26. August 1999 (ergänzt 28. Dez 99)

VgT erstattet Anzeige gegen
tierquälerisches Familienfischen in Bachs/ZH

und führt am Samstag, den 28. August 1999 eine Kundgebung vor dem Eingang zum Angelteich durch, mit Megafon und Spruchbänder "Tierquäler" und "Essen Sie heute vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe".

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In kurzer Zeit war kein einziger Angler mehr am Teich. Nach dreiviertel Stunden kam die von der Angelteich-Aufsicht aufgebotene Kantonspolizei und erklärte nach kurzer Lagebeurteilung freundlich, wir hätten durchaus das Recht, in dieser Form zu protestieren; es gäbe keinen Anlass für ein polizeiliches Einschreiten. In der nächstjährigen Angel-Saison werden weitere Kundgebungen folgen.

Die väterliche Anleitung zur Tierquälerei beginnt:

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Vaterstolz: jetzt kann der Kleine das Mordwerkzeug schon selber halten:

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Die Fische mussten drei Tage lang hungern, damit sie samstags sofort zubeissen.
Nun liegt das Opfer mit Augen und empfindlicher Haut auf dem Kies:  

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Ein supergeiles Familienvergnügen, einen Fisch an einem Stahlhaken hilflos in der Luft zappeln zu sehen:

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Schon kommt der nächste Freizeitgenuss - das Töten:
Vati machts vor, doch der Fisch windet sich nach einem Dutzend zaghafter Schläge immer noch - welcher Nevernkitzel!

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Der Kleine ist wenig begeistert. "Feigling! Und du willst ein Mann werden!"

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Anzeige wegen Verletzung des Tierschutzgesetzes

23. August 1996

An das Veterinäramt des Kantons Zürich
Culmannstr 1
8001 Zürich
Fax 01 268 60 39

 Hiermit erstatten wir

Anzeige

gegen
H + I Glauser, Brunnewisestr 2, 8164 Bachs, Betreiber der Fischzucht Talmüle, Bachs
wegen
gewerbsmässiger Missachtung des Tierschutzgesetzes.

Anträge:

1. Das Fischen am Angelteich ist zu verbieten.
2. Der Fall ist nach Behandlung durch das Veteinäramt an die Strafbehörden weiterzuleiten.

Begründung:

 Das Tierschutzgesetz (TSchG) dient dem Schutz und dem Wohlbefinden der Tiere (Art 1 Abs 1). Es gilt für Wirbeltiere (Art 1 Abs 2), also auch für Fische.

TSchG Art 2 Abs 3: Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder es in Angst versetzen. 

Soll diese Vorschrift überhaupt einen Sinn haben, dann können Vergnügen und Unterhaltung nicht als Rechtfertigung für Angst und Schmerzen anerkannt werden. Jedes Fangen von Fischen ist mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden. Die Tiere geraten in Todesangst und verletzen sich, insbesondere die empfindliche Haut wird leicht verletzt. Der Todeskampf an der Angel und Angelverletzungen im Rachen, oft Abreissen der Angel und weiterleben mit der Angel im Rachen, bedeuten offensichtliches Leiden. Insgesamt bedeutet es eine ungerechtfertigte und damit gesetzlich nicht zulässige Quälerei, wenn einmal gefangene Fische wieder ausgesetzt werden, um sie mutwillig, eines sportlichen Vergnügens Willen noch einmal zu fangen (Einfangen aus den Aufzuchtbecken und Aussetzen im Familienfischteich).. . 

TSchG Art 22 Ziffer 2: Ferner ist verboten: ... b. das Töten von Tieren aus Mutwillen, insbesondere das Abhalten von Schiessen auf zahme oder gefangengehaltene Tiere; 

Das Vergnügungs-Fischen gefangengehaltener Fische, welche zu diesem Zweck aus dem Aufzuchtbecken herausgeholt und zum mutwilligen nochmaligen Fangen und Töten in einen Angelteich ausgesetzt werden (der Angelteich in Bachs wird laufend aus den Aufzuchtbecken heraus nachgefüllt), ist dem Schiessen auf gefangengehaltene Tiere äquivalent. Dies wird gemäss TSchG Art 27 mit Gefängnis oder Busse bestraft. Gehilfenschaft ist strafbar. Es machen sich also nicht nur die fischenden Kunden sondern auch der Betreiber des Angelteiches strafbar.

Mit dem TSchG unvereinbar ist es auch, wenn das Fangen der Fische durch Leute vorgenommen wird, die des Fischens unkundig sind (kleine Kinder, Anfänger ohne Anleitung). Beim Angeln durch Unkundige leiden die Tiere besonders stark, indem sie oft mit dem Angel im Rachen wieder loskommen, indem sie nicht richtig getötet werden oder indem mit dem Töten aus Hilflosigkeit zu lange zugewartet wird oder der mit der Angelrute herausgezogene Fisch zuerst qualvoll vom Angelhaken befreit wird, bevor er getötet wird. 

In Deutschland und den Niederlanden werden ähnliche Praktiken nicht geduldet, da sie auch dort gegen die Tierschutzvorschriften verstossen, da zwar die Nahrungsmittelbeschaffung als "vernünftiger Grund" im Sinne des Tierschutzgesetzes anerkannt wird, jedoch nicht das Zufügen von Angst und Schmerzen zum sportlichen Vergnügen. (Quelle: Dr Norbert Sauer: "Tierschutz bei Fischen", Dissertation der Justus-Liebig-Universität Giessen, 1993) 

Dazu kommt, dass der Angelzirkus in Bachs von Dilettantismus und mangelhafter Aufsicht geprägt ist und in der Folge davon laufend grobe Tierquälereien zu beobachten sind. Zum panischen Todeskampf an der Angel, der typisch ist für den Angelsport allgemein, wird die Tierquälerei hier massiv verstärkt durch Unkenntnis und Unfähigkeit, zB unsachgemässes Anlanden und Töten der Fische, ferner Zurücksetzen unerwünschter Fische durch Personen, die lieber Fischen als Fische kaufen und essen. Es sind zahlreiche verletzte Fische, insbesondere mit ausgerissenen Lippen zu beobachten, die früher unsachgemäss gefangen und unsachgemäss wieder zurückgesetzt wurden.  

Die "Aufsicht" am Angelteich in Bachs beschränkt sich praktisch darauf, dass die gefangenen Fische gewogen und bezahlt werden. Bei unseren Beobachtung bestand keinerlei Aufsicht bezüglich unsachgemässem Fischen und Tierquälerei. 

Das Familienfischen findet jeweils samstags statt. Der Betreiber dieses Angelzirkusses in Bachs lässt die Fische jeweils vorher drei Tage lang hungern, damit sie sich dann am Samstag besser anbeissen - auch das ist unvereinbar mit TSchG Art 2 Abs 3. 

Ein ähnliches Familienfischen ist übrigens nach mehrjährigen Protesten am Blausee eingestellt worden (www.vgt.ch/news/990806.htm). 

Mit freundlichen Grüssen
Dr Erwin Kessler, Präsident Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT


Inhaltsverzeichnis Justizwillkuer gegen den VgT

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