18. Februar 1999

Ein Bauer in Beromünster/LU hielt seine Kühe jahrelang gesetzwidrig an der Kette. Der Kantonstierarzt verheimlichte die Anzeige des VgT gegenüber den Strafbehörden. Das ist in Ordnung, findet nun das Amtsstatthalteramt Luzern in einem Willkürentscheid.

Landwirt Alois Suter an der Oberdorfstrasse in Beromünster verletzte seit Jahren in krasser Weise die Auslaufvorschrift für Rindvieh (Artikel 18 der eidgenössischen Tierschutzverordnung). Seine Kühe und Kälber verbrachten ihr leidvolles Leben an kurzer Kette im düsteren Stall (Bilder). Diesen tierquälerischen Missstand rechtfertigte die Schwiegertochter des Tierquälers damit, die Kühe hätten ganz verrückt getan, als man sie einmal losgebunden habe; ein Auslauf sei deshalb nicht möglich wegen der Gefahr, dass die Kühe durchbrennen und den Verkehr auf der Strasse gefährden könnten. Diese Rechtfertigung spricht für sich selbst: die dauernd angebundenen Kühe hatten - nicht überraschend, einen derartig aufgestauten Bewegungsdrang, dass sie fast wahnsinnig wurden.

 Am 17. September 1998 erstattete der VgT beim kantonalen Veterinäramt Luzern Anzeige mit dem ausdrücklichen Ersuchen, den Stall zu räumen und den Fall an die Strafbehörden weiterzuleiten. Kantonstierarzt Dr Infanger stellte fest, dass die Anzeige des VgT berechtigt war, leitete diese aber trotz dem krassen Gesetzesverstoss in pflichtwidriger Weise nicht an die zuständige Strafbehörde weiter, sondern unterschlug diese vielmehr stillschweigend, offensichtlich um den "armen Bauer" vor Strafe zu schützen. Am 1. Dezember 98 erstattete der VgT deshalb eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch gegen den Kantonstierarzt. In einem soeben zugestellten Entscheid deckt das Amtsstatthalteramt Luzern nun Kollega Kantonstierarzt mit den fadenscheinigsten Begründungen: Amtsmissbrauch liege nicht vor, weil keine Bevorteilungsabsicht bestanden habe. Was denn sonst, wenn ein so krasser Verstoss gegen das Tierschutzgesetz vor den Strafbehörden verheimlicht und eine Anzeige pflichtwidrig nicht weitergeleitet wird? Weiter schreibt das Amtsstatthalteramt, es bestehe keine Anzeigepflicht für Beamte. Mag sein. Jedenfalls besteht gemäss Strafprozessordnung ganz klar eine Weiterleitungspflicht von Anzeigen an die zuständige Instanz.

 Der Fall zeigt einmal mehr, wie in diesem verluderten Staat das vom Volk mit grossem Mehr gutgeheissene Tierschutzgesetz von Verwaltung und Justiz systematisch nicht angewendet wird und gewerbsmässige Tierquäler amtsmissbräuchlich gedeckt und sogar noch mit Steuergeldern subventioniert werden. Darum empfiehlt der VgT den Konsumenten einmal mehr: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe. Vorteilhaft für die Gesundheit und erst noch kostengünstig und ein wirksamer Beitrag zum Tierschutz ist es auch, Pflanzenmargarine statt Butter zu verwenden und Milch und Käse nur zurückhaltend zu konsumieren. Milchprodukte sind sehr fetthaltig und machen dick. Übergewicht erhöht das Risiko, an einer tödlichen Zivilisationskrankheiten (Herz-Kreislauf, Krebs etc) zu erkranken.


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