich zwei Interviews machen konnte. Einerseits war es sehr speziell, mit Leuten vom Fach zu diskutieren. Sie antworteten mir auf meine Fragen und informierten mich noch weiter. Anderseits merkte ich, dass Vorurteile nicht immer richtig am Platz sind. So zum Beispiel hörte ich von Bekannten, dass Herr Kessler recht schlecht eingeschätzt wurde. Er sei extrem in seiner Meinung und auch zum Teil provozierend. Doch dem konnte ich mich nach dem Gespräch keinesfalls anschließen.

Interessant waren die Gespräche in dieser Zeit auch mit Arbeitskollegen, Bekannten und der Familie. Die unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen waren für mich zum Teil sehr beängstigend, andere ergänzend oder auch bestärkend. Früher hätte ich mich nie getraut, den Leuten zu erzählen, dass ich Vegetarierin bin, aus Angst, dass mich andere deshalb verachten oder dass sie mir Gegenargumente bringen. Ich wußte einfach zu wenig darüber, als dass ich mich hätte wehren können. Durch diese Arbeit eignete ich mir ein gutes Wissen an. Ich lernte mich dadurch auch verteidigen. Ich scheue mich nicht mehr davor, dass ich Vegetarierin bin, oder verstecke es gar. Viel mehr möchte ich von nun an die Lebenseinstellung anderer Leute gegenüber dem Fleischessen in Frage stellen.

Das Mästen und Quälen der Tiere, die Auswirkung auf unsere Gesundheit und auch die Umweltzerstörung sind verheerend. Warum nehmen wir alles in Kauf, nur weil Fleisch anscheinend schmeckt?

Für eine Woche versuchte ich mich veganisch zu ernähren. Ich verzichtete also nebst Fleisch auch auf Milch, Milchprodukte und Eier. Eigentlich wollte ich noch zwei Wochen anhängen, doch es hat mir vollkommen gereicht. Es war sehr schwer. Es gibt kaum Produkte, welche weder Milch noch Eier enthalten. Im Betrieb sah ich den ganzen Tag Nahrungsmittel, die ich nicht essen durfte. Mir selbst tat es jedoch gut, einmal in das Leben von Veganern hineinzuschauen. Ich werde kaum in nächster Zeit veganisch leben, doch ich werde versuchen immer mehr von der Abhängigkeit der Nutztiere abzukommen. Zum Beispiel kann ich auf Margarine umstellen und weniger Eier, Milch und Milchprodukte wie Käse und Joghurt konsumieren.

Ich bin froh, dass ich mich nochmals für ein neues Thema entscheiden musste, als ich eine Arbeit über Albert Schweitzer schreiben wollte. Auch die andere Arbeit hätte mich sehr interessiert, doch ich bin überzeugt davon, dass ich mit diesem Thema viel mehr für mein Leben gelernt habe und in die Zukunft mitnehmen kann. Es hat mich nicht nur weitergebildet, sondern auch gestärkt.

 

 

10 Protokoll

12. September 1999

Das habe ich gemacht:

Heute ist es mir gelungen, den inneren Widerstand zu durchbrechen und mit der Projektarbeit zu beginnen. Zum Glück habe ich ein sehr gutes Buch zum Thema gefunden. Es hat mir den Start erleichtert. Ein Interview habe ich auch bereits abgemacht, nämlich am 20. September mit Herrn Erwin Kessler, einem der größten Tierschützer unserer Zeit. Er ist ein Extremist auf diesem Gebiet.

So ist es mir ergangen:

Lange habe ich mich vor dem Start gedrückt. Ich habe Angst vor der großen Aufgabe und davor, dass ich wieder so viel Zeit für die Projektarbeit hingeben müsste wie letztes Jahr.

Ich konnte mich kaum noch ausruhen. Ich hatte in diesem Jahr sonst schon viel zu wenig Zeit. Obwohl ich mich sehr darauf freue, mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen, ist die Angst immer noch größer als die Motivation.

