29. Mai 1999
von Erwin Kessler
Der VgT hat im vergangenen Winter die COOP-NATURAplan-Schweinemast der Käserei Thönen in Wildberg/ZH beobachtet: Im nicht-isolierten sogenannten Kalt-Stall lagen die Schweine auch im kältesten Winter auf dem nackten, einstreulosen Boden. Die Einstreuvorschriften der COOP-NATURAplan-Richtlinien wurden anhaltend krass missachtet. Zudem mästet Thönen auf dem gleichen Betrieb auch Schweine konventionell in Intensivhaltung auf Vollspaltenböden, was ebenfalls vorschriftswidrig ist.
Der VgT hat die Medien mit Fotoaufnahmen informiert. Sämtliche Medien haben diesen Konsumentenbetrug - wie üblich - unterdrückt (auch Kassensturz, K-Tip, Beobachter etc).
Der VgT hat deshalb in den VN99-3 einen Bericht darüber veröffentlicht, was zu zahlreichen Protestschreiben aufgebrachter Konsumenten an Coop geführt hat. Nun hat Coop rasch und konsequent gehandelt und den Vertrag mit diesem betrügerischen Mäster gekündigt. Seit dem 11. Mai 1999 bezieht Coop kein Fleisch mehr von diesem Betrieb. In diesem Verhalten von Coop sehe ich einen deutlichen Unterschied zum Migros-Genossenschaftsbund, welcher die vom VgT regelmässig aufgedeckten Missstände stets sofort ableugnet ableugnet und mit viel unwahrer Propaganda - vorallem im total konsumententäuschenden "Brückenbauer" - zu übertünchen versucht.
Warum hat der VgT die Missstände in Wildberg veröffentlicht, anstatt sich an Coop zu wenden? Weil wir wiederholt auf kritische Anfragen an Coop keine Antwort erhalten haben. Und auch noch aus einem anderen Grund: Coop hat als "Kontrolleur" seiner NATURAplan-Betriebe den "Schweizer Tierschutz STS" beauftragt, eine Organisation also, die für faule Kompromisse auf Kosten der Tiere bekannt ist. In dem in der Zwischenzeit aufgelösten STS-Label "Gourmet-mit-Herz" hat der STS viele krasse Tierquälereien - zB Kastenstand für Mutterschweine - erlaubt, dies jedoch vor den Konsumenten verschwiegen und öffentlich dafür "garantiert", dass "Gourmet-mit-Herz"-Produkte höchsten ethischen Anforderungen genügen würden und mit gutem Gewissen gegessen werden könnten. In einem Gerichtsverfahren STS gegen VgT hat ein Gericht festgestellt: Gourmet-mit-Herz ist in mehrfacher Hinsicht nicht tierfreundlich. Wenn nun Coop derart zwielichtige Kontrolleure anstellt, ist es nicht Aufgabe des VgT, deren Unterlassungen schön brav an Coop zu melden. Ein solcher Skandal gehört an die Öffentlichkeit.
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Tierfabriken Schweiz
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