9. Sept 1998

Antirassismus-Gesetz:  Politische Willkürjustiz in der Schweiz

 

Nachtrag: Wegen dieser Justizkritik wurde Erwin Kessler wegen angeblicher Rassendiskriminierung angeklagt, aber schlussendlich freigesprochen. Interessant, was der renommierte Rechtsprofessor Dr Franz Riklin in einem Rechtsgutachten an das Bundesgericht über diese Anklage geschrieben hat: Rechtsgutachten Riklin

 

Für alle, die noch unschlüssig sind, ob sie die laufende Volksinitiative zur Abschaffung des Antirassismus-Gesetzes unterschreiben sollen, enthüllt der VgT jetzt den der Öffentlichkeit bisher vorenthaltenen Bericht über das skandalöse Gerichtsverfahren gegen die Revisionisten Graf und Förster erstmals wieder ist es in der Schweiz des Jahres 1998 zu Verurteilungen gekommen (15 Monate Gefängnis unbedingt!) wegen gewaltfreier, nicht ehrverletzender Meinungsäusserungen!

Eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft lebt davon, dass Meinungen - auch störende, unbequeme, schockierende, abstruse - geäussert werden dürfen. Welche Meinungen sich schlussendlich durchsetzen, entscheidet die freiheitliche Diskussion. Von diesem Grundsatz entfernt sich die Schweiz immer mehr: der VgT wird laufend mit Kundgebungs- und Meinungsäusserungsverboten überhäuft. Die aufsehenerregendsten - und auch für viele andere charakteristischen - zur Zeit hängigen Maulkorbprozesse sind der sog Maulkorbprozess Kloster Fahr gegen VgT und der Schächt-Prozess gegen mich.

Die Willkür gegen den VgT wird noch überboten durch die gegen die Revisionisten Graf und Förster geführten Gerichtsverfahren, in welchem ihnen ihre Meinung,  die Juden seien in den Konzentrationslagern hauptsächlich durch Erschöpfung, Hunger und Seuchen umgekommen, nicht durch systematische Vergasungen, als Holocaustleugnung bzw -Verharmlosung vorgeworfen wurde. Die Auffassung von Graf und Förster mag absurd sein, eine Verharmlosung kann ich aber nicht erkennen, denn in der Schweiz werden täglich tausende von Schweinen in Schlachthöfen vergast, was angeblich eine humane Tötungsart ist. Ein Tod durch Hunger, Erschöpfung und langsames Dahinsiechen an Seuchen ist sicher nicht human.

Das ist aber nicht die einzige Ungeheuerlichkeit in diesem eines demokratischen Rechtsstaates spottenden Verfahren. Der anklagende Staatsanwalt hat sich vor dem Bezirksgericht Baden ähnlich aufgeführt wie damals der berüchtigte Nazi-Richter Freisler gegen Leute, die dem damaligen Regime nicht genehme Äusserungen machten. Für diesen Staatsanwalt gab es vor dem Bezirksgericht Baden kein Recht und Gesetz mehr, nur noch den fanatischen Willen, die Angeklagten um jeden Preis ins Gefängnis zu bringen. Einem als Experte vorgeladenen Chemiker aus Österreich, der sich über nichts anderes äusserte als über die chemisch-technischen Eigenschaften von Zyklon B, das nach offizieller Geschichtsschreibung in den Gaskammern verwendet wurde, kündigte er für dessen rein technischen Äusserungen noch während der Gerichtsverhandlung eine Strafklage wegen Rassismus an! Die Verteidiger erklärten, sie seien ausserstande, sich zur Sache frei zu äussern, da sie sonst auch mit einer Rassismus-Strafklage zu rechnen hätten. Unter solchem Terror werden heute in der Schweiz Gerichtsverfahren geführt - und die Öffentlichkeit erfährt nichts davon. Jetzt hat der VgT einen Bericht über diese Gerichtsverhandlung im Internet veröffentlicht. Zuvor habe ich diesen Bericht dem Bezirksgericht Baden vorgelegt und um Auskunft ersucht, ob er wahrheitsgemäss sei, bzw welche Sätze allenfalls unwahr seien oder ob ich für meine journalistische Tätigkeit das Protokoll der öffentlichen Gerichtsverhandlung einsehen könne. Die pauschale Anwort war, der Bericht sei offensichtlich voller Unwahrheiten und das Protokoll könne ich nicht einsehen (!). Ich habe mir dann das Gerichtsprotokoll dennoch verschaffen können: Der uns zugespielte, nun im Internet veröffentlichte Bericht über diese Gerichtsverhandlung enthält keine Unwahrheiten und stimmt mit dem geheimen Gerichtsprotokoll überein! So schamlos lügt ein Gericht, um politische Justizwillkür zu vertuschen! Diese Behauptung wurde vom Bezirksgericht Baden offensichtlich aufgestellt in der Hoffnung, damit die Veröffentlichung dieses peinlichen Berichtes verhindern zu könnten. Solche Gerichte sind eine Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie, nicht was irgendwer an der Geschichtsschreibung über Nazi-Deutschland kritisiert, egal wie absurd solche Behauptungen allenfalls sind.

Ich habe den Bericht auch der örtlich für meine Veröffentlichungen zuständigen Thurgauer Staatsanwaltschaft zugestellt mit der Frage, ob der Bericht gegen das Antirassismus-Gummiparagraph verstosse und ob gegebenenfalls Anklage erhoben würde, wenn ich diesen veröffentliche. Dies habe ich die Staatsanwaltschaft gefragt, weil weder Laien noch Rechtsanwälte voraussehen können, was alles als "rassistisch" ausgelegt wird. Die Staatsanwaltschaft verweigerte eine Stellungnahme.

Interessant ist auch die folgende Willkürjustiz zum Antirassismus-Maulkorbgesetz:

Im Talmud - dem Buch mit der jüdischen Religionslehre - wird die gesamte nichtjüdische Menschheit dem Vieh gleichgestellt. Gott habe die Nichtjuden nur dazu geschaffen, um von den Juden versklavt und ausgebeutet zu werden. (Ausführliche Zitate in meinem Plädoyer vor Obergericht). Ich habe bei der Bezirksanwaltschaft Zürich verlangt, dass dieser gegen Nichtjuden hochgradig rassistische Talmud in der Zürcher Zentralbibliothek beschlagnahmt werde. Die Anzeige wurde mit der üblichen Willkür abgelehnt - es handle sich um ein wissenschaftlich bedeutsames Werk. Beschlagnahmt wurde dieses "wissenschaftlich bedeutsame Werk" dann aber im Büro des "Holocaust-Leugners" Förster!!!

Erwin Kessler, Präsident VgT Schweiz

 

Post-Skriptum:

Zum Historikerstreit um die Holocaust-Geschichtsschreibung nehme ich nicht Stellung; ich interessiere mich nicht dafür; insbesondere befürworte ich die Thesen Grafs in keiner Weise. Mein Anliegen ist die Meinungsäusserungsfreiheit und die Freiheit, den heutigen Holocaust an den Tieren öffentlich kritisieren zu dürfen. In den USA, in Schweden und Russland, wo kein solches Antirassismusmaulkorbgesetz die Meinungsäusserungsfreiheit einschränkt, hätten weder Graf noch ich (wegen meiner Kritik am Schächten) angeklagt werden können.



Wörtliche Auszüge aus dem offiziellen Gerichtsprotokoll,
 

Anwesend: Gerichtspräsidentin Staubli, Vizepräsident Kummer, Bezirksrichterin Siegrist, Bezirksrichterin Ruppanner, Bezirksrichter Niederer, Gerichtsschreiber Humbel

 

Im Strafverfahren

in Sachen

1. S t a a t s a n w a l t s c h a f t d e s K a n t o n s A a r g a u, Frey-Herosé Strasse 12, 5001 Aarau,

v.d. lic.iur. D. Aufdenblatten, Staatsanwalt, Frey-Herosé-Strasse 12, 5001 Aarau,

Anklägerin,

2. Ekkehard S t e g e m a n n, Fürfeldestrasse 51, 4125 Riehen,

v.d. Dr. iur. P. Liatowitsch, Elisabethenstrasse 28, Posffach 425, 4010 Basel

Zivilkläger,

 

gegen

 

1. Gerhard Willi Paul F ö r s t e r, geb. 22.03.20, von Würenlos AG, dipl. Ing. Föhrenweg 8, 5436 Würenlos,

vertreten durch lic.iur. J. Stehrenberger, Rechtsanwalt, Hauptstrasse 27, Postfach 8280 Kreuzlingen,

 

2. Jürgen Graf, geb. 15.08.51, von Basel BS, Lehrer, Herrengrabenweg 28, 4054 Basel,

amtlich verteidigt durch Dr iur. U. Oswald, Fürsprech, Bahnhofstrasse 1, 5330 Zurzach

Angeklagter,

 

betreffend: - Rassendiskriminierung, Nötigung, Beschimpfung

 

sind erschienen:

- Gerhard Willi Paul Förster, Angeklagter;

- Rechtsanwalt J. Stehrenberger;

- Jürgen Graf, Angeklagter;

- Rechtsanwalt Dr. U. Oswald;

- StA D. Aufdenblatten, Vertreter der Anklage;

- Prof. E. Stegemann Zivilkläger;

- RA Dr. P. Liatowitsch, Vertreter des Zivilklägers;

 

des weiteren:

- Presse gemäss Akreditierung,

- Zuschauer.

 

Dauer der Verh.: 08:00-21.35 Uhr

 

Protokollnotiz:

Die Vorsitzende gibt zu Beginn des Prozesses folgende Feststellungen bekannt:

Der Prozess habe ein grosses Interesse in der Oeffentlichkeit/Medien hervorgerufen. Dieser Umstand sei nicht zuletzt auch durch die Angeklagten selbst hervorgerufen worden. Es handle sich heute weder um einen Schau- noch um einen Musterprozess. Vielmehr gehe es darum, den Angeklagten ihrem Anspruch entsprechend einen fairen Prozess zu ermöglichen.

Es wird weiter darauf hingewiesen, dass der Inhalt der Akten bekannt und somit auch verwertbar sei, es sei nicht vergleichbar mit einem Geschworenengerichtsprozess, wie er etwa im Kanton Zurich geführt werde. In diesem Verfahren sei es nicht notwendig, dass sämtliche Ausführungen, welche bereits im Vorverfahren gemacht worden sind, anlässlich der Gerichtsverhandlung wiederholt werden müssten.

... [unwesentliche Auslassungen]

Die Präsidentin erkundigt sich nach Vorfragen von Seiten der Parteien.

StA Aufdenblatten:
Keine Vorbemerkungen.

RA Liatowitsch:
Keine Vorbemerkungen.

RA Stehrenberger:
Ich habe keine Vorbemerkung, lediglich dies: Ich stelle per sofort den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege [sic!].

RA Oswald:
[RA Oswald reicht eine Rechtsschrift ,,Ausführungen zu den Vorfragen" in schriftlicher Form ein.
[Jeder Angeklagte habe nach der Europäischen Menschenrechtskonvention Anspruch darauf, sich selbst zu verteidigen oder verteidigt zu werden. Dies sei aber aufgrund der praktischen Auslegung des ARG ("Antirassismusgesetzes") nicht möglich. Würde er, Dr. Oswald, als Anwalt zum Kern des bei diesem Prozess zur Sprache kommenden Themas vorstossen und seinen Mandanten allzu eifrig verteidigen, so liefe er selbst Gefahr, wegen Verstosses gegen das ARG belangt zu werden. Er sei nicht bereit, dieses Risiko einzugehen, und werde jegliche in Ruch der Illegalität stehende Aussage tunlichst unterlassen.] Es erfolgt einzig eine Präzisierung/Ergänzung bezüglich einer Ausführung, welche am Schluss von s. 9, mit *1 bezeichnet, angefügt worden ist]

*1 Rein vorsorglich, Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, für den Fall, dass sie den Antrag auf Einstellung des Verfahrens ablehnen sollten, stelle ich namens und im Auftrage des Angeklagten folgenden Beweisergänzungsantrag:

Es seien als Zeugen noch zu befragen: ein Herr Wolfgang Fröhlich und ein Herr Professor Robert Faurisson. Der Staatsanwalt wirft dem Angeklagten vor, er sei ein Pseudowissenschaftler und habe sich nie ernsthaft mit den sich stellenden Fragen auseinandergesetzt. Die beiden Zeugen können Auskunft darüber geben, dass eben der Angeklagte sich mit diesen Fragen ernsthaft auseinandersetzt, auf einer wissenschaftlichen Basis und nicht auf einer pseudowissenschaftlichen Basis. Wenn hier noch Bedarf wäre zur weiteren Begründung könnte allenfalls der Angeklagte diese beiden Anträge noch weiter begründen. In diesem Sinne habe ich einstweilen geschlossen. Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

 

Protokollnotiz:

Die Vorsitzende führt aus, dass die Verhandlung infolge der gestellten Anträge nunmehr für ca. 20 Minuten unterbrochen werde, damit das Gericht über die gestellten Anträge befinden könne. Die Anwesenden werden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen, damit keine erneute Zutrittskontrolle erfolgen müsse.

 

StA Aufdenblatten:

Ich ersuche darum, von der Seite der Staatsanwaltschaft kurz zu den Ausführungen des Verteidigers von Herrn Graf Stellung nehmen zu können, bevor das Gericht darüber entscheidet.

 

StA Aufdenblatten:

(AV, Stellungnahme zu den Anträgen zur Verteidigung)

Sehr geehrte Frau Gerichtspräsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Bezirksrichter. Ich bin wirklich blass erstaunt über die Anträge, die hier gestellt werden. Ich möchte vorbemerken, ich nehme mit Genugtuung, wirklich mit Genugtuung, zur Kenntnis, dass sich offensichtlich die Verteidigung von Herrn Graf aus Gewissensgründen und aus guten Gründen nicht dazu hergibt, hier sämtliche Argumentationen des Klienten zu übernehmen. Das ist auch überhaupt kein Grund dafür, dass hier keine wirkungsvolle Verteidigung möglich sein wird. Wenn man dieser Argumentation folgt, könnte man überhaupt keinen Prozess mehr zum Art. 261bis StGB durchführen. Wir wissen aus Präjudizien aus anderen Kantonen, dass das natürlich sehr wohl möglich ist. Wir werden bei den anschliessenden Plädoyers dann ohne Zweifel sehen, dass eine Verteidigung nach allen Regeln der Kunst sehr wohl möglich ist bei Herrn Kollege Oswald.

Ich verstehe den Antrag auf Einstellung des Verfahrens überhaupt nicht. Was hierzu vorgebracht wurde, würde allenfalls einen Antrag auf Niederlegung des Mandats als amtlicher Verteidiger rechtfertigen; dieser wird aber wohlweislich nicht gestellt, er hätte auch nie und nimmer eine Chance auf Gutheissung. Zu diesem Beweisantrag ein Herr Faurisson sei noch als Zeuge einzuvernehmen. Ich mache darauf aufmerksam, dass Herr Faurisson ein bekannter Vertreter des Revisionismus ist, erstens. Zweitens, dass der Beweisantrag klar verspätet gestellt wird. Offensichtlich nur deshalb, um hier Verzögerungen herbeizuführen. Der Verteidigung wurde mit Verfügung des Gerichts sehr wohl die Möglichkeit gegeben, hier zeitig Beweisanträge zu stellen. Darauf wurde verzichtet. Aber auch schon inhaltlich ist natürlich dieser Beweisantrag klar abzulehnen. Bei Herrn Faurisson handelt es sich namentlich nicht um einen anerkannten Wissenschaftler sondern im Gegenteil um einen durchaus bekannten Vertreter des Revisionismus. Auf diesen werden wir noch zurückzukommen haben. Zu dieser Geschichte Internet-Anklage, der Veröffentlichung übers Internet: Das Gericht wird sich sehr wohl über die Zuständigkeit hier zu äussern haben. Das Gericht hat aber mit Anklagezustellung an die Parteien und mit der Vorladung zur heutigen Hauptverhandlung meines Erachtens die Vorfrage der Zuständigkeit prozessleitend bereits entschieden. Es wurde jedenfalls kein Versuch unternommen, eine solche prozessleitende Verfügung, die weiterziehbar wäre, anzufechten. Es besteht deshalb heute keine Notwendigkeit, darüber noch einmal zu entscheiden. Entschieden wird über diese durchaus heikle Zuständigkeitsfrage im Rahmen des Urteils selbst und dieses ist dann anfechtbar. Ich beantrage deshalb, alle gestellten Anträge abzuweisen und dann mit der Hauptverhandlung fortzufahren.

