30. Mai 1999

Entgegnung auf einen den VgT mit Unwahrheiten diffamierenden Bericht im "Zürcher Unterländer" (ZU) vom 26.5.99:
Anti-demokratische Diktatur an der Volksschule Embrach

Ziemlich merkwürdig, wie der ZU-Journalist Jonathan Engmann Tatsachen ermittelt: Der ins Schussfeld der Kritik geratene Embracher Schulpräsident Altenburger bestreitet teilweise die Vorwürfe des VgT. Somit hat Altenburger recht und der VgT sagt nicht die Wahrheit. Können Sie dieser Logik folgen? Ich auch nicht.  

Der zentrale Punkt unserer Kritik wurde im Bericht von Jonathan Engmann völlig ausgelassen. Das Wichtigste sollten die Leser nicht erfahren. Hier deshalb die nötige Ergänzung: Schulpräsident Altenburger verbot tierschützerisch engagierten Schülern das Verteilen von Flugblättern auf dem Schulhausareal - ohne Begründung. Altenburger ist Sohn eines Bauern - wie hat der wohl seine Tiere gehalten, dass sein Sohn so aggressiv ist gegen Tierschützer? Als Präsident des VgT verlangte ich für diese Unterdrückung tierschützerischer Anliegen eine Begründung. Altenburger wusste keine, er müsse sich das zuerst überlegen! Das Aussprechen des Verbotes musste er sich nicht überlegen. Zuerst verbieten, dann nachdenken, ist offenbar Altenburgers pädagogischer Grundsatz. 

Altenburger hatte mehrere Tage Zeit, um eine Begründung für das Flugblattverbot zu konstruieren. Dann war er so weit: "Man muss Schüler vor Flugblättern schützen, genauso wie vor Drogen." Fassungslos glaubte ich, mich verhört zu haben. Ich fragte deshalb nach: "Für Sie sind also Drogen und Flugblätter gleichwertige Übel" "Jawohl", die klar Antwort Altenburgers. 

Man muss sich einmal vorstellen, was da in der Schulgemeinde Embrach unter der Machtherrschaft Altenburgers abläuft: Anstatt die Jugendlichen zu selbständig denkenden, demokratiefähigen Bürgern zu erziehen - wozu die Auseinandersetzung über Tierschutzfragen eine ausgezeichnete Möglichkeit gewesen wären, wird die Wahrnehmung demokratischer Rechte mittels Flugblätter kriminalisiert. Wohlgemerkt: unabhängig vom Inhalt der Flugblätter; dieser war noch gar nicht festgelegt. Flugblätter spielen im demokratischen Leben und bei der Ausübung der Meinungsäusserungsfreiheit eine wichtige Rolle. Das Verteilen von Flugblättern auf öffentlichem Grund ist deshalb durch die Rechtsprechung des Bundesgericht und durch die Europäische Menschenrechtskonvention ausdrücklich als grundlegendes Recht geschützt. Nach den diktatorischen Vorstellungen Altenburgers sollen offenbar die Menschenrechte für die Embracher Schüler nicht gelten, sondern im Gegenteil bekämpft werden wie Drogen. Kritik an Altenburger wird in Embrach vorläufig nur hinter der Hand laut. Der VgT ist offenbar die erste Instanz, welche die öffentliche Auseinandersetzung nicht scheut. Reallehrer Theo Albrecht zum Beispiel hat sich als williges Instrument für Altenburgers Machenschaften hingegeben und gefügig versucht, einen Schüler gegen den VgT einzuschüchtern. Eine solche politische Beeinflussung durch Volksschullehrer ist unerhört und hätte in einer intakten Schulgemeinde sofortige disziplinarische Konsequenzen. Nicht so in Embrach, unter der Machtherrschaft eines Schulpräsidenten, der total fehl am Platz ist mit seiner antiquiierten autoritär-dikatorischen Einstellung, der sich sogar die Post unterworfen hat: Der Verteilauftrag für ein Flugblatt wurde von der Embracher Poststelle abgelehnt. Zensur durch Pöstler nach Embracher Demokratieverständnis. Der VgT hat die Flugblätter inzwischen mit eigenen Leuten in ganz Embrach verteilt. Es ist jederzeit auch im Internet abrufbar unter www.vgt.ch/news/990525A.htm.


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