14. September 1999

Das habe ich gemacht:

Heute habe ich Schule gehabt. Priska hat mir ca. 30 Informationsblätter über Vegetarismus mitgebracht, welche sie für mich aus dem Internet ausgedruckt hat. Ich bin im Nebenzimmer am Computer arbeiten gegangen. Ich habe für mein Thema noch weitere Informationen aus dem Internet holen wollen. Da ich nicht gewußt habe, wie man ins Internet gelangt, ist Priska mitgekommen, um es mir zu erklären. Es hat nur drei Seiten gehabt, welche mir nützlich erschienen sind und die ich noch nicht von Priska erhalten habe. Diese habe ich ausgedruckt. Später habe ich versucht, mich in mein Thema zu vertiefen, was mir aber nur sehr schlecht gelungen ist.

Astrid und Yvonne haben ein Stück aus meinem Buch gelesen, das ich mitgenommen habe, um damit zu arbeiten.

So ist es mir ergangen:

Ich arbeite nicht sonderlich gerne in der Schule. Zu schnell werde ich von andern Schülern abgelenkt, die miteinander oder mit mir sprechen. Zu Hause, wenn ich an meinem Projekt arbeite, werde ich von nichts und niemandem irritiert. Heute bin ich jedoch begeistert davon gewesen, dass Astrid und Yvonne von sich aus ein Stück aus einem meiner Bücher gelesen haben. Die beiden sind über die Tierberichte sehr berührt und beeindruckt gewesen. Das tut mir jetzt noch gut.

17. September 1999

Das habe ich gemacht:

In den letzten beiden Tagen habe ich öfters in Büchern über mein Thema nachgelesen.   Die wichtigsten Informationen habe ich mir dabei auf ein Beiblatt notiert, ebenso die Fragen, die mir während des Durchstöberns der Bücher in den Sinn gekommen sind.

So ist es mir ergangen:

Es gibt viele interessante Dinge, die ich in letzter Zeit durch die Bücher in Erfahrung gebracht habe, jedoch nicht alles ist spurlos an mir vorbei vorbeigegangen.

Vorgestern bin ich durch die Berichte, die ich in einem Buch gelesen habe, so aufgebracht und wütend gewesen, dass ich am liebsten um mich geschlagen und geschrien hätte. Ich bin so wütend auf die Menschheit gewesen, welche das Gefühl hat, sie könne mit den Tieren alles machen, was sie wolle.

Als ich gestern einen Artikel über Massentierhaltung gelesen habe, habe ich nicht mehr weiter arbeiten können, ich habe nur noch geweint. Wie sehr hat mich die Vorstellung über die genauen Berichte verletzt, wie die Tiere gequält und geschlachtet werden. Wie kann man den Tieren nur ein solch großes Leid antun und dies auch noch verantworten?

Als ich am Abend nach dem Arbeiten nach Hause hätte gehen können, bin ich freiwillig im Betrieb geblieben um weiter zu arbeiten, zu sehr habe ich Angst davor gehabt, an meinem Projekt weiter zu arbeiten, noch mehr solche schreckliche Berichte lesen zu müssen und sie dann zu verarbeiten.

Wie gerne würde ich auf der Stelle meine Arbeit zur Seite legen. Doch je verletzender die Arbeit auch auf mich wirkt, desto wichtiger ist es, mein Projekt weiterzuführen, um noch andere Menschen über diese Missstände aufzuklären und um ihnen ebenfalls die Augen zu öffnen.

19. September 1999

Das habe ich gemacht:

Bei Familie Kaspar, meiner Wohn-Familie, kann ich für meine Projektarbeit den Computer benutzen. So schrieb ich am Vortag eine Seite auf dem Computer. Heute habe ich versucht, auf dem Computer, den ich jeweils am Wochenende zu Hause benutze, diese Seite abzurufen. Da er jedoch ein älteres Programm hat, ist mir dies nicht gelungen.