[...]

 

Angeklagter Graf:

(AB, wer Herr Fröhlich sei)

Ich werde Schriftdeutsch reden, da etliche ausländische Freunde hier im Saal anwesend sind.

(AV, er habe die Frage zu beantworten)

Herr Fröhlich ist ein österreichischer Diplom-lngenieur. Ich habe etliche Male mit ihm korrespondiert und kenne seine Schriften. Er ist Techniker und ist spezialisiert auf den Umgang mit Gas. Er hat selber viele Jahre lang Vergasungsmassnahmen durchgeführt. Zur Entlausung und zur Ungeziefervertilgung. Andererseits zur Virenabtötung. Er ist ein Fachmann und wird darum, besser als ein Bundesrichter in Lausanne, welcher sich mit diesen Fragen nie auseinandergesetzt hat, in der Lage sein zu bestätigen, dass meine Forschungen auf dem Gebiet des sogenannten Holocausts seriös sind, dass ich mich mit Technikern sachkundig gemacht habe, bevor ich auch nur eine Zeile veröffentlicht habe.

(AB, persönliches Verhältnis zu Herrn Fröhlich)

Ich habe Herrn Fröhlich persönlich zum ersten Male erst gestern getroffen, aber ich habe zuvor oft mit ihm korrespondiert. Ich darf sagen, dass das persönliche Verhältnis natürlich gut ist. Das versteht sich von selber.

 

Protokollnotiz:

Um 08.42 Uhr zieht sich das Gericht zur Beratung zurück. Die Verhandlung wird um 09.20 Uhr fortgesetzt.

 

GP Staubli:

Das Gericht hat folgenden Beschluss gefällt:

1. Der Antrag, Herr Wolfgang Fröhlich als Zeuge zu befragen, wird gutgeheissen.

2. Alle übrigen Anträge werden abgewiesen.

Ich kann hier zur Begründung folgendes sagen:

Es ist unbestritten und auch für das Gericht selbstverständlich klar, dass es ein Grundrecht auf Verteidigung gemäss EMRK gibt. Das heisst auf der einen Seite, dass sich der Angeklagte selber verteidigen kann, dass er, wie es die Strafprozessordnung in unserem Fall vorschreibt, in seinem Fall heute eine amtliche Verteidigung haben muss. Es stellt sich dann die Frage der Verhältnismässigkeit dieses Grundrechts zum Strafrecht und insbesondere zum Art.261bis. Der Verteidiger führt an es sei aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht möglich, eine solche Verteidigung wahrzunehmen. Das Gericht ist der Meinung, dass sich der Gesetzgeber die Frage sicher auch gestellt hat, auch wenn er sie nicht explizit in einem Kommentar oder sonst wo erörtert hat. Der Angeklagte hat ein Recht auf Verteidigung und das gilt auch im Fall, wo Art. 261bis zur Diskussion steht. In diesem Sinne kann man das Zitat des Verteidigers aus dem Kommentar Villiger wiederholen, in welchem es heisst, dass eine effektive Verteidigung zu ermöglichen ist. Ein weiteres Zitat aus dem Kommentar Villiger war das, dass das Gericht auch die Sorgfaltspflicht hat sich zu vergewissern, ob ein Beschuldigter resp. ein Angeklagter richtig vertreten wird. Es ist richtig, dass im Fall einer amtlichen Verteidigung die Gerichtsbehörde das immer von Amtes wegen prüfen muss. Auch wir haben das geprüft und wir haben uns selbstverständlich auch Gedanken gemacht. wo es darum ging, für Herrn Graf einen Verteidiger zu suchen. Das Problem im Grundsatz stellt sich nach Ansicht des Gerichts in jedem Fall von einer Verteidigung. Es kann auch im Falle eines Mordes ein Problem sein für einen Verteidiger, einen Angeklagten zu verteidigen. Es ist uns bewusst, dass im vorliegenden Fall andere Punkte dazu kommen, die es sicher erschweren, eine solche Verteidigung wahrzunehmen. Ich möchte in diesem Sinne als Beispiel auf einen Ehrverletzungsprozess hinweisen, da auch dort die Verteidigung Stellung nehmen musste zu der Ehrverletzung. Ich denke das im Ansatz dort ein Vergleich möglich ist, auch dort muss man Stellung nehmen, ob eine solche Ehrverletzung stattgefunden hat. Auch dort muss man allenfalls als Verteidiger Äusserungen machen, die man sonst nicht macht. Es ist ganz klar, dass im Rahmen eines Gerichtsverfahrens solche Äusserungen anders beurteilt werden, als wenn sie einfach im privaten Rahmen oder in der Öffentlichkeit gemacht werden. Die Aufgabe einer Verteidigung ist, immer ein Gegenpol zur Anklage zu setzen. Auch das muss ermöglicht werden. Das wird ermöglicht im vorliegenden Fall durch die amtliche Verteidigung. Dass es für den Verteidiger in einem gewissen Sinn auch zu einer Gewissensfrage werden kann, ist sich das Gericht auch bewusst. Dass es die Aufgabe nicht erleichtert für einen Verteidiger, wissen auch wir. Ich möchte aber ganz klar darauf hinweisen, dass sich die Verteidigung in ihren Ausführungen am Anfang auch klar distanziert hat von den Äusserungen, die in den Büchern, die zur Diskussion stehen, gemacht wurden. Die Verteidigung muss ihre Aufgabe als amtliche Verteidigung wahrnehmen und daran wird sich auch am vorliegenden Verfahren nichts ändern.

Zur Frage der örtlichen Zuständigkeit möchte ich sagen, dass sich auch das Gericht die Frage gestellt hat. Das Gericht kann aber nicht ausschliessen, dass es nicht Anknüpfungspunkte gibt in der Schweiz und dass sich darum im jetzigen Verfahrenszeitpunkt weitere Erörterungen erübrigen und nach Abschluss des Verfahrens im Rahmen des Urteilsspruches darüber Stellung bezogen wird. Dasselbe gilt auch für den Antrag hinsichtlich der Beschimpfung. Im Einverständnis mit dem Zivilkläger, der das klar zum Ausdruck brachte, wird auch der Entscheid über diese Frage im Rahmen des Urteils fallen.

Was die Befragung der beiden Zeugen betrifft, möchte ich lediglich erwähnen, dass man Herrn Wolfgang Fröhlich als Zeuge befragen wird und zwar ausschliesslich zur Frage der wissenschaftlichen Basis zur Arbeit von Herrn Graf. Ich betone das Wort ,,ausschliesslich". Das Gericht geht davon aus, dass der Beweisergänzungsantrag nicht verspätet gestellt wurde, zumal er uns vorgängig auch telefonisch angekündigt wurde.

Zur Verhandlungsordnung:

Wir werden als erstes jetzt den Zeugen einvernehmen. Danach werden die beiden Angeklagten zur Person und zur Sache befragt. Es folgen danach die P!ädoyers der Staatsanwaltschaft, des Zivilklägers und der Verteidigung. Danach kommen die Schlusswörter der beiden Angeklagten. Im Anschluss findet die Urteilsberatung statt und letztendlich die Urteilseröffnung. An die Medien kann ich in diesem Sinne einmal sagen, dass nicht definitiv absehbar ist, wann die Urteilseröffnung stattfinden wird. Das kann am Freitag sei falls dies nicht möglich ist, wird dies am Dienstagnachmittag sein.

 

Zeuge Wolfgang Fröhlich:

[Der Zeuge weist sich mit seinem Reisepass aus. Er wünscht, auf Schriftdeutsch befragt zu werden.]

GP Staubli:

Herr Fröhlich, Sie sind als Zeuge vorgeladen in diesem Strafverfahren. Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie die Fragen, die man Ihner stellt, wahrheitsgemäss beantworten müssen. Sie können mit Zuchthaus oder mit Gefängnis bestraft werden, wenn Sie das nicht machen würden. Sie haben ein Zeugnisverweigerungsrecht, wenn Sie sich selbst oder nahe Verawandte oder Verschwägerte einer strafrechtlichen Verfolgung oder einer schweren Benachteiligung aussetzen müssten.

Zeuge Wolfgang Fröhlich:

(AS, ob er dies verstanden habe) Ja.

(AB, Person)

Wolfgang Fröhlich, 1140 Wien, Mauerbachstrasse 37, Tür 13.

(AB, Geburtsort)

Friesach, Kärnten.

(AB, Geburtsdatum)

05.08.1951.

(AB, persönliche Beziehung zu Herrn Graf)

Ich habe Herrn Graf von Angesicht zu Angesicht erst vorgestern kennengelernt. Ich habe einige seiner Bücher gelesen. Ich war selbst konfrontiert mit einer Anklage wegen Wiederbetätigung, was bei uns gemäss Verbotsgesetz § 3 h bestraft wird. Und zwar bin ich dazu gekommen, groteskerweise, ich habe in Wien einen Krankenhausskandal aufgedeckt...

(AV, die Frage lautete nach der Beziehung zu Herrn Graf)

Ich habe im Zuge meiner Verteidigung... Ich habe also diese Krankenhausgeschichte aufgedeckt in Wien.

(AV, er habe das Verfahren nicht zu schildern. Er habe die Beziehung zu Herrn Graf zu schildern)

Ich wurde dann groteskerweise nicht wegen dieses Verfahrens angeklagt oder angezeigt, sondern wegen Wiederbetätigung. Ich bin wie aus allen Wolken gefallen. Ich wusste nicht, wie mir geschieht damals. Ich habe ein einziges Mal das Wort ,,Plutokratie" verwendet. Daraufhin hat man gesagt, dies sei Nazidiktion. Es sind in der Folge von einer Organisation, vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes immer neue Anzeigen gekommen.

(AV, Frage nach Beziehung zu Herrn Graf, er dürfe nicht allzu stark ausholen)

Ich hab dann im Zuge meiner Verteidigung einige der Bücher von Herrn Graf gelesen. Daraus hat sich dann ein telefonischer Kontakt ergeben und gestern ein persönlicher.

(AV, er sei von der Verteidigung zur Frage aufgerufen worden, ob und wie sich Herr Graf in seiner Arbeit mit den Fragen auseinandersetze, ob dies auf wissenschaftlicher Basis oder auf pseudowissenschaftlicher Basis, wie dies von Anklage geltend gemacht werde, geschehe. Nur diese Frage sei zu beantworten, es dürfe nicht ausgewichen werden)

Dies ist klar. Ich kann nur bezüglich der technischen Aussagen von Herrn Graf etwas sagen, nicht bezüglich der historischen. Ich bin gelernter Techniker, nicht Historiker. Bezüglich der Unmöglichkeit des Betriebes einer Gaskammer mit Zyklon 8, dem Verwesungsmittel, irrt Herr Graf nicht. Dies ist streng wissenschaftlich absolut korrekt. Mit Zyklon 8 ist es unmöglich Massenmorde in Gaskammern zu begehen, aus technischen, physikalischen Gründen. Ich werde ihnen gerne diese Gründe auseinandersetzen.

(AV Frage inwiefern sich Herr Graf wissenschaftlich mit dieser Thematik auseinandersetze)

Bezüglich der technischen Aussage der Unmöglichkeit mit Zyklon B und Gaskammern, ist es absolut wissenschaftlich haltbar.

(AB, Ergänzungsfragen durch RA Oswald)

(AB. RA Oswald, was für einen persönlichen Eindruck er erhalten habe, ob Herr Graf in ernsthafter Weise um die Wahrheit bemüht war oder ob er zielrichtig so vorgegangen sei, einfach einem bestimmten Zweck zu folgen. Wollte er also die Wahrheit oder eine politische Zielsetzung erreichen)

Ich hatte nicht den Eindruck, dass Herr Graf irgend ein politisches Ziel verfolgt. Auch in den persönlichen Gesprächen mit ihm, ging es nicht um Politik. Es ging um das Faktum selbst. Ich sehe keinen politischen Hintergrund. Soweit ich dies beurteilen kann, ich bin kein Jurist, war die ganze Diskussion mit Herrn Graf ausschliesslich wissenschaftlicher Natur. Bezüglich meines Sachgebietes der Verfahrenstechnik.

RA Oswald:

Frau Präsidentin, ich halte mich da an die Leitplanken, die sie gesetzt haben, zur Befragung des Zeugen. Ich verzichte auf weitere Fragen.

StA Aufdenblatten:

(AB, Ergänzungsfragen)

Zur Person des Zeugen.

Zeuge Fröhlich:

(AB, StA, was für rechtskräftige Verurteilungen gegen ihn vorliegen würden im In- und Ausland)

Ich bin nicht vorbestraft. Es läuft gegen mich ein Verfahren seit 5 Jahren wegen Widerbetätigungen nach dem Verbotsgesetz 3 H in Oesterreich. Ich bin aber nicht vorbestraft, weder bezüglich politischer Delikte noch anderer Delikte. Es wird aber vermutlich nicht zur Anklage kommen, weil es mir gelungen ist, die österreichische Richterschaft davon zu überzeugen, dass meine Thesen, welche ja nicht solitär von mir sind sondern abgestimmt mit Hochschulprofessoren usw., stichhaltig sind.

(AB, StA, was er über die Ausbildung von Herrn Graf, insbesondere betreffend wissenschaftlicher Titel, wisse)

Meines Wissens ist er Lehrer. Er hat sich verschiedene Dinge selbst angeeignet. Bei einer wissenschaftlichen Frage kommt es ja nicht darauf an, wer sie bringt, sondern ob sie richtig ist oder falsch.

(AB, StA, was der Zeuge selbst für wissenschaftliche Titel aus dem Bereich der Forschung habe)

Ich habe in der Forschung, in der Produktion, in der Entwicklung einige Patente angemeldet, u.a. eines in der Gas-Sterilisationstechnik. Dies ist ein ganz artverwandtes Gebiet von Gaskammern. Ich habe selbst jahrelang Gaskammern gebaut, nicht aber für Menschentötungszwecke, wie etwa der amerikanische Sachverständige Ingenieur Leuchter, sondern um Mikroorganismen zu deaktivieren.

(AB, StA, ob der Zeuge über einen wissenschaftlich akademischen geschützten Titel verfüge, abgeschlossen an einer Universität)

Natürlich, ich bin Diplomingenieur der Verfahrenstechnik. Ich machte die Grundschule, dann die HTL, habe dann einige Semester Physik studiert, dann Verfahrenstechnik und Maschinenbau und dann mit Diplomingenieur abgeschlossen.

StA Aufdenblatten:

Ich möchte die Vorsitzende darum bitten, dem Zeugen vor der nächsten Frage die formelle Zeugenbelehrung zu eröffnen.

Protokollnotiz:

Die Vorsitzende bittet den Staatsanwalt nach vorne, worauf dieser der Gerichtspräsidentin zur verstehen gibt, dass der Zeuge erneut auf seine Wahrheitspflicht und die Straffolge aufmerksam zu machen sei.

GP Staubli:

Herr Fröhlich, wie das der Staatsanwalt gefordert hat, mache ich Sie nochmals auf die Wahrheitsfolgen [sic!] aufmerksam und auch auf Ihr Zeugnisverweigemngsrecht, wie ich das vorhin ausgeführt habe. Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern, wenn Sie sich selbst oder eben auch nahe Verwandte oder Verschwägerte einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen müssten.

Zeuge Fröhlich:

(AB, ob er dies verstanden habe)

Das habe ich verstanden. Darf ich dazu etwas sagen. Ich habe an der technischen Universität in Wien den akademischen Eid geleistet, die Wissenschaft nach Kräften zu fördern und zu verteidigen. Alle meine Aussagen technischer Natur nehme ich auf diesen Eid. Ich habe dies bei hunderten von österreichischen Richtern bereits gemacht. Ich bin immer wieder einvernommen worden zur Sache und bin mit Sachverständigen konfrontiert worden. Die Thesen, die ich vertrete, sind keine solitären Thesen eines verschrobenen Technikers aus Wien, sondern sie sind breitest abgestimmt auch in der österreichischen Lehrkammer.

