8. November 1999

STS = Schweizer Tierschutzverräter

Der Bundesrat kann gemäss Tierschutzgesetz den Import von Produkten aus Tierschutzgründen verbieten. Der Bundesrat tut dies nicht, weil die Welthandels-Organisation WTO dies verbiete. Das war vorauszusehen.

Der Schweizer Tierschutzverband STS hat den Beitritt der Schweiz zur WTO befürwortet. Warum? Weil STS-Präsidentin Marianne Staub Mitglied der FDP ist und diese Partei den Beitritt zur WTO befürwortet hat.

Nun hat der Bundesrat den Forderungen von Konsumenten- und Tierschutzorganisationen nach Deklaration von im Ausland tierquälerisch hergestellten tierischen Lebensmitteln scheinbar nachgegeben und eine Deklarations-Verordnung in dieser Richtung erlassen - einmal mehr nur Sand in die Augen der Konsumenten. Die Deklarationspflicht geht nur soweit, dass praktisch nichts geändert werden muss. Alle wichtigen Bereiche wurden ausgeklammert, zB die in Fertiglebensmittel versteckten Import-Käfig-Eier, ebenfalls die Stopfleber "foie gras", welche so grausam hergestellt wird, dass dies in der Schweiz verboten ist - eine reine Heuchelei, wenn einfach importiert werden darf, sogar undeklariert.

Die STS-Tierschutz-Verräter spannen immer wieder gerne mit den gewerbsmässigen Tierquälern zusammen. So hat auch der Bauernverband den Beitritt zur WTO befürwortet. Während er damit den freien Import von landwirtschaftlichen Produkten befürwortet hat, deren Herstellungsweise nach Schweizer Tierschutzrecht verboten oder erschwert ist, zeigt der Bauernverband keine Mühe, gleichzeitig die Konkurrenz aus dem Ausland zu beklagen, die mit weniger strengen Tierschutzvorschriften produzieren könne.

Diesem verlogenen Mischeln des Filzes aus konservativem Tierschutz, gewerbsmässigen Tierquälern und skrupellosen Politikern ist der Konsument indessen nicht ganz wehrlos ausgeliefert. Er kann sich relativ einfach und sehr wirksam davor schützen, indem er den ständigen Ratschlag des VgT befolgt: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!

Erwin Kessler, Präsident VgT