So ist es mir ergangen:

Wie mühsam! Genau wie bei der letzten Projektarbeit stehe ich wieder vor demselben Problem: Die beiden Computer arbeiten über zwei unterschiedliche Dateien und das, obwohl beide Computer unterdessen durch neuere Modelle ersetzt worden sind. So muss ich mich für einen der beiden Computer entscheiden. Da die Arbeitswoche bekanntlich länger dauert als das Wochenende, entschliesse ich mich für das Arbeiten unter der Woche auf dem Computer bei Familie Kaspar.

21. September 1999

Das habe ich gemacht:

Gestern hat das Interview mit Herr Kessler stattgefunden. Um 14.00 Uhr sind wir verabredet gewesen. Er hatte mir den Weg so gut erklärt, dass ich ihn auf Anhieb finden konnte. Das Gespräch hat bis 15.20 Uhr gedauert. Am Abend habe ich mich mit dem Computer angefreundet.

So ist es mir ergangen:

Das Interview mit Herr Kessler ist gut verlaufen. Durch die letzte Projektarbeit, bei der auch ein Interview verlangt wurde, habe ich die Nervosität verloren. Ich bin recht gelassen zum Gespräch gegangen. Herr Kessler hat mir viel erzählt. Zum Teil bin ich von seinen Aussagen sehr überrascht gewesen. Zum Beispiel hat er mir erklärt, dass er nichts gegen das Töten der Tiere habe, aber es störe ihn, wie die Tiere gehalten und gequält werden. Überrascht bin ich auch von seinem Geständnis, dass er zwar versucht, möglichst vegan zu leben, jedoch ab und zu Milchprodukte isst.

Veganer verzichten außer auf Fleisch und Fisch ebenfalls auf Eier, Milch und Milchprodukte, Leder, Wolle etc.

Ich hatte mich mit einem Fragebogen vorbereitet. Doch durch die Fragen, die ich gestellt habe, sind wir zum Teil recht davon abgekommen. Er hat mich auf ganz andere Sachen gebracht, welche noch viel wichtiger gewesen sind. Das Gespräch ist völlig ungezwungen gewesen. Ich bin sehr dankbar gewesen über das Interview, denn es hat mich um einiges weitergebracht. Es ist auch äußerst spannend gewesen, eine persönliche Meinung zu hören, im Gegensatz zum Lesen in den Büchern.

28. September 1999

Das habe ich gemacht:

Heute nachmittag haben wir für das Interview frei bekommen. Da jedoch mein zweiter Interviewpartner so weit weg wohnt, habe ich dieses Gespräch auf den Sonntag abgemacht.

Herr Pichler, welcher das Vegi-Büro in Sennwald vertritt, hatte mir angeboten, an einem Wochenende vorbeizukommen.

Der Gesprächstermin ist der 3. Oktober um 14.30 Uhr. Das ist gerade gut, denn so kann ich die lange Reise mit dem Konzert verbinden, welches ich am Sonntagabend in Herisau besuchen möchte. Eigentlich habe ich mir diesen Nachmittag für das Eingeben der Projektarbeit in den Computer frei gehalten. Zuerst sind jedoch noch viele andere Erledigungen wie Kochen, Duschen, Hausaufgaben etc. auf meinem Arbeitsplan gestanden. Mit den beiden Telefonanrufen, die ich noch bekommen habe, ist der Nachmittag vollkommen ausgefüllt gewesen.

Im Ganzen habe ich nur noch eine halbe Stunde an meinem Projekt gearbeitet.

So ist es mir ergangen:

Es hat mich echt gestresst, dass der Nachmittag, den ich für die Projektarbeit habe benützen wollten, vorüber ist, ohne dass ich mit ihr weitergekommen bin. Jetzt habe ich die Arbeit auf später verschieben müssen. Das hat mich frustriert.