(AV, es reiche. Wort an StA)

(AB, StA, Nachfrage, ob er persönlich die These vertrete, dass es in den Gaskammern, in den bekannten Gaskammern des 3. Reiches, technisch unmöglich war, mit Zyklon 8 Menschen zu vergasen. Wenn ja, Begründung) Das habe ich bereits gesagt. Es ist technisch absolut unmöglich. Ich muss nun technisch ausholen. Die Begründung ist folgende:

Zyklon 8 ist ein Granulat aus Kieselgur, das ist eine Substanz, die ein mineralisches Endprodukt einer Kieselalge ist.

(AV, nicht zu schnell wegen des Protokolls)

Das Zyklon 8 ist dazu geschaffen worden, Räume und Kleidungsstücke und Utensilien zu entwesen, d.h. zu entlausen. Deshalb hat man die Form der Bindung der Blausäure in dieses Granulat so bewerkstelligt. Der Sinn war der: Dass das Zyklon 8, also das Granulat, die Blausäure sehr langsam abgibt. Das war abhängig von der Temperatur. Der Vorgang heisst Desorption. Absorption ist die Bindung, Desorption in der Physik. Absorption ist die Bindung...

(AV, kurze Begründung)

Es ist ein technisches Faktum, dass man nicht mit wenigen Worten ausführen kann. Das geht einfach nicht. Ich werde mich so kurz wie möglich halten. Die Blausäure siedet bei 26°, bei 25,7° genau. Wenn man will, dass diese Blausäure sehr schnell aus diesem Granulat verdampft, muss man das Granulat erwärmen, mindestens auf Siedetemperatur, wahrscheinlich aber 5 bis 6° darüber, dann können sie in wenigen Minuten die gesamte Blausäure aus diesem Granulat herausnehmen. Wenn man es aber so macht, wie es die Zeugen schildern, dass man es oben hineinwirft, dann bilden sich am kalten Steinboden in den sogenannten Gaskammern, in diesen Leichenkellern, die man der Oeffentlichkeit als Gaskammern präsentiert, ist die Bodentemperatur 15°C. Bei 15°C ist es also fast nicht möglich, Blausäure aus diesem Granulat herauszuholen. Wenn sie das trotzdem machen, wie es die Zeugen geschildert haben, brauchen sie so viel Blausäure, für 100 Personen lässt sich dies ausrechnen, 30, 40, 50 kg Blausäure. Wenn sie das tatsächlich so machen und dann die Türe öffnen würden, würden sie das gesamte Lager töten. Wenn die sogenannten Sonderkommandos hineingehen, wie die Zeugen geschildert haben, zigarettenrauchend und essend, sie würden die Leichen hoch nehmen, dann wäre unter den Leichen ein 100%-ges Gasgemisch mit 38 - 100% Blausäure. Die Sonderkommandos würden also auf der Stelle umfallen.

Staatsanwalt Aufdenblatten:

(AB, ob dies ihm zur Begründung reiche)

Ich habe genug gehört. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass meines Erachtens durch die heutigen Äusserungen, die protokolliert sind, hier ebenfalls der Straftatbestand von 261bis gegeben ist. Da dieser Straftatbestand ein Offizialdelikt darstellt, gehe ich davon aus, dass das Gericht - von Amtes wegen - die notwendige Strafanzeige einreichen wird. Wenn dies wider erwarten nicht der Fall sein wird, wird es meine Pflicht sein, dies zu tun.

Sonst habe ich keine Fragen mehr.

Protokollnotiz:

RA Stehrenberger begehrt, sich während 5 Minuten mit seinem Kollegen Oswald besprechen zu können, da nach diesen neuen Vorkommnissen eine Verteidigung unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich sei.

Der Zeuge Fröhlich wird entlassen. Es ertönt Applaus im Gerichtssaal. Die Vorsitzende weist daraufhin, dass im Gerichtssaal Ruhe zu bewahren sei.

Sollte sich ein Vorfall in dieser Art wiederholen, würde die Offentlichkeit vom weiteren Verfahren ausgeschlossen.

RA Stehrenberger und RA Oswald verlassen den Gerichtssaal für die Besprechung und kehren nach ca. 3 Minuten wieder in den Saal zurück (09.50 Uhr).

RA Oswald:

Sehr geehrte Frau Präsidentin darf ich eine kurze Erklärung abgeben: Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft ist mit aller Schärfe zu rügen. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft bestätigt meine einleitenden Bemerkungen voll und ganz. Wenn ein am Prozess Beteiligter, sei es der Angeklagte selbst, sei es der Verteidiger, sei es ein Zeuge, eine Aussage macht, dann wird er sogleich ins Strafverfahren miteinbezogen. Das lässt letztlich ein Strafverfahren nicht mehr zu. Selbstverständlich unterziehe ich mich ihrem Beschluss, den sie gefasst haben. Wir werden das Verfahren heute durchführen. Aber ich protestiere meinerseits gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Ich sage, das ist natürlich eine provozierte Aussage gewesen, ein Vorgehen, das ohnehin nicht geduldet werden kann. Man kann nicht auf diese Art und Weise, als Behörde, als Vertreter der Staatsanwaltschaft, einen Zeugen derart in die Falle locken, ihn zu einer Aussage provozieren, und dann sagen: So jetzt wirst du bestraft. Dies widerspricht allen rechtsstaatlichen Grundsätzen eines fairen Prozesses.

Protokollnotiz:

Die Vorsitzende gibt zu Protokoll, dass diese Aussagen zur Kenntnis genommen worden sind. Das Gericht habe zum Schluss darüber zu befinden, ob es gestützt auf diese Ausführungen der Staatsanwaltschaft zu Weiterungen kommen werde oder nicht.

Die Vorsitzende führt weiter aus, dass nunmehr die Befragung der Angeklagten stattfinden werde. Beide Angeklagte werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie jeweils auch als Auskunftsperson betreffend dem anderen Verfahren befragt würden.

Protokollnotiz:

Um II .55 Uhr wird die Verhandlung für die Mittagspause unterbrachen. Im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft, dem Zivilkläger sowie dem Mitangeklagten Graf (immer Vertreter, Verteidiger) wird Herr Förster für den Nachmittag von der Verhandlungsteilnahme dispensiert. Herr Förster reicht quasi als Schlusswort seine Verteidigungsrede mitsamt Beilagen zur Person ein. Sie wird in dieser Form zu den Akten genommen.

Um 14.00 Uhr geht die Verhandlung weiter.

Angeklagter Graf:

(AV, vorab Fragen zur Person. AB, ab es richtig sei, dass er in Basel wohne und ledig sei)

Das ist richtig.

(AB, Anstellung als Lehrer an einer Privatschule)

[Der Angeklagte Graf weist daraufhin, dass er darauf angewiesen sei, die Fragen via Mikrophon zu beantworten wegen einer Sommergrippe, sowie dass er die Fragen auf Schriftdeutsch beantworten werde, da etliche Freunde im Saal anwesend seien, welche kein Schweizerdeutsch verstehen würden]

Ich war bis zum Frühling 1993 Lehrer an einem Progymnasium für Lateinisch und Französisch in Basel-Land. Aufgrund einer Publikation habe ich meine Stelle verloren. Seit Oktober 1994 bin ich Deutschlehrer an einer kleinen Privatschule in Basel.

(AB, was für eine Schule)

Wenn sie gestatten würde ich dies nicht sagen, denn ich hätte es nicht gerne, wenn die Presse eine Hetzkampagne gegen diese Schule entfachen würde.

(Av, die Angeklagten hätten in der Regel über ihre genauen Berufssituationen Auskunft zu geben. Er werde gebeten, dies ebenfalls zu tun)

Ich möchte meinen Anwalt fragen, ob ich das tun muss. Wenn er sagt ja, dann werde ich dies beantworten.

RA Oswald:

Kann er das schriftlich beantworten?

Angeklagter Graf:

(AV, er könne die Antwort noch heute schriftlich nachreichen)

Dies werde ich tun.

Protokollnotiz:

Während der nächsten Verhandlungspause gibt der Angeklagte den Namen der Privatschule bekannt: [...]

Angeklagter Graf:

(AB, ob es richtig sei, dass er jetzt an dieser Privatschule Deutsch unterrichte)

Ja, das Ist richtig.

(AB, finanzielle Verhältnisse, Einkommen bei der Schule)

Das Einkommen ist sehr unregelmässig. Ich verdiene viel besser im Winter und Frühling, demgegenüber weniger gut im Sommer und Frühherbst. Mein durchschnittliches Monatseinkommen dürfte Fr. 2'300.- bis Fr. 2400.- pro Monat betragen. Die Reisen, welche ich für Forschungen unternehme, werden mir von der Unterstützung bezahlt.

(AB, ob es richtig sei, dass er Fr. 2'300.- bis Fr. 2'400.-- aus der Lehrertätigkeit verdiene)

Das ist das durchschnittliche Einkommen aus der Lehrertätigkeit. Aus den Büchern beziehe ich heute nichts mehr. Das war früher.

(AB, Miete)

Fr. 703.--.

(AB, Vermögen! Schulden)

Ich schulde einem Kollegen ein Bier, sonst nichts. Vermögen: Kontostand wahrscheinlich ca. Fr. 800.- z.Zt.

(AV, er sei nebst der Lehrertätigkeit auch als Autor tätig, er habe einen eigenen Verlag: Guideon Burg Verlag. AB, ob dieser noch aktiv sei)

Der Verlag ist Ende 1992 anfangs 1993 gegründet worden, damit ich meine beiden ersten Bücher vertreiben konnte. Die Verlagstätigkeit ruht seit Jahren. Anstelle des Guideon Burg Verlags getreten sind einerseits die Neuen Visionen in der Schweiz, andererseits habe ich meinen Restbestand an alten Büchern abgestossen nach Belgien. und zwar aus praktischen Gründen. Es gibt dort zwar so ein Maulkorbgesetz wie in der Schweiz, aber es wird nicht angewendet. Darum war Vertrieb von Belgien aus sicherer.

(AB, ob er im Guideon Burg Verlag sowohl als Autor als auch als Verleger geamtet habe)

Ja. Das kann man sagen.

(AB, seit wann er keine eigenen Bücher mehr vertreibe)

Ich kann ihnen das nicht genau sagen. Ich muss jetzt mit Schätzungen operieren. Der Holocaust auf dem Prüfstand wird seit ca. Februar/März 1996 nicht mehr durch mich selber, sondern via Belgien verkauft. Es waren schon vorher nicht mehr viele. Die meisten Bücher sind 1993/94 vertrieben worden. Der Holocaust-Schwindel ist bis auf wenige Restexemplare vergriffen. Wann ich die letzten Exemplare verkauft habe, weiss ich im Moment nicht. Ich habe das aber einmal bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Bei einer polizeilichen Vernehmung. Sie müssten dort nachschauen.

(AV, er habe ausgesagt, 1995 noch ca. 50 Exemplare des Holocaust-Schwindels über den Guideon Buchverlag vertrieben zu haben)

Ja, das dürfte stimmen. Anfangs 1996 war dann fertig mit diesem Buch. Die Auflage war vergriffen.

(AB, ob er nebst dem Holocaust-Schwindel noch weitere Bücher vertrieben habe)

Diese beiden Bücher habe ich selber vertrieben. Ich möchte darauf hinweisen, dass ein grosser Teil der Auflage und im Fall des Prüfstandes sogar der grösste Teil nicht von mir selber verkauft worden ist, sondern von Freunden. Der Druck der Bücher wurde mir damals ermöglicht durch ein Freundesgremium. Diese Freunde konnten natürlich soviel von den Büchern nehmen, so viel wie sie wollten. Ich habe aber einen Teil der Auflagen selber verkauft. Das ist richtig.

(AB, wie gross der Teil sei, welchen er selber verkauft habe)

Ich müsste mit Schätzungen operieren. Ich möchte sie nicht anlügen. Ich kann es wirklich nicht genau sagen.

(AB, ca.)

Ich schätze, dass ich vom Holocaust-Schwindel, von den 3'000 Exemplaren, die gedruckt worden waren, Grössenordnung zwischen 700 bis 1'000 selber verkauft habe, oder zum grossen Teil auch verschenkt. Ich habe diese natürlich einem sehr grossen Freundes- und Bekanntenkreis gratis zugestellt. Vom Prüfstand dürfte die Anzahl der selber verkauften und verschenkten Exemplare höher gewesen sein.

(AB, ca. wieviele Bücher über Freundeskreis vertrieben)

Ich weiss es nicht. Ich kenne die Gesamtauflage für den Schwindel: Das waren 3'000 Stück. Diese 3'000 Stück sind weg bis auf wenige Restexemplare. Aber wer was wohin geschickt hat, weiss ich nicht. Ich habe mich nicht darum gekümmert. Es ist klar, dass die Leute die mir geholfen haben, organisatorisch und finanziell, dass sie Anspruch gehabt haben, sich selber am Gewinn zu beteiligen. Das ist ganz klar. Beim Prüfstand ist die Gesamtauflage sehr viel grösser gewesen. Und zwar darum, weil ein Deutscher in eigener Regie eine neue Auflage gedruckt hat mit meinem Einverständnis. Dafür habe ich keinen einzigen Pfennig bekommen. Der Deutsche dürfte um die 8'000 Stück vertrieben haben. Die Gesamtzahl in deutscher Sprache von Holocaust auf dem Prüfstand würde ich auf 14000 bis 16000 schätzen. Es sind in 7 oder 6 anderen Sprachen Exemplare verbreitet worden. Daran habe ich nicht den geringsten finanziellen Profit. Den habe ich auch nicht erwartet, es geht mir um die Verbreitung des Buches und der Ideen.

(AB, ob es richtig sei, dass Übersetzungen des Holocaust auf dem Prüfstand auch über den Guideon Burg Verlag vertrieben worden sind)

Der Name des Guideon Burg Verlag ist übernommen worden von belgischen Freunden in Dworb in der Nähe von Brüssel. Die haben das Buch verkauft in eigener Regie in flämischer und französischer Sprache. Ich war daran aber nicht finanziell beteiligt, die haben einfach den Namen übernommen.

(AV, Bücher über Neue Visionen GmbH - Verlag vertrieben, gemäss Verlagsvertrag 8 % des Nettoverkaufpreises als Honorar zu gute. Er solle schildern, wie dies abgelaufen sei)

Ich habe mit Herrn Förster ein gutes und freundschaftliches Verhältnis und wir haben das dann so gemacht, dass wir uns im gegenseitigen Einverständnis nicht an den Vertrag gehalten haben. Ich habe für diese 3 Bücher die ich geschrieben habe für Herrn Förster, Geld bekommen in bar und zwar in Etappen, je nachdem wie weit die Bücher fortgeschritten waren. Ich weiss genau noch was ich bekommen habe für das Auschwitz Buch, das waren Fr. 12'000.-. Ich habe auch ein Jahr daran gearbeitet. Es ist also ein sehr mässiges Honorar, rein materiell gesehen. Für die Todesursache weiss ich es nicht mehr, ich würde schätzen es waren sehr viel weniger. Es könnten Fr. 4'000.- bis Fr. 6'000.- gewesen sein, aber ich weiss es ehrlich nicht mehr. Und für das dritte Buch, Das Rotbuch, da waren es wahrscheinlich Fr. 2'000.-, aber ich kann das nicht beschwören.

(AB, seit wann er sich mit dem Holocaust/Revisionismus beschäftige) Ich kann es ganz genau sagen, seit dem April 1991.

(AV, in seiner Schrift Auferlegung eines Schuldkomplexes habe er ausgeführt, er sei von Herrn Vogt ,,bekehrt" worden)

Der Titel Auferlegung eines Schuldkomplexes stammt nicht von mir. Er könnte unter Umständen von Ernst Zündel stammen.

