Zum Welttierschutztag vom 4. Oktober 1998:

Gemeingefhrliche Monstren

Gedanken zum Welttierschutztag vom 4. Oktober
von Erwin Kessler, Prsident VgT Schweiz

 

Im "Lexikon der Tierschutzethik" schreibt der bekannte deutsche Ethiker Gotthard Teutsch:

Die sehr nahe biologische Verwandschaft zwischen Menschen und anderen hochentwickelten Sugetieren, der weitgehend analoge Bau des Nervensystems und das zu einem nicht unwesentlichen Teil analoge Verhaltensmuster msste gengen, die nicht geringere Leidensfhigkeit dieser Wesen anzuerkennen. Ihnen msste vernnftigerweise die gleiche Rcksichtnahme und der gleiche Schutz zukommen, wie sie eine echte Humanitt gegenber Schutz- und Wehrlosen, weil technisch und intellektuell unterlegenen menschlichen Rassen oder Einzelmenschen verlangt. Die Reduktion der Menschlichkeit auf blosse Mitmenschlichkeit ist ethisch unvertretbar.

Der berhmte Verhaltensforschers Konrad Lorenz formuliert ungefhr das Gleiche etwas weniger philosophisch kurz so:

Ein Mensch, der ein hheres Sugetier wirklich genau kennt und nicht davon berzeugt wird, dass dieses Wesen hnliches erlebt wie er selbst, ist psychisch abnorm und gehrt in die psychiatrische Klinik, da eine Schwche der Du-Evidenz ihn zu einem gemeingefhrlichen Monstrum macht.

Warum werden in der Schweiz trotz solchen geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen und trotz einem bereits 20jhrigen eidgenssischen Tierschutzgesetz tglich Millionen von Schweinen, Khen, Klbern und Hhner unter - wissenschaftlich erwiesen - tierqulerischen Bedingungen gehalten, transportiert und geschlachtet sowie Hunderttausende von Versuchstieren unter ebenfalls grausamen Bedingungen gehalten und dann noch qualvollen Versuchen ausgesetzt, die man Menschen niemals zumuten wrde?

Sind die Landwirte und Wissenschafter, welche mit solcher Unmenschlichkeit arbeiten, die Konsumenten, welche Tierqulerprodukte kaufen, und die Verantwortlichen in Regierung, Verwaltung und Justiz, welche diese Zustnde dulden, mehrheitlich gemeingefhrliche Monstren im Sinne von Konrad Lorenz oder einfach Egoisten, welche diese Grausamkeit gegenber Tieren aus Gleichgltigkeit oder Profitsucht in Kauf nehmen?

Der Welttierschutztag am Sonntag, den 4. Oktober, ist eine Gelegenheit, darber und ber das eigene Verhalten nachzudenken.


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