1. Oktober 1999

Das habe ich gemacht:

Heute ist der wichtigste Tag, was meine Projektarbeit betrifft. Am 1. Oktober ist nämlich weltweiter Vegetarier-Tag. Meiner Arbeiterin, mit der ich mich sehr gut verstehe, habe ich beinahe mein ganzes Wissen über Vegetarismus weitergegeben. Sie hat mir gut zugehört und hat es aufgenommen, im Gegensatz zu meiner Unterstiftin. Mit ihr habe ich heute morgen über Vegetarismus gesprochen. Sie hat sich regelrecht gegen den Gedanken gesträubt, vegetarisch oder gar vegan zu leben.

Sie hat viele Nachteile aufgezählt, die das Leben als Vegetarier mit sich bringen, wobei ich alle mit Gegenargumenten habe entmachten können. Ich habe ihr dazu meine Ansicht zum Verzehr von Fleisch, die Wirkung auf Gesundheit, Umwelt und Tiere erklärt. Sie hat mir jedoch nur mit einem Ohr zugehört, wenn überhaupt. Beim Mittagessen sind wir zu fünft gewesen, alle haben vegetarisch gegessen. Das ist ein riesiger Aufsteller für mich gewesen. Ich muss jedoch dazu sagen, dass ein Teil davon Zufall gewesen ist.

In den letzten Tagen habe ich regelmäßig am Projekt gearbeitet. Ich habe mich hauptsächlich mit der Auswirkung vom Fleisch auf die Gesundheit befasst.

So ist es mir ergangen:

Das Erzählen im Betrieb hat mir gut getan. Dabei habe ich mein Gelerntes gleich weiter geben können, habe Meinungen austauschen und gleich lernen können, meine Meinung zu vertreten und zu verteidigen.

Über die Auswirkung des Fleischessens habe ich schon vieles gelesen. Äußerst spannend sind dabei die Studien, Statistiken und Vergleiche. Am Computer bin ich nur mühsam vorwärts gekommen, da der Computer noch immer nicht mein Freund ist und mir nicht gehorcht, so wie ich will.

5. Oktober 1999

Das habe ich gemacht:

Vorgestern habe ich zwischen 14.30 Uhr und 16.15 Uhr mein zweites Interview gehabt. Ich habe schon um 11.30 Uhr zu Hause wegfahren müssen, damit ich zur rechten Zeit in Sennwald gewesen bin. Sennwald ist zwar noch im Kanton St. Gallen, liegt jedoch im Gebiet des Rheintales. Mein Interviewpartner ist der Präsident der Schweizerischen Vereinigung des Vegetarismus und seit dem 8. August 1993 noch zusätzlich Leiter des Schweizerischen Vegi-Büros in Sennwald. Er hat ein hohes Fachwissen über Vegetarismus. Zu erwähnen ist noch, dass ich bereits das zweite Mal in Sennwald gewesen bin. Das erste Mal war ich kurz vor Beginn der Projektarbeit dort. Ich stellte mich damals bei Herrn Pichler vor, und lieh einige Bücher aus, welche er mir für meine Projektarbeit empfahl. Ich konnte die Bücher bis zum Interview bei mir behalten. Das wirkte sich optimal auf meine Arbeit aus.

Heute morgen bin ich das erste Mal nicht in die Schule gegangen, ich meldete mich in der Vorwoche ab. Ich bin jedoch um 7.30 Uhr aufgestanden, um den Morgen am Computer zu nutzen.

So ist es mir ergangen:

Ich muss zugeben, ich bin etwas enttäuscht über das Interview mit Herr Pichler. Obwohl Herr Pichler ein sehr breites Fachwissen besitzt und mir alle Fragen hat beantworten können, ist das Interview nicht so gut verlaufen wie dasjenige mit Herr Kessler.

Bei Herr Kessler ist es viel mehr zum Gespräch geworden. Er hat mir viel freier erzählt und ist ausführlicher geworden. Herr Pichler ist viel mehr ganz genau auf meine Fragen eingegangen. Ein richtiges Gespräch jedoch ist nicht zustande gekommen. Das habe ich sehr vermisst. Eigentlich stellte ich mir diese Interviews im Vorfeld genau anders vor.