(AB, Herr Vogt)

Ich habe Herrn Arthur Vogt persönlich kennengelernt im März 1991, nachdem wir vorher korrespondiert und telefoniert hatten. Was uns zusammenführte war die Frage der Asylbewerber in der Schweiz. Ich hatte 1990 ein Buch geschrieben mit dem Titel ,,Das Narrenschff", hatte Herrn Vogt eine Kopie zugestellt und darauf haben wir beschlossen uns persönlich zu treffen. Das erste persönliche Treffen erfolgt nach einer Veranstaltung der Schweizer Demokraten in Zürich, im März 1991, und das erste Treffen unter vier Augen dann einige Wochen später, anfangs April des selben Jahres.

(AB, wie seine heutige Beziehung zu Herrn Vogt sei)

Sehr herzlich, Herr Vogt ist ein Mann den ich absolut 100%-ig respektiere. Er ist für mich die fleischgewordene Integrität, obwohl wir in sehr vielen Punkten nicht übereinstimmen. Ich musste sagen, Herr Vogt hat mich immer wieder unterstützt, auch finanziell als es mir sehr schlecht ging. Aber was noch wichtiger war oder ebenso wichtig war die organisatorische Unterstützung und die Liefemng von Quellen.

(AB, ob es richtig sei, dass er keine Historikerausbildung habe und ob er sich selbst als ,,self-made"- Historiker bezeichnen würde)

Die Frage ist absolut berechtigt. Ich habe sie auch erwartet. Ich möchte darauf hinweisen, dass die beiden namhaftesten Vertreter der offiziellen Holocaust-Forschung, die beiden Juden Breitlinger und Hilberg, keine gelernten Historiker sind. Breitlinger war Kunstexperte. Hilberg ist Jurist. Der Franzose Jean-Claude Pressac, der weltweit als Widerleger des Revisionismus gepriesen wurde, ist von der Ausbildung her Pharmakologe. Wenn ein Kunsthistoriker, ein Jurist und ein Pharmakologe das Recht haben, über den Holocaust zu schreiben, weil sie sich ihr Wissen selber angeeignet haben, dann darf das meiner Ansicht nach auch ein Philologe, wie ich.

Wenn ich zu schnell spreche, dann wollen Sie mich bitte ein bischen bremsen.

(AB, ob er sein Arbeiten als wissenschaftliches Arbeiten bezeichnen würde)

Teilweise. Ich würde sagen, dass zum Beispiel mein Buch, mein erstes Buch für die Neuen Visionen, das Auschwitz-Buch, ist meines Erachtens ein rein wissenschaftliches Buch. Dasselbe gilt für ein anderes Buch, das ich mit dem italienischen Historiker Mattogno zusammen geschrieben habe und das aber noch nicht erschienen ist, darin geht es ausschliesslich um ein Konzentrationslager, nämlich Mejdanek. Also diese Bücher würde ich als rein wissenschaftlich bezeichnen. Den Prüfstand und den Schwindel würde ich als populärwissenschaftlich bezeichnen, d.h. es sind keine eigenen Erkenntnisse drin. Es wird da zusammengefasst, was andere Forscher ermittelt haben. Und das letzte Buch hier, Todesursache, ist für mich ein Roman. Es ist eine erfundene Handlung. Sie können, wenn sie wollen, sagen, ein historischer Roman, weil historische Fakten eingebettet sind. Aber ich habe nie behauptet, das sei eine wissenschaftliche Arbeit.

(AB, ob er sich selber als Revisionisten bezeichnen würde)

Ja, gewiss.

(AB, was dieses Wort für eine Bedeutung für ihn habe)

Das Wort Revisionismus wird allgemein für Geschichtsforscher im weiteren Sinne verwendet, welche ein gängiges Geschichtsbild in Frage stellen. Im engeren Sinn für die sogenannten Holocaust-Revisionisten, was wir grundsätzlich in Frage stellen, sind 3 Punkte.

Erstens, dass es im dritten Reich einen Plan gab, die Juden physisch auszurotten.

Zweitens, dass es Vernichtungslager mit Menschentötungsgaskammern gab. Drittens, dass die Zahl der jüdischen Opfer 5 bis 6 Millionen betrug.

Was natürlich nicht in Frage gestellt wird, ist die sehr unmenschliche Judenverfolgung unter dem Nationalsozialismus, die Deportationen, die Konzentrationslager und das Massensterben in Lagern, vor allem aufgrund von Epidemien und Entkräftung.

(AV, er habe in einem Brief an Professor Kreis im Januar 1 99S geschrieben, dass es die revisionistische Auffassung sei, dass es Menschenvergasungen in Auschwitz nicht gegeben habe. AB ob dies richtig sei) Selbstverständlich. Es gab nach der orthodoxen Geschichtsversion 6 Vernichtungslager, aber über Auschwitz ist hundertmal mehr geschrieben worden als über den Rest der anderen 5 geschrieben worden. Und damit ist Auschwitz das Zentmm der ganzen Debatte.

(AB, ob er an der AEZ (Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte) beteiligt sei)

Ja. Die Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte ist von Arthur Vogt gegründet worden. Ich bin Mitglied. Es ist eine sehr lose Vereinigung.

(AB, ob er zudem auch als Autor für diese Gemeinschaft tätig sei) Ja. Ich habe zwar nicht regelmässig aber doch etwa in 2 bis 3 Nummern Beitra~ge geschrieben.

(AB, ob es richtig sei, dass die Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte früher Arbeitsgemeinschaft zur Enttabuisierung der Zeitgeschichte geheissen habe)

Das ist richtig. Wir fanden diesem Ausdruck etwas pompös und haben ihn dann vereinfacht.

(AB, ob die Aurora das Organ der AEZ sei)

Das ist richtig, ja.

(AB, ob verantwortlicher Verleger und Redaktor Herr Arthur Vogt sei) Genau.

(AV, er habe ausgeführt, er schreibe für die AEZ und sei auch beteiligt. AB, ob er sich auch mit der AEZ/Aurora identifiziere)

Ja. Selbstverständlich im grossen Ganzen. Das muss ja nicht heissen, dass ich jeden Satz billige, den ein Anderer schreibt. Es ist normal, dass es auch unter Freunden Meinungsverschiedenheiten gibt. Ich identifiziere mich aber natürlich im Grossen und Ganzen mit der Linie.

(AV, in einem Brief an verschiedene historische Fakultäten in der Schweiz habe er ausgeführt, die AEZ ,,befasst sich insbesondere mit dem sogenannten Holocaust, wobei sie die revisionistische Auffassung vertritt, derzufolge es im 3. Reich weder Hinrichtungsgaskammern noch einen Plan zur physischen Vernichtung der Juden gab und nicht wie allgemein behauptet 5 bis 6 Millionen, sondern einige hunderttausend bis maximal 1 Million Juden als Folge der nationalsozialistischen Judenverfolgung den Tod gefunden haben")

Das ist richtig. Wenn sie mich fragen nach meiner persönlichen Schätzung der Zahl der jüdischen Opfer, würde ich diese mit etwas unter 1 Million angeben. Diese Zahl ist jedoch nicht gesichert, da die Dokumente nur unvollständig erhalten sind.

 

Auschwitz Tätergestandnisse und Augenzeugen des Holocaust

 

(AV, nunmehr zur Anklage, Buch: Auschwitz Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust. AB, wie es zur Zusammenarbeit mit Herrn Förster gekommen sei)

Ja, sehr genau: Ich habe Herrn Förster persönlich kennengelernt am 1. April 1993 als ich ihn besuchte. Wir hatten vorher ein paar Mal telefoniert. Herr Förster hatte mein Buch Der Holocaust auf dem Prüfstand gelesen und weil er selber plante, einen Verlag zu gründen, hat er bei mir angefragt, ob ich mit ihm zusammenarbeiten wolle und die Möglichkeit einer Zusammenarbeit hat sich dann konkretisiert in den folgenden Monaten.

(AB, ob er vorher bereits von Herrn Förster gehört habe)

Nein.

(AB, wie es zum Kontakt gekommen sei)

Mein Buch wurde ab Januar 1993 verbreitet, bevor es offiziell erschien. Herr Förster hat bei einem Treffen, bei welchem ich nicht dabei war, ein Exemplar bekommen. Er hat dann beschlossen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Er merkte, dass ich die Materie studiert hatte.

(AB, beim Buch Auschwitz Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust Titel und Vorwort von Herrn Förster)

Der Titel und das Vorwort stammen nicht von mir. Ob es Herr Förster selber geschrieben hat oder ein anderes Mitglied der Neuen Visionen, weiss ich nicht. Es ist mir vorgelegt worden und ich habe beides gebilligt. Aber wenn sie fragen, wer den Titel und das Vorwort geschrieben hat, dann muss ich passen. Ich weiss es echt nicht.

(AB, ob Herr Förster weitere Handlungen mit der Herausgabe dieses Buches getätigt habe)

Ich verstehe das Wort Handlungen nicht ganz. Können sie bitte etwas konkreter werden.

(AB, ob Herr Förster beispielsweise das Buch redigiert habe)

Herr Förster kann nicht korrekt deutsch schreiben, weil er vor allem die Kommaregeln nicht beherrscht. Ich würde mir verbieten, dass er herumredigiert an meinen Texten. Er hat mir allerdings geholfen, indem er mir etliche Ouellen zur Verfügung gestellt hatte. Das habe ich auch entsprechend gewürdigt in meinem Vorwort.

(AB, ob er Herrn Förster über den Stand des Buches informiert und dokumentiert habe)

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich Herrn Förster Ende September, Oktober 1993 das erste Drittel geschickt. Wir haben dann einiges besprochen. Wahrscheinlich, kann ich nicht mehr garantieren, habe ich ihm später auch noch das zweite Drittel geschickt, bevor er die endgültige Version hatte. Ich weiss das nicht mehr so genau.

(AB, ob für ihn klar gewesen sei, dass dieses Buch auch vertrieben werden sollte)

Kennen sie einen Schriftsteller, der ein Buch schreibt und nicht hofft, dass es vertrieben wird? Man schreibt ja nicht zur Selbstbelustigung.

(AV, die Vorsitzende schliesse aus seinen Worten, dass er auch einverstanden gewesen sei, dass das Buch vertrieben werde)

Ganz ohne Frage. Erstens ist das Buch veröffentlicht worden etliche Monate vor dem Inkrafttreten des Maulkorbgesetzes, das war wohl im Sommer 1994. Zweitens habe ich absolut nichts dagegen, dass es nach dem Inkrafttreten des Gesetzes weiter vertrieben wurde. Ich möchte allerdings ausdrücklich betonen, dass ich mit dem Vertrieb nie etwas zu tun hatte. Ich habe diese Bücher nicht verkauft. Ich habe einige Exemplare an Freunde geschickt. Damit ist die Anklage wegen dieses spezifischen Buches formaijuristisch absurd. Das ist eine rückwirkende Gesetzsprechung (sic!). Sie können mich nicht anklagen wegen einer ,,Tat", die zum Zeitpunkt ihres Begehens nicht strafbar war. Das Buch ist geschrieben worden lange vor Inkrafttreten des Gesetzes. Am Vertrieb war ich nicht beteiligt, folglich können sie mich wegen dieses Buches aus reinen formaljuristischen Gründen nicht belangen.

(AB, ob es in seinen Augen Änderungen beim Vertrieb des Buches gegeben habe mit Inkrafttreten von Art. 261bis StGB)

Ja. Die Frage ist wichtig und ich möchte sie hier ganz klar beantworten. Wenn sie bei einem rechtsstaatlichen Verfahren mit dem §261bis gegen einen Revisionisten vorgehen möchten, haben sie keine Chance. Das sogenannte Antirassismus-Gesetz definiert das Delikt nicht, es operiert mit lauter Floskeln und Leerformeln. Es sagt nichts Konkretes. Es wird weder die 6-Millionenzahl noch die Gaskammer postuliert, sondern lediglich das Leugnen von Völkermord verboten. Ein Völkermord, wie er in der UNO-Definition behandelt wird, wird von uns nicht bestritten. Die Nationalsozialisten haben Juden getötet. Die Juden haben durch die Deportation schweren Schaden erlitten. Das ist nach der UNO-Definition Völkermord und diesen Völkermord stellen wir nicht in Abrede. Über die Modalitäten, über die Zahlen des Völkermordes muss man öffentlich diskutieren können, sonst haben wir die Diktatur. Ich wusste allerdings, ich rechnete damit, dass es keine rechtsstaatlichen Prozesse geben werde, sondern dass der Druck der jüdischen Organisationen auf die Justiz dermassen gross sein werde, dass solche Verfahren geführt würden und die Realität hat diese Erwartung bestätigt. Also, ich rechnete schon damit, dass es einen Prozess geben würde. Allerdings nicht gegen mich persönlich aufgrund dieses Buches. Also diese Missachtung von rechtsstaatlichen Grundsätzen hat mich doch etwas überrascht.

(AB, Zweck des Buches)

Darf ich sie um zwei Minuten Redezeit bitten hier. Es ist eine wichtige Frage. Ich kann es nicht in zwei Sätzen sagen. Es gibt für eine Massenvernichtung von Menschen in Gaskammern weder Sachbeweise noch Dokumentenbeweise. Das wird von der offiziellen Historikerschaft zähneknirschend eingeräumt. Ich könnte ihnen etliche Beispiele nennen. Es hat z.B. der Anti--revisionist Jaques Baynac am 2. und 3. September 1996 im Nouveau quotidien von Lausanne geschrieben, es gebe für den Holocaust keine dokumentarischen Beweise, Zeugenaussagen seien nicht beweiskräftig. Das schreibt ein Antirevisionist der persönlich an die Gaskammern glaubt. Es ist seit dem 2. Weltkrieg keinem offiziellen Historiker eingefallen, Zeugenaussagen auf denen die ganze Anklage gegen das deutsche Volk beruht, zu sammeln, zu zitieren, zu analysieren. Es war eine unverständliche Lücke und es war die Idee von Herrn Förster, diese Lücke zu füllen. Ich habe in Zusammenarbeit mit zwei Historikern und einem Techniker diese Lücke zu füllen versucht. Die ganze Anklage eines industriellen Völkermordes beruht auf den Anklagen auf den Zeugenaussagen von einigen dutzend Personen. Es sind immer die gleichen 12 bis 20 Leute, die in der orthodoxen Literatur zitiert werden. Hier haben sie diese Zeugenaussagen. Kein Mensch sagt, ich hätte falsch zitiert. Jetzt lesen sie diesen Unsinn, den die Leute von sich gegeben haben und dann ist der Holocaust für sie erledigt.

(AB, ob er darüber informiert gewesen sei, dass das Buch der Bundesanwältin zugestellt werde)

In kann Ihnen das Datum nennen: 31. Oktober1994.

(AB, ob dies mit Herrn Förster so abgesprochen worden sei)

Es war nicht abgesprochen, aber er hat mich informiert und ich fand es gut.

(AB, Beweggrund, das Buch der Bundesanwältin zuzustellen)

Ich nehme an, Herr Förster wollte sich absichern, ein vernünftiger Schritt.

(AV, nunmehr Zitate aus dem Buch, z.T. dieselben wie bei Herrn Förster. AV, S. 12 unter Hinweis auf die deutsche Gründlichkeit: ,,Da ein so gewaltiges Verbrechen wie die Ermordung mehrerer Millionen Menschen in Gaskammern zwangsläufig mit einem enormen administrativen Aufwand verbunden sein musste, würde man für die Judenausrottung logischerweise wahre Berge von dokumentarischen Belegen erwarten. In Tat und Wahrheit können sich die exterministischen (d.h. die Ausrottungsthese verfechtenden) Autoren nur auf eine Hand voll Dokumente stützen, deren Echtheit und korrekte Auslegung meist strittig ist". AB, was mit dieser Passage dem Leser vermittelt werden sollte)

Was ich vorhin bereits antönte, nämlich das absolute Fehlen von dokumentarischen Beweisen für eine Ausrottungspolitik oder für Menschentötungsgaskammern. Ich darf sie darauf hinweisen, dass ich allerdings erst nach Erscheinen dieses Buches zusammen mit Mattogno volle zwei Monate in Moskau in zwei Archiven gearbeitet habe. Dort werden 88'000 Seiten Dokumente über Auschwitz aufbewahrt. Tausende von Seiten über andere Konzentrationslager. Wir haben sie vom ersten bis zum letzten Blatt gesichtet., haben 4'000 bis 5'000 Blätter kopiert. Es gibt nicht den geringsten Hinweis auf eine Judenvernichtungspolitik. Das hat uns nicht überrascht. Wenn es solche Dokumente gäbe, dann hätten die Kommunisten sie unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg triumphierend vorgelegt. Aber nein, die Dokumente verschwanden in Archiven bis 1991, unzugänglich für Forschung. Warum?

