29. Juli 1999

Schweizer Rindvieh frisst weiterhin Tiermehl!

Behörden und Aggrolobby behaupten seit langem, Tiermehlverfütterung an Rindvieh sei in der Schweiz seit 1990 verboten. Wie die Solothurner Zeitung jetzt aufgedeckt hat (Ausgabe vom 22.7.99) wird jedoch weiterhin Tiermehl von Geflügel und Fisch in der Rindermast verwendet. Das "Tiermehlverbot" gilt nur für Tiermehl aus Säugetier-Kadavern.

Kommentar dazu in der SolothurnerZeitung (von Marcel Siegenthaler):

Igitt! Wachstumshormone!

1980 ist uns der Appetit auf Kalbfleisch gründlich vergangen. Mehr Rindfleisch haben wir fortan gegesssen., übers Hormonfutter der armen Kälber den Kopf geschüttelt, die unappetitliche Geschichte verdrängt und schliesslich vergessen. Zehn Jahre später war's vorbei mit der trügerischen Ruhe. In England mussten die von Natur aus vegetarisch veranlagten Rindviecher zwecks Renditensteigerung Artgenossen in Form von Tiermehl fressen, was zum BSE-Skandal geführt hat. (Rinder-)Wahnsinn!

Angeekelt haben wir uns dem Rind ab- und dem Huhn zugewandt. Bis es in diesem Jahr noch dicker gekommen ist. In Poulets hat's jene chlorhaltigen Stoffe, die als Abfallprodukte bei verschiedenen industriellen Prozessen entstehen, Dioxine heissen und uns seit der Chemiekatastrophe in Seveso 1976 als Horrorsubstanzen bekannt sind.

Weil über die Schlagworte Hormon und BSE in der Zwischenzeit jenes Gras gewachsen ist, das unsere Nutztiere längstens nicht mehr zum Frass vorgesetzt bekommen, essen wir jetzt halt wieder mehr Kalb- und Rindfleisch. Und später wieder Poulets - am liebsten jene Billigprodukte aus chinesischer Massenhaltung...


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