Ich plante bewusst das Interview mit Herrn Kessler zuerst, weil ich mir vorstellte, dass er mich mit seinen extremen Ansichten eher verwirren würde, als dass er mir weiterhelfen könnte.  Darum organisierte ich das Interview mit Herr Pichler für nachher, damit er mir die Fragen, welche durch das Gespräch mit Herr Kessler aufkämen, beantworten könnte. Doch jetzt ist es gerade umgekehrt. Ich habe das Interview mit Herr Kessler viel mehr geschätzt und genossen. Sicherlich ist auch dieses mit Herr Pichler recht gut gewesen. Vielleicht ist es auch so, dass ich ein zweites Interview viel strenger und kritischer bewerte.

9. Oktober 1999

Das habe ich gemacht:

In den letzten Tagen habe ich mich beinahe in jeder freien Minute mit der Projektarbeit befasst. Da jetzt Schulferien sind, habe ich die Hausaufgaben für später eingeplant. Die Projektarbeit hat zur Zeit Vorrang. Bei der Arbeit habe ich noch weitere Bücher gelesen, habe mir zwei Filme über Vegetarismus angeschaut und habe einige meiner Berichte in den Computer eingegeben.

So ist es mir ergangen:

Ich bin froh gewesen, dass ich in dieser Woche so intensiv an meinem Projekt arbeiten habe können.  Es hat mich erleichtert und ich bin auch jedesmal dem Ende etwas näher gekommen.

Von Montag bis Samstag, also knapp eine Woche, habe ich einen Versuch gemacht, der sich auf meine Projektarbeit bezogen hat. Ich habe mich eine Woche veganisch ernährt. Ich habe also weder Fleisch, noch Fisch, noch tierische Produkte wie Milch, Milchprodukte und Eier gegessen. Es hat mich ziemliche Überwindung gekostet. In fast allen Nahrungsmitteln sind Eier oder Milch enthalten. Mit dem Kochen und Essen zu Hause habe ich nicht sehr Probleme gehabt, denn ich habe mich gut darauf einstellen können, jedoch im Betrieb habe ich den ganzen Tag mit Produkten gearbeitet, die ich nicht habe essen dürfen. Obwohl ich nicht sehr viel dazwischen esse beim Arbeiten, ist es mir dennoch sonderlich schwer gefallen, ganz davon abzulassen. Ich habe dadurch gemerkt, dass ich noch nicht soweit bin. Es ist jedoch ein guter Lernprozess für mich. Ich werde in nächster Zeit nicht veganisch leben, doch ich möchte versuchen, immer mehr auf tierische Produkte zu verzichten, weniger Milch, Eier und Milchprodukte wie Käse und Joghurt zu konsumieren. Ich kann z.B. auch von Butter auf Margarine hinüberwechseln. Jeder Schritt würde mich ein kleines Stück weiterbringen.

24. Oktober 1999

Das habe ich gemacht:

In den Herbstferien habe ich so viel wie möglich am Projekt gearbeitet. Es ist zum Teil sehr intensiv gewesen. Ich habe jetzt alle Texte eingegeben und die Bilder dazu ausgewählt. Zudem habe ich das Schlusswort und das Protokoll geschrieben.

So ist es mir ergangen:

Ich bin froh, dass sich langsam das Ende der Arbeit anzeigt. Zeitlich bin ich sehr gut dran. Ich arbeitete zum Teil so intensiv, dass sich jetzt kein Stress mehr anbahnt auf den Schluss hin. Ich nahm mir nach der letzten Projektarbeit vor, so zu arbeiten, dass ich am Schluss nicht mehr unter Zeitdruck komme. Dies ist mir dieses Mal gelungen. Es ist für mich jedoch fast ungemütlich, keinen Druck mehr zu verspüren. Es kommt mir dabei die Frage, ob ich meine Arbeit zu ungenau erledigt oder sogar irgend etwas vergessen habe.