(AV, weiteres Zitat: ,,In der Einleitung zum vorliegenden Werk sagten wir, es gäbe zwar für die Judenverfolgung lückenlose dokumentarische Beweise, aber für die Judenausrottung und insbesondere für die Gaskammern fehlten jegliche dokumentarische Belege")

Ich kann ihnen, weil es ja grundsätzlich die gleiche Frage ist wie vorher, ein weiteres Beispiel nennen. Seit 1994 hat der Franzose Jean-Claude Pressac die deutsche Ausgabe seines französischen Buches jes crèmatoires d'Auschwitz veröffentlicht. In der Einleitung steht auf S. 2, er brauche keine Zeugenaussagen, weil diese immer fehlbar seien. Er stütze sich auf Dokumente. Ich habe das Buch sehr genau gelesen. Immer wenn Pressac im Buch von einer Menschenvergasung spricht, zitiert er im Widerspruch zu seiner eigenen Ankündigung eine Zeugenaussage, warum? Weil es die dokumentarischen Beweise nicht gibt.

(AV, er habe in einer Einvernahme vom September 1995 ausgeführt, die angeblichen Massenmorde hätten nicht stattgefunden und es hätte keine Gaskammern zur Tötung von Menschen gegeben. AB, ob dies auch noch seine heutige Meinung sei)

Ich würde es heute ein bisschen präziser formulieren. Wenn ich sage Massenmorde, meine ich Massenmorde in Gaskammern. Was es ohne Zweifel gab, was ich auch nie bestritten habe, waren Erschiessungen von Juden und Nichtjuden an der Ostfront. Deren Ausmass kenne ich nicht. Ich habe die Frage nicht studiert, es ist sehr schwierig sie zu studieren, weil kaum Dokumente vorliegen. Aber Massentötungen in Gaskammern werden von uns kategorisch bestritten. Heute erst recht.

(AB, was ,,für uns" bedeute)

Von uns heisst von den Revisionisten. Also auch von mir. Der zentrale Grund ist ihnen von Herrn Fröhlich mitgeteilt worden. Massenmorde mit Zyklon B in einer Gaskammer sind technisch unmöglich. Sie können deshalb nicht stattgefunden haben.

(AV, dies sei bereits ausgeführt worden)

Daran halte ich fest. Natürlich.

(AV, Zitat S. 240: ,,Mythos vom Vernichtungslager Auschwitz". AB, was er damit meine)

Die Geschichte von Auschwitz ist nicht vollständig, aber doch sehr weitgehend, dokumentarisch rekonstruierbar. Auschwitz war ein Komplex von Arbeitslagern mit extrem hohen Todesraten, vor allem aufgrund von Flecktyphus, das ist dokumentierbar. Die von Augenzeugen behaupteten Massenvergasungen sind nicht dokumentierbar. Man kann aufgrund von technischen, chemischen, sonstigen Argumenten festlegen, dass sie nicht stattgefunden haben können und somit nicht stattgefunden haben.

(AB, ob er damit den Mythos meine)

Vernichtungslager bedeutet ein Lager, wo man die Leute hinschickt um sie zu töten. Das ist ein Mythos. Man hat die Leute hingeschickt, um ihre Arbeitskraft auszubeuten.

(AV, er habe in derselben Befragung vom September 1995 ausgeführt: ,,Ein Mythos ist selbstverständlich die Geschichte von den Judenvergasungen". AB, ob es richtig sei, dass er damit die Vergasungen an den Juden bestreite)

Selbstverständlich.

(AV, Zitat S. 240, unter dem Titel ,,Fazit": ,,Das Fazit zu ziehen ist jetzt eine Leichtigkeit: Die Zeugenaussagen enthalten nicht nur zahlreiche technische und naturwissenschaftliche Unmöglichkeiten, sie widersprechen sich auch gegenseitig in vielen Punkten. Die Schilderungen der Örtlichkeiten sind meist äusserst wage; elementare Angaben (Grösse der Gaskammern, Fassungsvermögen, Hinweise darauf, ob die Räuumungskommandos Gasmasken trugen usw.) fehlen sehr oft auch bei Zeugen, die sich lange Zeit in der Nähe der betreffenden Räumlichkeiten aufgehalten oder gar dort gearbeitet haben wollen. Übereinstimmung herrscht darin, dass der Tod der Opfer sehr rasch eintrat, und dass die Türe schon kurze Zeit nach dem Einwurf des Gases geöffnet wurde. Beides ist aus bereits dargelegten Gründen nicht möglich. Solche Zeugenaussagen haben dazu geführt, dass Tausende von Menschen gehängt, erschossen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Aufgrund solcher Zeugenaussagen wird ein ganzes Volk seit nun bald einem halben Jahrhundert kriminalisient". AB, ob dies auch heute noch seine Meinung sei)

Darf ich dazu zwei Ergänzungen oder zwei Erläuterungen vortragen. Nehmen wir an, drei Zeugen behaupten einen Autounfall gesehen zu haben.

(AV, er solle nicht zu stark ausholen)

Der erste sagt, das Auto kam von der Fahrbahn ab und geriet in Brand. Der zweite sagt, das Auto kollidiert mit einem andern Auto. Der dritte sagt, das Auto fuhr über eine Brücke; die Brücke stürzte ein; das Auto fiel in den Fluss. Was sagen sie da? Und was sagen sie erst, wenn kein Autowrack herumliegt? Wenn es keinen Fluss gibt und keine Brücke gibt? Wo die Zeugenaussagen übereinstimmen, enthalten sie Unmöglichkeiten. Ich nenne ein einziges Beispiel um sie nicht zu strapazieren: Zahlreiche Zeugen sagen, man habe in Auschwitz in einer Muffel drei Leichen in 15 Minuten verbrannt. Tatsächliche Kapazität ist eine Leiche pro Stunde und Muffel, das sagt ihnen jeder Kremationsexperte. Die Kapazität ist um das zwölffache übertrieben. Es ist nicht möglich, dass viele Zeugen unabhängig voneinander die gleiche Geschichte erfunden haben. Die einzige mögliche Schlussfolgerung, die Zeugenaussagen wurden koordiniert. Wie sie koordiniert wurden, haben wir in den letzten Jahren in allen Einzelheiten herausgefunden.

(AB, was seine Motivation gewesen sei, dieses Buch zu schreiben)

Sprechen sie spezifisch von diesem Buch oder allgemein von meiner publizistischen Tätigkeit.

(AV, von diesem Buch)

Vor allem war es persönliche Neugierde. Ich hatte damals schon sehr viel über den Holocaust gelesen, auch schon publiziert. Aber ich hatte die Zeugenaussagen über Auschwitz nicht dermassen im Detail gekannt. Ich musste mich findig machen. Ich fuhr zu Faurisson, ich fuhr zu Mattogno, ich besorgte mir die Quellen. Es war z.T. sehr schwierig, es war in sehr vielen Sprachen geschrieben. Es ging mir vor allem darum, selber mehr über das Thema zu erfahren und dann das Wissen weiterzugeben. Das Finanzielle, diese Fr. 12000.- in 12 Monaten, ist für mich ein Scherz. Absolut ohne Belang, ich hätte als Toilettenputzer dreimal mehr verdient.

 

Aurora 7/8/95: Wieviele Menschen starben in Auschw!tz

 

(AV, nunmehr zur Ausgabe Aurora 7/ 8 von 1995, er habe in diesem Heft unter dem Titel ,,Wie viele Menschen starben in Auschwitz?" einen Aufsatz verfasst)

Ja, das ist richtig.

(AB, wie es dazu gekommen sei, dass er diesen Aufsatz in der Aurora publiziert habe, ob er angefragt worden sei)

Ich muss jetzt ehrlich sagen, weil ich grundsätzlich nicht lüge, ich weiss es nicht mehr. Ich weiss nicht mehr, ob es meine Idee war, oder ob mich Arthur Vogt gefragt hat. Vielleicht weiss es Herr Vogt noch, er ist hier im Saal. Ich weiss es nicht mehr.

(AB, ob es richtig sei, dass das Thema des Aufsatzes die Opferzahl sei)
Ja, das ist richtig.

(AB, ob es richtig sei, dass er von ca. 170'000 Opfern ausgehe) Das ist die obere Grenze, die untere Grenze wird 150'000 sein.

(AV, Zitat aus Aufsatz, S. 16: ,,Gewogen und zu leicht befunden. So müssen wir über sämtlich von der Holocaustern vorgelegte Beweise für die Judenvernichtung in Auschwitz urteilen ... In Anbetracht dieser Tatsachen betrachten wir die - je nach Holocauster - zwischen 470'000 und 9 Millionen in Auschwitz vergasten Menschen als non-existing-people und gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der im grössten NS-Lager umgekommenen Menschen bei ca. 170'000 liegt". AB, ob dies auch heute noch seine Meinung sei)

Ich bin natürlich nicht auf dem Stand von 1996 stehen geblieben. Ich weiss natürlich in der Zwischenzeit mehr über dieses Thema. Wenn sie wünschen, kann ich dazu noch 4 bis 5 Sätze weiter ausführen.

(AV, dies genüge. AV, Brief an Prof. Kreis, Januar 96, er würde die Existenz der Hinrichtungskammern zwar nicht expressis verbis, aber doch indirekt bestreiten. AB, was er damit meine)

Dies gilt nur für diesen spezifischen Aufsatz. In diesem Aufsatz über die Opferzahl ging es wirklich nur über die Zahl. Die Gaskammern haben in diesem Aufsatz eine sekundäre Rolle gespielt. Aber ansonsten ist die Gaskammerfrage die zentrale Frage. Diese Frage ist wichtiger als die Frage nach der Opferzahl.

(AB, was für ihn eine wissenschaftliche Arbeitsweise sei)

Eine wissenschaftliche Arbeitsweise bedeutet, dass man alle Gegenargumente in Betracht zieht, wenn man seine These veröffentlicht. Das haben wir weiss Gott getan. Ich habe, bevor ich eine Zeile zum Holocaust schrieb, sämtliche wichtigen Werke der Standardliteratur gelesen. Ich habe mehrfach Texte von mir vor der Publikation an Historiker geschickt mit der Bitte um inhaltliche Korrekturen. Wenn solche Korrekturen nicht kamen, ist das nicht mein Fehler. Es gibt in meinen Büchern etliche Fehler. Auf all diese Fehler bin ich hingewiesen worden von Leuten aus dem eigenen Lager. Die Revisionisten machen Fehler und diese Fehler werden nicht von der Gegenseite korrigiert, sondern von anderen Revisionisten, weil die Gegenseite vollkommen inkompetent ist.

(AV, Frage, was eine wissenschaftliche Arbeitsweise sei)

Wissenschaftliche Arbeitsweise bedeutet: Das Prüfen sämtlicher existierenden Gegenmeinungen bevor man die eigene These veröffentlicht.

(AV, S. 9 des Aufsatzes: Hier eine kleine Auswahl nach dem Motto ,,Wie hätten sie es denn gern?" (Opferzahl) ... ,,Das ist Holocaust-Mathematik!" AB, ob dies eine wissenschaftliche Arbeitsweise sei)

Ist es wissenschaftlich, wenn in der Standardliteratur für Auschwitz Opferzahlen behauptet werden. Ich nenne ihnen einige Beispiele: 2 Millionen (Lucy Dawidowicz), 1,1 Millionen (Hilberg), 800000 (Brreitlinger) 631'000 (Pressac im letzten Buch). Keiner von diesen 4 Autoren hat nur ansatz:weise begründet, wie er auf seine Zahlen kommt. Wir begründen, wie wir auf unsere Zahlen kommen.

(AV, S. 12 des Aufsatzes: ,,Mit ähnlich trügerischen Tricks arbeiten die Holocauster im Fall der deportierten belgischen und französischen Juden". AB, nicht zum Sachverhalt sondern ob die Formulierung ,,ähnlich trügerischen Tricks" für ihn eine wissenschaftliche Arbeitsweise darstelle)

Ja, wenn der Herr Klassfeld, der eine sehr gute wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat über die Zahl, die Namen der französischen Juden, die deportiert wurden. Wenn der behauptet, von den 75'000 seien alle gestorben ausser 2000, und das damit begründet, dass sich bis Ende 1945 nur 2000 zurückgemeldet hätten beim Veteranenministerium in Paris, wozu sie gar nicht verpflichtet waren, ist das nicht ein Schwindel, wenn man so Opferzahlen künstlich erhöht. Ist das ein betrügerischer Trick, ja oder nein?

(AV, Zitat S. 14 des Aufsatzes: ,,Wer nun zusätzlich zu diesen ca. 170'000 Toten Hunderttausende oder Millionen nicht registrierter Vergaster postuliert, wird folgendes erbringen müssen: Dokumentarische Beweise für die Existenz von Hinrichtungsgaskammern, wohlverstanden, nicht solche für die Existenz von Entlausungskammern oder Krematorien, und auch keine Transportlisten, welche lediglich die Deportation von Menschen nach Auschwitz, nicht aber ihre dortige Vergasung belegen". AB, ob in dieser Aussage nicht eine Verhöhnung der Opfer und ihren Angehörigen erblickt werden müssen)

Ich bin heute weiter als damals. Ich war letzten Sommer im Baltikum, in Litauen mit Carlo Mattogno. Wir haben dort erfahren, dass 44 also lange nach dem Ende der Judendeportation aus Frankreich französische Juden in Litauen eingetroffen sind. Offiziell wurden alle französischen Juden nach Auschwitz geschickt, das ist dokumentiert. Wenn diese Juden zwei Jahre nach ihrer angeblichen Vergasung in Litauen auftauchen, dann können sie nicht ermordet worden sein, das scheint mir logisch.

(AB, ob er sich überlegt habe, ob Art. 261bis StGB einen Einfluss auf den in der Aurora publizierten Text haben könnte)

Ich bin Realist, ich fühle mich absolut unschuldig. Ich habe nie jemanden wegen seiner Rasse diskriminiert, nie Völkermord bestritten oder gerechtfertigt. Aber ich traue unserem Rechtsstaat nicht. Keine Kritik an Ihnen natürlich, an diesem Gericht. Ich weiss, dass politischer Dmck in diesem Staat enorm viel bewirkt und ich wusste, dass der Druck der jüdischen Organisationen auf die Gerichte so gross sein würde, dass der Prozess gegen Förster und mich früher oder später stattfinden würde. Ich habe es in Kauf genommen. Ich lasse mir nicht von gewissen Leuten verbieten, was ich schreiben will.

 

Aurora 11/12

 

(AV, Anklage betreffend Publikation in Aurora 11/12 im Jahre 1996. AB, ob es richtig sei, dass er am 20. Juli 1996 je ein Exemplar an Herrn Kalt und Dr. Feigel geschickt habe)

Das ist richtig.

(AB, ob auch dort das Thema die Opferzahl gewesen sei)

Nein, es ging nicht um die Opferzahl, es ging um die Augenzeugenberichte über Vergasungen. Man kann vereinfachend sagen, es handle sich um eine Zusammenfassung des Buches Auschwitz.

(AV, S. 2 des Aufsatzes: ,,In der Tat sind Zeugenaussagen das Einzige, worauf sich die Verfechter der Gaskammergeschichte stützen können. Es gibt für Juden Vergasungen in Auschwitz und anderen ,Vernichtungslagern' keine Sachbeweise. Ebensowenig existieren deutsche Dokumente der Kriegszeit, welche die Vergasungen auch nur eines einzigen Juden in Auschwitz oder einem anderen Lager beweisen". AB, ob sein Schluss daraus sei, dass es keine Judenvergasungen gegeben habe)

Wenn es diese Dokumente gäbe, wenn es diese Sachbeweise gäbe, hätte man sie uns vorgelegt. Ich habe hier Fr. 550.- im Portemonnaie. Wer mir so ein Dokument vorlegt, der kriegt diese Fr. 550.-. Es gibt diese dokumentarischen Beweise nicht.

(AV, er solle lediglich die Frage beantworten)

Es gibt diese dokumentarischen Beweise nicht. Das wird offen von Historikern anerkannt.

(AV, 5. 2 des Aufsatzes, Titel: ,,Einige der technischen naturwissenschaftlichen Unmöglichkeiten der Zeugenaussagen": ,,3. Eine unmögliche grosse Zahl von in den Gaskammern auf einem Quadratmeter zusammengepferchten Opfern. Laut dem Schlüsselzeugen Perry Broad wurden in der Gaskammer des Krema II von Birkenau bei einem Tötungsvorgang jeweils 4'000 Menschen ermordet. Die ,Gaskammer', d.h. der Leichenkeller 1, war 210 Quadratmeter gross. Um 19 Menschen auf einen Quadratmeter zu bekommen, hätte es einer Dampfwalze bedurft, und die Nazis hätten teures Zyklon sparen können". AB, ob damit nicht die Opfer und ihre Angehörigen beleidigt würden)

Perry Broad ist einer der Schlüsselzeugen des sogenannten Hclocaust. Er wird in der Standardliteratur immer und immer wieder zitiert. Wir wissen, dass die Briten sein Geständnis erpresst haben. Statt ihn aufzuhängen liessen sie ihn frei. Er hat sein Leben mit seinem Geständnis erkauft.

(AV, Frage)

Wen beleidige ich, wenn ich Unmöglichkeiten, offenkundige Unmöglichkeiten, darlege. Wer wird dadurch beleidigt. Wer fühlt sich beleidigt, wenn ich sage 2 und 2 ist nicht 5 sondern 4, der soll aufstehen.

 

Todesursache Zeitgeschichtsforschung

 

(AV, Anklage betreffend Todesursache Zeitgeschichtsforschung. AB, ob es richtig sei, dass der Auftrag und die Idee zum Buch von Herrn Förster gekommen sei)

Es widerstrebt mir, Herrn Förster zu widersprechen. Er ist krank, sein Gedächtnis ist manchmal nicht das Beste. Herr Förster lügt gewiss nicht, aber er kann sich täuschen. Die Idee kam von mir. Das weiss ich genau.

(AB, ob es richtig sei, dass Herr Förster das Vorwort geschrieben habe) Ob das Vorwort von Herrn Förster stammt oder von einem anderen Mitglied der GmbH, weiss ich nicht. Jedenfalls stammt es nicht von mir.

(AB, ob er Herrn Förster über den Stand der Arbeiten orientiert und dokumentiert habe)

Ich kann es ihnen ganz genau sagen: Ich bin am 25. Dezember 1994 nach Russland geflogen. Ein paar Tage vorher habe ihm die ersten beiden Kapitel geschickt.

(AB, wann er das Buch geschrieben habe)

Ich habe begonnen Ende November anfangs Dezember 1994 und bin wohl im Juni fertig geworden. Es müsste genau drin stehen (Graf blättert im Buch): am 23. Juni 1995.

(AB, ob es richtig sei, dass er auch mit dem Vertrieb dieses Buches einverstanden gewesen sei)

Selbstverständlich.

(AV, er stelle die Diskussion einer Abiturklasse dar. AB, ob er das Buch in dieser Form so erfunden habe)

Die ganze Geschichte von der Diskussion in der Abiturklasse ist von A bis Z von mir erfunden. Es ist ein Roman. Es haben es unglücklicherweise etliche Leser nicht gemerkt. Die nahmen das für bare Münze. Ich hätte es doch irgendwie darlegen müssen. Ich habe die Intelligenz mancher Leser wahrscheinlich überschätzt. Es ist offenkundig ein Roman.

(AV, Einleitung S. 7: Kontakt zu Geschichtslehrerin Lämple. AB, ob dadurch der Eindruck beim Leser erweckt werden solle, die Geschichte habe so stattgefunden)

Es ist ein altbekannter literarischer Kniff, dass der Romanverfasser bei der Einleitung schreibt, er habe ein Manuskript gefunden oder eine Flaschenpost. Das hat z.B. Umberto Ecco, der sicher ein grösserer Schriftsteller ist als ich, in seinem Buch ,,Der Name der Rose" getan. Es ist ein ganz legitimer altbekannter literarischer Kunstgriff.

(AB, was er mit diesem Buch beim Leser bezwecken wollte)

Eine wichtige Frage: Ich habe bewusst die Form der Diskussion gewählt, um das Buch lebendiger zu machen und um die Argumente beider Seiten so gut darzustellen, wie es nur geht. Ich glaube nicht, bei aller Bescheidenheit, dass es in der Schweiz irgend jemanden gibt, der die Sache der Holocaustgläubigen - der Gaskammergläubigen - noch so gut dargestellt hat, wie ich es versucht habe in diesem Buch. Ich lasse Argumente aufeinanderprallen und wenn halt die eine Seite die besseren Argumente hat, liegt das in der Natur der Sache.

(AV, Zitat 5. 43 des Buches: ,,Arturo: Ja Schimpf nur, wenn es dich erleichtert. Wenn Berge von Schuhen ein Beweis für Massenmorde sind, dann müssen sich in jeder Schustenwerkstatt grauenhafte Dinge abgespielt haben... Marietta: Das lnsektenvertilgungsmittel Zyklon 8 diente in vielen Konzentrationslagern zur Bekämpfung der Läuseplage. Durch die Laus wird eine furchtbare Seuche übertragen, das Fleckfieber, dem Zehntausende von KZ-Häftlingen zum Opfer gefallen sind. Hätte den Deutschen mehr Zyklon zur Verfügung gestanden, so wären weniger Häftlinge gestorben". AB, ob darin nicht eine Verhöhnung der Opfer zu sehen sei)

Seien wir doch mal logisch, schauen wir den Fakten ins Gesicht. Wir hatten in Auschwitz im Herbst 1942 als Rekord 403 Tote an einem Tag. Grund: Fleckfieber. Das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Laus, welche diese Krankheit übertrug war damals Zyklon B, weil das DDT noch nicht auf dem europäischen Markt war. Die Deutschen haben verzweifelt immer und immer wieder Zyklon B angefordert, um die Entlausungsmassnahmen durchführen zu können. Es gab zu wenig Zyklon 8, entsprechend gab es zu wenig Möglichkeiten zur Eindämmung der Fleckfieberseuche. Das Zyklon B wurde während des Krieges an die Schweiz geliefert, an Norwegen, an Finnland. Ist das ein Beweis dafür, dass man dort Juden vergast hat?

(AV, Zitat S. 173 des Buches: ,,Arturo: Verdamm mich, da stehen wir Deutschen seit einem halben Jahrhundert am Pranger, weil wir angeblich eine weltgeschichtliche einzigartige Missetat begangen haben, und beim näheren Hinsehen entpuppt sich die Holocaust-Geschichte als Konglomerat von alttestamentarischen oder talmudischen Wahnvorstellungen". AB, ob er erklären könne, was er mit Wahnvorstellungen meine)

Ich nehme hier Bezug auf eine Stelle im Buch Daniel, wo geschildert wird wie die Jünglinge in den Feuerofen geworfen wurden und dann nach einigen Minuten wieder lebendig herauskamen. Ich ziehe die Verbindungen her zu der Zeugenaussage des jüdischen KZ-Häftling Alter Schnul Feinzelberg, der schilderte, wie die SS einen jungen Juden ins Krematorium warf und der lebendig wieder herauskam. Offenkundig sind hier religiöse, alttestamentarische oder talmudische Elemente, welche die Phantasien der Zeugen beeinflusst haben. Es gibt noch andere Beispiele.

(AV, Zitat S. 191: ,,M. Lämple: Vielleicht sollten wir am Montag kurz zu rekonstruieren versuchen, wie der Holocaust-Mythos entstanden ist. - Klara: DerHolocaust-Mythos. Welcher Holocaust-Mythos?- Claudia (liebenswürdig): Aber Klara, die Gaskammern haben wir doch wirklich erledigt, und ohne Gaskammern gab es keinen Holocaust!" AB, ob für ihn der Holocaust ein Mythos, Sage und Dichtung, sei)

Es ist ganz abhängig davon, wie man das Wort definiert. Wenn man es definiert als Judenverfolgung und Konzentrationslager ist es natürlich eine Realität. Das Wort leitet sich vom griechischen Wort für vollständig verbrannt oder Brandopfer ab, wird üblicherweise verwendet für die behauptete Massenvergasung und Vernichtung von Juden in Vernichtungslagern. Das ist natürlich ein . . . natürlich? Es ist, wie ich dargelegt habe, wie wir sehr wohl begründet habe, ist das keine historische Realität. Holocaust in diesem engen Sinn ist also ein Mythos.

(AV, Zitat S. 225: ,,Sabine: Für mich ist die Sache klar. Der Holocaust-Schwindel wird am Leben gehalten, damit Deutschland den Zionisten weiterhin als Milchkuh dienen kann". Und S. 254: ,,Arturo.:Fazit: Die Schuld Deutschlands am Krieg ist eine Lüge, genau wie die angebliche Judenvernichtung". AB, ob in seinen Augen dieser Mythos am Leben erhalten werde, damit die Juden von Deutschland weiterhin finanzielle Mittel erhalten würden)

Das ist ein Aspekt aber natürlich nicht der Wesentliche. Sie sehen ja, Frau Gerichtspräsidentin, dass seit drei Jahren die Schweiz auf unverschämte Weise erpresst wird von den gleichen Leuten welche die Deutschen erpressen seit 50 Jahren.

(AV, er habe die Frage zu beantworten)

Das ist ein Grund, aber nicht der Wesentliche.

 

Der Holocaust im Klassenzimmer

 

(AV, Text Holocaust im Klassenzimmer, welcher übers Internet verbreitet wurde)

Dieser Titel existiert nicht. Dieser Titel wurde dem Buch Todesursache Zeitgeschichtsforschung eigenmächtig von Ernst Zündel zuerkannt. Ich bin für diese Verbreitung nicht verantwortlich, habe aber natürlich nichts dagegen.

(AB, ob es richtig sei, dass der Text mit Ausnahme der Einleitung von ihm stamme)

Ich habe selber kein Internet, ich denke aber nicht, dass der Text verändert wurde und Zündel daran herummanipuliert hat.

(AV, er habe dies an einer Einvernahme so ausgeführt)

Dann wird es stimmen.

(AB, wo er diesen Text verfasst habe)

Der Text ist Todesursache Zeitgeschichtsforschung. Es ist das gleiche Buch, offenkundig ohne Einleitung. Es ist nicht ein selbständiger Text.

(AB, wer den Text aufs Internet geladen habe)

Herr Ernst Zündel, das ist ein Revisionist, der in Kanada lebt.

(AB, wer diesen Text Herrn Zündel übermittelt habe)

Ich weiss es nicht mehr genau, ich habe aber mindestens zwei verschiedene Disketten an Zündel geschickt. Eine Diskette mindestens habe ich an Ahmed Rami in Schweden geschickt. Zusätzlich dazu kursieren auf dem Internet andere Texte von mir, über die ich keine Kontrolle habe. Da haben andere Leute offensichtlich Texte von mir abgeschrieben und die Disketten an Provider geschickt.

(AB, zwei Disketten an Zündel geschickt)

In zwei Fällen weiss ich es noch.

(AB, auf diesen Disketten dieser Text enthalten)

Es war dieser Text, der offenkundig von Zündel gekürzt wurde.

(AB, ob beim Versand an Zündel klar gewesen sei, dass die Texte via Internet abrufbar sein würden)

Ja, selbstverständlich. Dies war der Zweck der Sache.

(AB, ob er damit einverstanden gewesen sei)

Selbstverständlich.

(AB, was für weitere Texte auf diesen Disketten)

Die zweite Diskette hat ganz sicher das Rotbuch enthalten in seiner ursprünglichen, später etwas modifizierten, Form. Es waren noch mehr Texte, doch ich weiss nicht mehr welche. Ich könnte mich täuschen.

(AB, ob diese Ausführungen beide Disketten betreffen würde)

Ja.

(AB, was auf den Disketten enthalten gewesen sei, welche er auf Schweden geschickt habe)

Ich weiss sicher, dass ich die französische Version des Holocaust auf dem Prüfstand nach Schweden geschickt habe. Andere Sachen weiss ich nicht mehr. Ich habe nicht alles im Kopf.

(AB, wieso die Texte via Kanada und Schweden ins Internet eingespiesen wurden und nicht von der Schweiz aus)

Ich persönlich bin auf dem Gebiet der Computertechnik Laie. Ich habe zwar einen Computer aber ich habe keinen Internet-Anschluss. Ich habe in Kanada und Schweden Freunde, nämlich Ahmed Ram in Schweden und Zündel in Kanada, welche Spezialisten sind auf dem Gebiet. Beide Länder haben den Vorzug, dass es dort keine freiheitsfeindlichen Gesetze gibt wie in der Schweiz.

(AV, Zitat aus dem Ausdruck des lnternets, act. 151: ,,Arturo: (auf die Frage, welche Verbrechen man den Deutschen in die Schuhe schiebe, die sie gar nicht begangen hätten) Das, was man gemeinhin als ,Holocaust' bezeichnet, also die Judenausrottung, besonders die angeblichen Gaskammermorde")

Ist genau das, was in diesem Buch steht. Ich wiederhole nochmals, das ist kein eigenständiger Text.

 

Der Holocaust - Schwindel

 

(AV, zum nächsten Buch Der Holocaust Schwindel. AB, ob es richtig sei, dass dieses Buch einzig über seinen Verlag, den Guideon Burg Verlag, vertrieben wurde)

Ja. Wie ich bereits erwähnt habe, haben Freunde von mir, die ich natürlich nicht nenne, in Eigenregie eine sehr grosse Zahl vertrieben. Es ist selbstverständlich, dass ich dies genehmigt habe, zumal diese Freunde den Druck ermöglicht haben.

(AB, seit wann das Buch im Handel sei)

Es ist Mai oder Juni 1993 erschienen und seit 1995, ich weiss nicht in welchem Monat, vergriffen.

(AV, er habe das Buch selbst vertrieben und Freunde hätten es vertrieben. AB, ob er auch nach Januar 1995 mit dem weiteren Vertrieb des Buches einverstanden gewesen sei)

Ich habe nach Inkrafttreten des Maulkorbgesetzes, wie ich es der Polizei mitgeteilt habe, die restlichen Exemplare verkauft. Es waren damals nicht mehr sehr viele. Ich habe das Buch in jedem einzelnen Fall auf Bestellung geliefert. Ich habe dafür keine Werbung gemacht. Damit ist der sogenannte Tatbestand der Öffentlichkeit nicht gegeben. Die Anklage muss schon deswegen zusammenbrechen.

(AB, wie viele Exemplare er seit Januar 1995 vertrieben habe)

Ich weiss es nicht mehr genau, ich habe es der Polizei gesagt. Es werden weniger als 100 gewesen sei. Sie können nachschauen im Protokoll.

(AB, ob es möglich sei, dass es 50 bis 70 Stück gewesen seien) Wenn ich es damals so gesagt habe, dann wird es stimmen.

(AB, Verkaufspreis des Buches)

Offiziell waren es wohl Fr. 30.-. Ich weiss es nicht mehr genau. Ich habe es sehr vielen Leuten als Geschenk zugeschickt. Ich habe einen enorm grossen Freundes- und Bekanntenkreis. Es ist klar, dass ich von diesen Leuten kein Geld verlangt habe. Es könnten sogar 40.- gewesen sein, ich weiss es nicht mehr.

(AV, er habe ausgesagt, der Holocaust-Schwindel solle, da er vergriffen sei, in aktualisierter Form wieder erscheinen)

Das ist richtig, ich habe dies damals ausgesagt. Doch die Nachfrage ist zu gering, es würde sich nicht lohnen wegen 500 Bestellungen das Buch nachzudrucken.