7. November 1999

Das habe ich gemacht:

Ich habe fünf Kopien von meiner Arbeit gemacht. Die eine gebe ich Frau Zopfi zum Korrigieren, eine geht an Herrn Kessler, eine geht an Herrn Pichler, und eine geht an den "Vegetarischen Bund Deutschland" nach Hannover, mit welchem ich in der vergangenen Zeit wegen Prospekten und Informationsmaterialien Kontakt aufnahm. Die eine Kopie behalte ich für mich. Das Original erhält Frau Zopfi zur Besichtigung und Bewertung. Meine Arbeiten wird auch im Internet veröffentlicht.

So ist es mir ergangen:

Obwohl ich mich sehr gerne mit dem Thema auseinandergesetzt habe, bin ich jetzt dankbar dafür, dass ich das Projekt abschließen kann. Es hat sehr viel von meiner Zeit in Anspruch genommen. 

 

 

12 Interviews

 

12.1 Interview mit Herrn Kessler

20. 9. 1999 13.30 Uhr - 15.20 Uhr

Ernährten Sie sich in Ihrer Kindheit vegetarisch?

Nein, als Kind wurde mir das Fleisch von den Eltern regelrecht aufgezwungen.

Wie lange sind Sie nun schon Vegetarier?

Seit dem 20. Lebensjahr ass ich nur noch selten Fleisch, und wenn, dann nur Fleisch von gut gehaltenen Freilandtieren. Seit rund 5 Jahren versuche ich, so gut es geht, ganz auf tierische Produkte zu verzichten, also auch auf Milch- und Milchprodukte und Eier (veganisch).

Essen Ihre Eltern, Geschwister, Frau und Kinder vegetarisch?

Meine Eltern sind sehr konservativ. Sie essen seit jeher Fleisch, mein Bruder ebenfalls. Meine Frau und zwei meiner vier Söhne essen vegetarisch, die anderen beiden Söhne essen nur sehr wenig Fleisch.

Bei vegetarischer Ernährung wird öfters von Eiweissmangel gesprochen. Sehen Sie darin ein Problem?

Nein, Ärzte und neuzeitliche Ernährungslehre sprechen für die vegetarische Ernährung. Es wird sogar eindeutig bewiesen, dass Vegetarier gesünder und krankheitsfreier leben.

Welche Auswirkung hat ein Extremfall von Eiweissmangel?

Bei Vegetariern ist es unmöglich, einen Eiweissmangel zu haben. Veganer hingegen müssen mehr auf eine ausgewogene Ernährung achten, damit sie keine Mängel habe. Vorteilhaft ist eine Vollwerternährung. Bis jetzt gab es in Europa noch nie eine Krankheit, welche auf Eiweissmangel zurückzuführen war.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich mit dieser Ernährung?

Mir geht es prima. Ich treibe nebenbei auch sehr viel Sport.

Wie sieht Ihr Morgenessen aus?

Vorzugsweise nehme ich Früchte oder Früchtemüesli zu mir.

Was servieren Sie Ihren Gästen?

Türkischen Reis (gratiniert mit Pilzen), Kartoffelgerichte, Gemüse, Salat.

Was war der Auslöser für Sie, um auf die fleischlose Ernährung umzustellen?

Ethische Gründe standen zuvorderst, aber ich habe auch Fleisch nicht sonderlich gerne.

Wann gründeten Sie den VgT (Verein gegen Tierfabriken), und weshalb?

Ich habe mich schon mit 20 Jahren mit Tierschutz beschäftigt, doch die ganze Sache sah mir zu hoffnungslos aus. Ich wurde aber immer mehr hineingezogen. So stellte ich selbst etwas auf die Beine. Vor rund 10 Jahren gründete ich den VgT. Es war aber überhaupt nicht in meiner Absicht. Hätte ich mich jedoch zurückgezogen, wäre ich mir mit meinem Wissen um die Missstände als Verräter vorgekommen.

Was haben Sie ursprünglich gelernt?