(AB, ob er sich auch bei diesem Buch überlegt habe, ob Art. 261 bis StGB einen Einfluss haben könnte)

Ich kann mich nur wiederholen: In einem rechtsstaatlichen Verfahren gibt es keine Handhabe gegen mich. Das Delikt Revisionismus existiert nicht. Aber ich glaube nicht mehr an den Rechtsstaat in der Schweiz. Wie mit dem Rechtsstaat Schindluder getrieben wird, ist dokumentiert worden in der Broschüre Abschied vom Rechtsstaat, wo ich in kleinem Umfang mitgewirkt habe.

(AV, Zitate aus Buch: S. 26: ,,Warum hat Eli Wiesel während seiner achtmonatigen Haft in Auschwitz und Birkenau von den Gaskammern nichts gesehen und nichts gehört? Warum schwieg die Welt zum Holocaust? Weil es den Holocaust nicht gab". Und auf S. 35: ,,Schlichte Heuchelei ist schliesslich das Argument, die Debatten über den Holocaust schmähten das Andenken der Toten. Es ist dies eine faule Ausrede jener, die aus politischen Gründen an der Geschichtslüge festhalten wollen")

Es sind zwei verschiedene Fragen. Ich muss sie getrennt beantworten. Darf ich das? Gut. Ich bin dankbar, dass Sie Eli Wiesel aufgreifen. Wiesel: Holocaust-Zeuge Nr. 1 war in Auschwitz ab Frühling 1944 bis zur Befreiung 1945. Damals soll die Schlächterei in Gaskammern ihren Höhepunkt erreicht haben mit der Vernichtung von 400'000 ungarischen Juden binnen einiger Wochen. Genauer gesagt binnen 7 Wochen. In der französischen Originalausgabe seines Buches erwähnt Wiesel, der damals dabei war, der in Birkenau war, diese Gaskammermorde mit keinem einzigen Wort, mit keinem einzigen Wort, sie können es nachprüfen.

(AB, ob es deshalb in seinen Augen keinen Holocaust gegeben habe)

Sprechen wir spezifisch von dieser ungarischen Judenvernichtung? 400'000 Morde in 7 Wochen?

(AB, ob er mit der vorerwähnten Textpassage dem Leser vermitteln wolle, dass es den Holocaust nicht gegeben habe)

Ich habe doch schon gesagt wie ich Holocaust definiere. Wenn wir es im weiten Sinn als Verfolgung definieren, gab es ihn. Wenn wir es als planmässige Vernichtung in Gaskammern definieren, gab es ihn nicht. Ich kann mich nur wiederholen. Zweite Frage war die Verharmlosung der - wie hiess es schon wieder - Schmähung des Ansehens der Toten. Die Revisionisten haben enorme Arbeit geleistet auf allen möglichen Gebieten. Die Gegenseite hat uns nichts entgegenzusetzen. Ich habe seit sieben Jahren nicht ein Argument gegen uns gehört. Was ich mitbekommen habe, waren Beschimpfungen, Strafanzeigen, Prozesse, keine Argumente.

(AV, Frage beantworten)

Da kommt man mit faulen Sprüchen, ihr schmäht das Ansehen der Toten. Keine Sachargumente, dafür solche Leerfloskeln, solche Leerformeln.

(AV, Zitat S. 202: ,,Eigentlich gibt es einen viel schlagenderen Beweis dafür, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat: Nach dem Krieg waren die Juden immer noch da". AB, ob das immer noch seine heutige Meinung sei)

Am 4. Februar dieses Jahres...

(AV, er habe die Frage zu beantworten)

Ja. Ich muss aber die Antwort begründen, dies darf ich doch?

(AV, er solle die Frage beantworten)

Am 4. Februar dieses Jahres schrieb Herr Rolf Bloch, Vorsitzender des Holocaust-Fonds, in der Handelszeitung, es gäbe heute noch über 1 Million jüdischer Holocaust-Überlebender. Jeder Versicherungsmathematiker rechnet ihnen da hoch, dass es 1945 über 3 Millionen gegeben haben muss. Maximalanzahl der Juden im deutschen Machtbereich: 4 Millionen, nachgewiesen von Sanning anhand jüdischer Quellen. Wie wollen sie unter diesen Umständen von 6 Millionen reden.

(AV, bei der Hausdurchsuchung bei Herrn Förster sei ein Schreiben beschlagnahmt worden ,,Ergänzungen und Berichtigung zum Holocaustschwindel". AB, ob es richtig sei, dass er dieses Schreiben verfasst habe)

Es ist richtig, ich habe vorher die Frage falsch verstanden, ich entschuldige mich dafür.

(AV, Zitat aus diesem Schreiben, Einleitung: ,,Neben etlichen Druckfehlern, die sich durch die Eile bei der Publikation ergaben (zum damaligen Zeitpunkt war mit dem baldigen Inkrafttreten des antirevisionistischen Maulkorbgesetzes zu rechnen) enthält das Buch einige Irrtümer...". AB, ob aus der Formulierung, der Eile bei der Publikation geschlossen werden könne, er sei sich bewusst gewesen, dass das Buch gegen Art. 261bis verstossen würde) Es war damals das Referendum gegen das Maulkorbgesetz erst im Gange. Wir wussten nicht, ob es zustande kommen würde. Damals haben wir uns beeilt. Nicht weil wir, ich mich, schuldig fühlte, sondern weil ich wusste, die Gegenseite kennt keine Fairness, keine Gerechtigkeit. Sie wird mit diesem Gesetz gegen das Buch vorgehen, mangels Argumenten.

 

Der Holocaust auf dem Prüfstand

 

(AV, zum nächsten Buch: Der Holocaust auf dem Prüfstand. AB, ob es richtig sei, dass man sagen könne, es handle sich im Wesentlichen um eine Zusammenfassung des Holocaustschwindels)

Ja, ich kann es ihnen genau sagen. Ich hatte zuerst den Holocaustschwindel verfasst. Wir fanden dann er sei zu lange für ein breites Publikum, wir brauchten davon eine Synthese. Ich habe dann gestützt auf die noch nicht veröffentlichte Langversion, diese Synthese geschrieben, die auch entsprechend weiter verbreitet worden ist, weil sie leichter lesbar ist.

(AB, ob es richtig sei, dass dieses Buch auch nur über seinen Guideon Burg Verlag vertrieben worden sei)

Mit der gleichen Einschränkung wie vorhin: Es sind 14000 bis 16000 Exemplare verbreitet worden und von mir selber nur ein kleiner Teil.

(AB, wie hoch die Hälfte zu beziffern sei)

Ich nehme an etwas über 1'000. Von den 14'000 bis 16'000 sind 8000 über den Nordwind Verlag vertrieben worden. Das ist ein heute nicht mehr existierender Verlag in Dänemark. Tausende von Exemplaren über andere Kanäle. Etliche Verleger haben das Buch direkt bei meinem Unterstützungskreis bezogen. Ohne meine Einwirkung.

(AB, Preis)

Es war wohl Fr. 19.-oder Fr. 20.-. Ich weiss nicht mehr.

(AB, ob es richtig sei, dass er im April 1995 10 Exemplare dieses Buches nach Österreich verschickt habe)

Ja. Es war eine Dame, in Graz glaube ich, die hatte 10 Stück bestellt. Von der österreichischen Gestapo wurden die 10 Exemplare an der Grenze abgefangen.

(AV, die Dame habe die Bücher bestellt)

Richtig.

(AB, ob er die Dame bereits zuvor gekannt habe, resp. wie die Dame an seine Adresse gekommen sei)

Die Dame hatte vorher schon Bücher bestellt. Ich kenne sie nicht persönlich.

(AV, aus Akten ersichtlich, dass die Dame lediglich 5 bis 6 Bücher bestellt habe, er jedoch 10 geschickt habe. AB, was für ein Grund)

Das weiss ich nicht mehr. Ich vermute, dass sie 10 Exemplare bestellt hat. Ich kann aber nicht jede Bestellung im Gedächtnis behalten, auch mein Gedächtnis hat seine Limiten.

(AV, Zitat Buch 5. 13: ,,Zur Einäscherung der Seuchenopfer mussten Krematorien, zu ihrer Aufbahrung Leichenhallen und Leichenkeller errichtet werden, aus denen die Völkermord-Mythologen später ,Gaskammern machten. Auch aus den Duschen wurden, wenigstens teilweise, ,Gaskammern'. Und aus den Selektionen der arbeitsfähigen und der nicht arbeitsfähigen Häftlinge wurden ,Selektionen für die Gaskammern'. So entstand die folgenschwerste Lüge unseres Jahrhunderts, die Auschwitz-Lüge". AB, ob für ihn in diesem Sinne die Gaskammern nicht wahr seien)

Sehen sie, ich hab die Geschichte des Lagers Auschwitz enorm sorgfältig studiert. Es gab ab 1941 Massensterben aufgrund von Typhusepidemien. Man hat die Leichen vergraben wegen des sehr hohen Grundwasserpegels bestand akute Seuchengefahr und darum wurde 42 beschlossen, in Birkenau vier Krematorien einzurichten, um die Seuchenopfer einäschern zu können. Es ist alles historisch hieb und stichfest dokumentiert. Die Krematorien wurden benötigt zum Einäschern von Seuchenopfern. Die Baupläne sind erhalten,

(AV, dies reiche. AB, Brief an Prof. Michel von der Uni Freiburg vom Juni 1996: ,,Im Übrigen werde ich mich durch nichts von der weiteren Verbreitung meiner Auffassungen abbringen lassen". AB, ob dies auch heute noch Geltung habe)

Ja, ich darf Sie in aller Höflichkeit darauf hinweisen, dass das Unterdrücken von abweichenden Meinung mit dem Strafgesetz, das klassische Merkmal der Diktatur ist. Wir sind heute soweit. Wenn sie mich ins Gefängnis schicken wollen, so tun Sie es bitte.

(AV, er habe die Fragen zu beantworten)

Ja.

Das Rotbuch

(AV, als nächstes Fragen zum Rotbuch. AB, wer die Idee für das Buch gehabt habe)

Um diese Frage beantworten zu können, muss ich etwas ausholen, es tut mir Leid. Darf ich das?

(AV, er könne einen Namen nennen)

Ich bin im September 1996 von einem Rolf Josef Eibicht, einem Deutschen, angefragt, ob ich einen Beitrag schreiben wolle für ein Sammelwerk über die Unterdrückung der Meinungsfreiheit.

(AB, daraus dieser Text entstanden)

Ich habe zugewilligt. Mein Beitrag und der von Faurisson wurden dann nicht aufgenommen, weil das Buch sonst zu heikel geworden wäre. Weil ich den Text trotzdem veröffentlichen wollte, habe ich ihn dann Förster angeboten, der akzeptiert hat. Der Text war eigentlich für diesen deutschen Sammelband bestimmt, es wurde dann nicht genommen, aus Angst, was ich begreife. In Deutschland ist die Repression noch viel schlimmer als bei uns. Damm ist es dann in der Schweiz veröffentlicht worden. Es war eigentlich nicht für die Schweiz geplant.

(AB, wer das Vorwort geschrieben habe)

Ich sage es in guten Treuen, ich lüge Sie nicht an, ich weiss es nicht. Ich weiss es schlicht und einfach nicht, ab es Herr Förster war oder ein anderer der GmbH.

(AB, ob Herr Förster an dem Rotbuch redigiert habe)

Sehr wenig, er hat mir zwei oder drei zu starke Ausdrücke gestrichen. Ich habe, da kann ich mich noch erinnern, an einer Stelle von Mediengeschmeiss gesprochen. Herr Förster fand das zu starken Tabak und ich fand dann, er hat doch recht. Man darf ja denken was man will, aber man soll nicht zu verbalen Mitteln greifen. Ich habe dann den Rat von Förster befolgt und diesen Ausdruck gestrichen. Es gab noch einige wenige andere Änderungen. Was nicht stimmt, was Herr Förster gesagt hat, einfach aus Gedächtnisschwäche, dass der Herr Aufdenblatten und Sie erwähnt worden seien, das ist Unsinn.

(AB, ob es richtig sei, dass das Rotbuch seit Februar 1997 im Handel sei)

Ich nehme es an, wenn es drauf steht. Es war auf jeden Fall anfangs 1997.

(AV, er sei wohl auch mit dem Vertrieb einverstanden gewesen) Ja, sicher.

(AV, Zitat Buch S. 29: ,,Für die Juden ist der Holocaust längst zum Religionsersatz geworden". AB, was er damit meine)

Ich wiederhole damit was sehr viele prominente Juden selber sagen. Es gibt sehr viele Juden, die dem Holocaust wohl kritisch gegenüber stehen, sie sprechen von Shoa-Business, als Parodie auf Show-Business. Der Holocaust ist für sehr viele Juden heute die eigentliche Religion. Ich würde sagen jeder dritte Jude glaubt nicht mehr an Gott, aber an die Gaskammern glauben alle. Dieser Glaube ist das, was die Juden heute zusammenkittet. Es ist der Kitt des jüdischen Volkes.

(AV, Wiedergabe eines Textes von S. 30 von Mario Consoli, welcher mit der Einleitung versehen sei, er sei so unübertrefflich formuliert: ,,Der Holocaust muss ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt. Bricht dieses Dogma zusammen, dann gerät nämlich die ganze heutige Deutung des 2. Weltkrieges ins wanken ... Damit kämen jene Werte wieder zu Ehren, die im Gegensatz zum Internationalismus das Recht der Völker auf Wahrung ihrer Identität und auf Unabhängigkeit gewährleisten. Sapienti sat - dem Weisen genügt's". AB, was er vor allem mit diesem letzten Spruch habe aussagen wollen)

Ich wollte sagen, dass mein Freund Maria Consoli, ein Italiener, dies unübertrefflich gut formuliert hat. Wenn sie noch einen Kommentar dazu wünschen, eine Erläuterung, dann gebe ich dies gerne ab.

(AB, was mit dem Ausdruck ,,dem Weisen genügt's" ausgesagt werden sollte)

Dass Mario Consoli dies in wenigen Sätzen ganz klar formuliert hat, dass es eigentlich nichts hinzuzufügen gibt. Das ist alles.

(AV, Zitat 5. 51: ,,Bücherverbote, Zeitungsverbote, Bernfsverbote, zentral-gesteuerte Hetzkampagnen, die in Vorbereitung befindlichen ersten politischen Prozesse - der Marsch in den Polizeistaat hat begonnen". AB, was er unter politischen Prozessen verstehe)

Ein politischer Prozess ist beispielsweise der heute gegen mich und Förster geführte. Ein Prozess, wo Leute wegen Ansichten und nicht wegen Taten angeklagt werden. Das ist ein politischer Prozess, so wie es politische Prozesse früher in der Sowjetunion gab und heute in anderen Diktaturen, gibt es sie auch in der Schweiz, mit dem Unterschied, dass es noch relativ wenig sind und dass die Urteile relativ mild sind. Dokumentiert sind die ersten politischen Prozesse in der Broschüre, von der ich nicht weiss, ob Sie sie kennen. Was wir heute haben ist ein klassischer politischer Prozess.

(AB, wieso er von einem Marsch in den Polizeistaat rede)

Weil wir noch nicht mittendrin sind. Wir haben jetzt die Anfänger der Diktatur in der Schweiz, aber wenn wir eine totale perfekte Diktatur schon hätten, dann wäre ich schon lange im Gefängnis oder tot und ich könnte nicht heute frei sprechen. Also der Polizeistaat ist im Entstehen, aber er ist noch nicht vollständig entwickelt. Es ist meine Pflicht, die Pflicht meiner Freunde, die Pflicht jedes anständigen Menschen, jetzt noch dagegen einzuschreiten. Wir haben jetzt noch gewisse Möglichkeiten, in fünf Jahren vielleicht nicht mehr.

(AV, Art. 261bis StGB sei von Volk und Ständen in Volksabstimmung angenommen worden, weshalb diesbezüglich kaum von einem Polizeistaat gesprochen werden könne)

Das Volk ist damals getäuscht worden. Es gab eine enorme Kampagne, wo man den Leuten weismache, es gelte Ausländer vor rassistischer Gewalt zu schützen. Sie sehen ja, wozu dieser Artikel heute verwendet wird. Er wird verwendet um all jenen Leuten den Mund zu stopfen, welche auf irgend eine Weise den Zorn der jüdischen Organisationen erregen. Kein Schweizer wurde verurteilt weil er einen Schwarzen, einen Türken, einen Araber beschimpft oder beleidigt hat. Es geht ausschliesslich um die Interessen des Judentums. Ich garantiere Ihnen, wenn es heute eine Volksabstimmung gäbe, sähe das Ergebnis anders aus.