Bauingenieur, nun bin ich hauptberuflich für den VgT im Einsatz.

Wie viele Personen umfaßt zur Zeit der VgT?

Es gehören ca. 10`000 Personen dazu. Jährlich kommen durchschnittlich 1`000 Personen hinzu.

Wie hoch beläuft sich die Auflage der VgT-Nachrichten?

Es gibt 200`000 Auflagen pro Ausgabe, davon gehen 10`000 an die Abonnenten, die restlichen 190`000 Hefte werden im jeweiligen Kanton, in welchem ein besonderer Prozess oder ein Verfahren läuft, gratis gestreut, um darauf aufmerksam zu machen. An Weihnachten werden sogar 500`000 VgT- Hefte gedruckt.

Wie viele Male waren Sie mittlerweilen schon vor Gericht?

Ca. 30 Mal wurde ich aufgeboten, davon wurde ich einmal rechtskräftig verurteilt wegen Ehrverletzung gegenüber einem St. Galler Kantonstierarzt.

Welche Religion haben Sie?

Früher war ich evangelisch.

Welche Religionen schächten?

Die Juden (Rabbiner- jüdische Theologen) und die Moslems schächten, die Moslems jedoch hauptsächlich nur aus Tradition.

Welche Tiere werden geschächtet?

Das sind Kühe, Schafe, Kälber und Hühner.

Worin liegt der Unterschied von Schlachten und Schächten?

Beim normalen Schlachten wird das Tier elektrisch oder mit Bolzenschuss betäubt. Nur bei Fehlleistungen kommt das Tier wieder zum Bewusstsein. Beim Schächten jedoch sind die Tiere bei vollem Bewusstsein.

Wird in der Schweiz noch geschächtet?

In der Schweiz ist Schächten verboten. Die Juden importieren das geschächtete Fleisch aus Frankreich. In der Schweiz werden in Luzern noch Hühner geschächtet und öfters wird auch illegal, versteckt geschächtet.

Halten Sie Haustiere?

Früher hatte ich Schweine, Schafe, Kaninchen und Hühner, um mich mit ihrem Lebensverhalten zu beschäftigen. Dafür habe ich heute keine Zeit mehr. Ich habe nur noch zwei frei herumlaufende Enten, welche mir die Schnecken im Garten fressen.

Wie lange gibt es schon Vegetarier?

Vegetarier gibt es schon seit es Menschen gibt. Unsere Vorfahren, die Affen, waren schon Vegetarier. Die Urmenschen, die in Afrika lebten, ernährten sich von Früchten. Erst als sie den Norden eroberten, wo es um einiges kälter war, assen sie Fleisch um zu überleben. Dafür mussten sie mit einem kurzen Leben bezahlen. Auch die alten Griechen waren schon immer Vegetarier.

 

12.2 Interview mit Herrn Pichler

3. 10. 1999 14.30 Uhr - 16.15 Uhr

Wie ernähren Sie sich?

Ich esse seit ca. 6 Jahren veganisch, davor ernährte ich mich 10 - 15 Jahre vegetarisch.

Wie haben Sie sich in der Kindheit ernährt?

Ich ass unter anderem auch Fleisch. Fleischloses Essen kam gar nicht in Frage.

Essen Ihre Verwandten vegetarisch, wie reagieren sie auf Ihre Einstellung?

Ich habe zwei Brüder, welche um die selbe Zeit wie ich aufgehört haben Fleisch zu essen. Meine Eltern essen Fleisch, doch sie werden langsam einsichtig durch mein Verhalten. Eine Familie habe ich nicht, dafür habe ich keine Zeit.

Was war der Auslöser, auf fleischlose Ernährung umzustellen und wie alt waren Sie zu diesem Zeitpunkt?

Durch ein Yoga Buch habe ich erfahren, dass es möglich ist, sich so zu ernähren. Ich las es mit ca. 16 Jahren.

Wie kochen und essen Sie für sich?

Am Morgen esse ich Früchte. Am Mittag nehme ich Salat, Brot, oder etwas Gekochtes wie Teigwaren oder Kartoffeln ein und am Abend esse ich wieder Salat oder Gekochtes. Ich esse nur sehr ungern auswärts, und wenn schon, dann nehme ich mir mein Essen lieber selber mit.

Was bekommt der Besuch von Ihnen aufgetischt?

Ich koche z.B. Polenta oder Teigwaren. Zum Teil nehme ich auch Fleischersatze wie Cornature oder Vegusto Produkte.

Wie geht es Ihnen gesundheitlich mit dieser Ernährung?

Es geht mir gut, ich habe keine Probleme damit.

Ist es möglich, durch fleischlose Ernährung Eiweissmangel zu bekommen?

Nein, ist man natürlich satt, so ist ein Eiweissmangel auszuschließen.

Welche Religion haben Sie?

Ursprünglich war ich Katholik, jetzt bin ich freier Christ.

Wie stehen Sie zum Schächten?

Ich bin ebenso dagegen, wie gegen das normale Schlachten.

Haben sie schon einen Prozess hinter sich?

Nein, ich wurde noch nie damit konfrontiert.

Haben Sie schon Drohbriefe oder -telefonate bekommen?

Direkte Drohungen bekam ich nicht, aber Briefe, in welchen sich Leute über mein Benehmen oder über meine Meinung nervten. Wenn ein Absender angegeben war, versuchte ich zu antworten.

Wer gründete das Vegi-Büro Schweiz und wann?

Das Vegi-Büro Schweiz wurde von Andreas Läufer, Leiter der Schweizer Reformjugend, gegründet. Das war vor ca. 25 Jahren.

Welchen Beruf haben Sie ursprünglich erlernt?

Ich war Informatikingenieur HTL.

Wann haben Sie die Leitung des Vegi-Büros übernommen, welche Stellung haben Sie dabei genau?

Ich bin seit dem 8. August 1993 Leiter des Büros. Ich bin ebenfalls der Präsident von der Schweizerischen Vereinigung des Vegetarismus.

Was organisieren Sie für die Öffentlichkeit?

Es gibt vor allem Standaktionen, z.B. an der Biomedika oder so.

Welche Bevölkerungsgruppe ist bei Vegetariern am meisten anzutreffen?

Junge, gebildete Frauen leben am ehesten so.

Wie lange gibt es schon Fleischesser?

Seit das Feuer entdeckt wurde, essen Menschen Fleisch, also seit ca. 10`000 Jahren.

Halten Sie Haustiere?

Nein, aber als Kind hatte ich Schildkröten und Kanarienvögel.

Sind Sie überzeugt vom Cornature der Migros?

Ja, es ist eine gute Sache. Schade ist jedoch, dass außer bei Seitanprodukten überall Eiweiß darin enthalten ist, was für den Veganer zum Essen ungeeignet ist.

Welche Vegusto-Artikel sind empfehlenswert?

Am besten schmecken Rauch- und Majoranwürste, Braten und Aufschnitt.

Wer hat die Rezepturen der Vegusto-Artikel, welche auch in der Sojana benötigt werden, erfunden und zusammengestellt?

Das ist Kurt Inglin.

Woraus sind Vegusto-Produkte hauptsächlich zusammengesetzt?

Die wichtigsten Stoffe sind Bioweizeneiweiss, Rapsöl und Wassergewürze.

Wie viele Personen arbeiten für die Vegusto-Produktion?

Zur Zeit arbeitet nur Andreas Läufer dafür. Kommen aber viele Aufträge herein, kommen noch Käthi Wigerth und ich oder andere Arbeitskräfte hinzu.


NEWS-VERZEICHNIS

HOMEPAGE

(c) Verein gegen Tierfabriken Schweiz
Technische Mängel (nichtfunktionierende Links, Text-Fehler etc) bitte an den Webmaster
URL: http://www.vgt.ch/news/991116A.htm