 

Vom Untergang der schweizerischen Freiheit

 

(AV, nächster Text der Anklage, über Internet verbreitet, Titel: Vom Untergang der schweizerischen Freiheit. AB, ob der Text von ihm sei)

Der Text ist weitgehend identisch mit dem Rotbuch. Es ist die Primärfassung des Rotbuches das ich für diesen deutschen Verleger geschrieben habe, der das dann ablehnte. Ich habe in der gedruckten Version einige Änderungen vorgenommen, doch es ist zu 95 bis 99 % der gleiche Text.

(AB, wer diesen Text aufs Internet geladen habe)

Dies müsste Zündel gewesen sei, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt.

(AB, ob er auf einer der vorerwähnten Disketten diesen Text an Zündel geschickt habe)

Ich weiss nicht, ob ich es war, oder ob es Förster war, ich mag mich nicht erinnern. Es spielt aber keine grosse Rolle. Es mag sein, dass ich es gewesen bin.

(AV, Förster habe vorhin ausgesagt, er habe mit dem Internet überhaupt nichts zu tun)

Ja gut, dann war ich es meinetwegen, ich bekenne mich dazu.

(AB, ob für ihn klar war, dass der Text aufs Internet komme) Selbstverständlich.

(AB, ob er damit einverstanden gewesen sei)

Ja, sicher.

Auferlegung eines Schuldkomp!exes

 

(AV, dritter Text auf Internet: Auferlegung eines Schuldkomplexes) Jetzt müssen sie mir vorlesen, worum es geht, ich weiss es nicht.

(RA Oswald erklärt seinem Klienten welche Textstelle diskutiert werde)

Ah, jetzt ist alles klar. Der Titel ist nicht von mir. Es handelt sich offenkundig um einen Vortrag, den ich am 4. oder 5. September 1994 in Los Angeles gehalten habe. Es war an einer Internationalen Konferenz. Ich habe den Vortrag auf englisch gehalten, er wurde dann von Zündel ins Deutsche übersetzt und aufs Internet übernommen. Der Titel ist nicht von mir.

(AB, ob er den Text an Zündel übermittelt habe)

Der Text wurde im Anschluss an den Vortrag verbreitet. Ganz nebenbei gesagt: Es war etliche Monate vor Inkrafttreten des Maulkorbgesetzes.

(AB, ob er den Text an Zündel übergeben habe)

Der Text ist in sehr grosser Auflage unter allen Konferenzteilnehmern verbreitet worden. Dies war, nachdem ich den Vortrag gehalten habe. Zündel hat ganz sicher ein Exemplar erhalten. Er hat es dann ins Deutsche übersetzt.

(AB, ob er Zündel den Auftrag erteilt habe, den Text ins Deutsche zu übersetzen)

Nein, das habe ich nicht. Sonst hätte ich es selber machen können. Es war kein Auftrag, aber ich bin natürlich einverstanden gewesen damit.

(AV, Zitat gemäss (Doss. F 1 17): ,,Auch die geringste Kritik an Juden ist ein Tabu geworden: Wenn sie einen Juden kritisieren, sind sie ein Antisemit. Hitler war auch ein Antisemit, der, jeder weiss, die Juden vergaste. Darum, jeder, der Juden kritisiert, ebnet den Weg zu neuen Gaskammern". AB, ob das auch heute noch seine Haltung sei)

Ja sie sehen doch, dass jede noch so anständig, noch so zurückhaltend formulierte Kritik nicht am Judentum allgemein sondern auch an einzelnen jüdischen Personen oder Organisationen, unweigerlich zu einer Strafanzeige führt, während die Gegenseite Narrenfreiheit hat. Herr Sigi Feige darf sagen...

(AV, er habe die Frage zu beantworten, ob das auch noch heute seine Haltung sei)

Wenn das nicht richtig ist, warum dann dieser Prozess? Ja, das ist meine Haltung heute noch.

(AB, was sein Beweggrund sei, solche Bücher zu schreiben, allgemein formuliert, es sei möglich, dass man sich jetzt wiederhole)

Ich bin ein Mensch mit grossen Schwächen und einigen Stärken. Ich ertrage die Lüge nicht. Der zentrale Beweggrund für meine Bücher ist nicht die Rehabilitierung der Deutschen, obwohl ich die Deutschen mag. Der zentrale Beweggrund ist die historische Wahrheit. Es sind seit dem Krieg 53 Jahre verstrichen. Es mir unerträglich, dass diese Greuelgeschichten aus der Kriegszeit heute weiter erzählt werden. Was ich will, ist auch nicht gegen die Juden gerichtet, es ist gerichtet gegen die Lüge. Absolute Wahrheit gibt es nicht in der Geschichtsschreibung. Wir versuchen aber mit unseren Mitteln der Wahrheit so nahe zu kommen wie möglich. Das zentrale Motiv ist die Suche nach der Wahrheit, die hoffentlich teilweise erfolgreich ist.

(AV, er habe, wie bereits einmal vorgehalten, in einem Brief ausgeführt: ,,Ich weise sie darauf hin, dass ich auch künftig lesen, sagen und schreiben werde, was ich will". AB, ob es seine Absicht sei, weiterhin revisionistische Bücher zu schreiben)

Ja, ich will Ihnen offen sagen, ich habe im Moment keine Pläne. Ich habe im Moment keine Absichten, nicht wegen des Gesetzes, sondern weil mir die Themen ausgegangen sind. Es gibt noch viele Aspekte des Holocaust zu erforschen, aber solange wir nicht neue Dokumente haben, die im Osten liegen, werden diese Aspekte nicht erforschbar bleiben. Ich denke z.B. an die Massenerschiessungen an der Ostfront, die es natürlich gab. Wir möchten gerne wissen, wie viele, wo, wann. Wir kommen aber nicht an die Dokumente heran, weil die in Russland unzugänglich sind. Unter diesen Umständen sehe ich kein Thema für ein neues Buch und ich habe auch mal Anspruch auf ein bisschen Ruhe. Also ich muss nicht jedes Jahr ein Buch veröffentlichen, ich habe meine Arbeit im Grossen und Ganzen gemacht.

(AB, ob ihm beim Verfassen der Bücher klar gewesen sei, dass diese an die Öffentlichkeit gelangen sollen)

Welcher Schriftsteller schreibt für sich selbst?

(AB, ob für ihn auch klar gewesen sei, dass möglichst viele Leser die Bücher lesen und vom Inhalt Kenntnis nehmen sollen)

Ich kenne keinen Schriftsteller, der nicht lieber von einer Million Leute gelesen wird als von fünf [sic!j.

(AB, ob er sich vorstellen könne, dass sich Juden durch seine Bücher allenfalls verletzt fühlen könnten)

Ja, ich muss die Frage ehrlich bejahen. Nicht nur Juden können sich verletzt fühlen. Es gibt auch sehr viele Nichtjuden, die dermassen indoktriniert sind mit dieser Holocaust-Geschichte, dass solche Bücher für sie ein Schock sind. Ich kenne persönlich mehrere dieser Leute. Aber ich konnte nicht aufhören über das Thema zu schreiben weil manche Leute sich verletzt fühlen könnten. Glauben sie übrigens, dass sich ein Schweizer verletzt fühlen kann, wenn Edgar Bronfman sagt, die Schweiz ist wie ein Mensch, dessen Füsse man ans Feuer halten muss, damit er vernünftig wird.

 

Protokollnotiz:

Die Vorsitzende weist den Angeklagten daraufhin, beim Thema zu bleiben. Daraufhin ertönt Applaus im Saal, worauf die Vorsitzende die Ruhe wieder herstellt.

 

Angeklagter Graf:

(AB, ob es ihm gleichgültig gewesen sei, wenn er mit seinen Äussernngen Juden verletzt habe)

Warum geht's eigentlich immer nur um den Schutz der Juden vor irgend welchen Verletzungen und nicht um 99 % der restlichen Bevölkerung?

(AV, er solle die Frage beantworten)

Wenn jemand Kritik an den Büchern hat, dann soll er sie sachlich äussern. Ich stelle mich jeder Diskussion. Und ich gebe jeden Fehler zu, der nachgewiesen wird.

(AB, ob er mit dem Schreiben der Bücher in Kauf genommen habe, die Gefühle der Juden zu verletzen)

Es war nicht mein Interessengebiet. Ich will die historische Wahrheit. Ich will der Wahrheit so nahe kommen, wie es geht. Das ist mein Motiv.

(AV, es sei eine Hausdurchsuchung bei ihm durchgeführt worden und es seien etliche Gegenstände beschlagnahmt worden. AB, Stellungnahme) Ja das war im März, wahrscheinlich den 23. oder so ich weiss nicht mehr genau, letzten Jahren, da haben mich zwei Polizeibeamte, die sich sehr korrekt verhalten haben, mit einer Hausdurchsuchung beglückt.

(AV, er habe sich zu den einzelnen Gegenständen zu äussern) Kann ich, ja. Sie hatten den Auftrag revisionistisches Material zu beschlagnahmen, wussten aber nicht was das ist und haben mir sehr viele Holocaust-Bücher, die von Juden geschrieben wurden, haben mir den dritten Band von Hilberg weggenommen, haben mir Daniel Goldhagen weggenommen, russische Bücher, italienische Bücher über die Geschichte des 19. Jahrhunderts und russische Romane.

(AB, ob gegen ihn Vorstrafen bestehen würden)

Meinen sie in Deutschland, ja. Ich habe ein Jahr mit Bewährung wegen meiner ersten beiden Bücher. Ich bin nicht zum Prozess gegangen.

(AB, ob ausserhalb dieses Verfahrens noch hängige Verfahren gegen ihn offen seien)

Soweit ich weiss, ja, in Frankreich seit 1993. Ich habe in diesen fünf Jahren nichts mehr gehört davon. Ich weiss nicht, ob das Verfahren noch läuft.

(AB, Ergänzungsfragen durch die Richter)

(AV, Staatsanwalt Aufdenblatten, ob er das ihm vorgehaltene Flugblatt kenne)

[Der Staatsanwalt reicht das Flugblatt zu den Akten]

Ich kenne das Flugblatt. Ich habe es nicht selber verfasst.

[RA Oswald will Einblick in das Flugblatt. Dies wird ihm gewährt.]

RA Oswald:

Ich weiss nicht, was das mit dem Prozess zu tun haben soll.

Angeklagter Graf:

Ich kann die Frage trotzdem beantworten.

(AV, er habe die Frage bereits beantwortet, er eknne das Flugblatt, habe es aber nicht verfass)

Es ist von einem Englänger Namens Thomas Brooks, den ich weder persönlich noch brieflich kenne.

RA Oswald:

(AB, Ergänzungsfragen) Keine Ergänzungsfragen.

[...]

 

Parteivorträge

 

Staatsanwalt Aufdenblatten:

Plädoyer

[wird eingereicht, Ergänzungen nachfolgend]

[...]

 

Protokollnotiz:

Um 18.00 Uhr wird die Verhandlung für kurze Zeit unterbrochen. Um 18.20 Uhr wird die Verhandlung mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt.

 

Die Gerichtspräsidentin weist vorab daraufhin, dass das Gericht sich vorbehalte, nebst den verfahrensrelevanten Büchern gemäss Anklage auch weitere Bücher einzuziehen, welche Art. 261bis StGB verletzen.

 

RA Stehrenberger [Verteidiger]:

 

Plädoyer

[wird eingereicht, Ergänzungen nachstehend]

 

X1 Ich möchte ganz kurz auf diesen Gedankengang zurückkommen. Verharmlosen nimmt Bezug, es stellt in Relation zu etwas. Gerade aber, wenn es verharmlost sein soll, zu dem was gemeinhin angenommen wird, muss das, was gemeinhin angenommen wird, irgend einmal definiert werden müssen, sonst kann man nicht verharmlosen. Das heisst, es wird dazu kommen, dass gerade Art. 261bis des Strafgesetzbuches dazu führen wird, dass von öffentlicher Seite irgendwo das Bundesgericht zugeben oder sagen muss, wie viel ist, was gemeinhin angenommen wird. Genau das, was das Gesetz verhindern wollte, wird es selber provozieren.

X2 Ich finde das bedenklich, wenn man heute sehr locker mit dem Begriff ,,Nazi" umgeht. Es impliziert, dass jeder Nazi, jeder Nationalsozialist oder jedes ehemalige Mitglied der NSDAP Völkermörder sei.

X3 Ich wiederhole meinen Antrag: Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

Ich möchte ganz kurz auf die beschlagnahmten Bücher eingehen.

Wird das Gericht heute feststellen, dass die verfahrensrelevanten Bücher derart in krasser Weise gegen Art. 261bis StGB verstossen, sind sie einzuziehen. Die Beschlagnahmung in der Wohnung meines Klienten Gerhard Förster beinhaltet ja aber auch einzelne Bücher seines Privatbesitzes, die weder zur Veröffentlichung noch zu irgendwelchen antirassistischen oder rassistischen Themen Stellung bezogen haben. Diese Bücher sind ihm umgehend zurückzugeben.

Eine kleine rechtliche Würdigung möchte ich zu BGE 121 IV 76, dem Entscheid Mariette Paschoud, machen: Wir dürfen eines nicht vergessen. Der Entscheid hat im Wesentlichsten stattgefunden zu einem Zeitpunkt, als das Antirassismusgesetz noch nicht in Kraft war. Er ist am 12./17. Februar 1995 ergangen. Er nimmt aber gerade nicht auf das Antirassismusgesetz Bezug, sondern auf eine Ehrverletzung. Die präjudizielle Wirkung dieses Bundesgerichtsentscheides ist mithin beschränkt. Sie ist aber auch darin beschränkt, dass die Justiz in ungeachteter Selbstherrlichkeit Geschichtsschreibung betreibt, was genauso falsch ist, wie wenn Historiker Justiz betreiben. Ich glaube, wir müssen diesen Entscheid ,,Paschoud" mit der nötigen Kritik betrachten.

Besten Dank.

 

Protokollnotiz:

Im Anschluss an das Plädoyer von RA Stehrenberger ertönt Applaus im Saal, worauf die Vorsitzende nochmals darauf hinweist, dass das nicht Einhalten der Ordungsvorschriften Konsequenzen nach sich ziehen wird.

 

RA Oswald [Verteidiger]

[Das Plädoyer wird eingereicht, Ergänzungen siehe nachfolgend] 

X1 Eine zweite Vorbemerkung an die Adresse des Herrn Staatsanwaltes. Herr Staatsanwalt, ich achte Sie sehr, ich achte Sie in persönlicher Hinsicht, in persönlicher Hinsicht sind sie absolut integer, fachlich sind sie hochqualifiziert. Das ändert nichts daran, dass sie heute von mir harsche Kritik werden entgegennehmen müssen in sehr vielen Punkten und wiederholt. Das ist sachlich gemeint und nicht persönlich.

Eine dritte Vorbemerkung:

X2 Ich erinnere beispielsweise auf die neue Gesetzgebung über die Geldwäscherei: Delikte vor diesem Zeitpunkt des lnkrafttretens dieser Bestimmungen der Geldwäscherei wurden nicht erfasst, man kann diese nicht heute erfassen und sagen der Betreffende sei doch einverstanden gewesen.

X3 Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem heutigen Vortrag auch auf den Kommentar NiggIl hingewiesen und geltend gemacht es ergäbe sich fraglos aus der Note 1288, dass eben dieses Einverstandensein erfasst werden könne. Note 1288, Herr Staatsanwalt, betrifft einen ganz anderen Sachverhalt, Sie haben das Buch vor sich, ich bitte Sie die Stelle zu lesen. Es heisst nur am Schluss: ,,Weiss umgekehrt der Verfasser von Publikation oder Vertrieb seines Erzeugnisses nichts, oder erfolgen sie gegen seinen Willen, so sind - je nach den Umständen -nach Art. 27 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1 StGB der Verleger, der Drucker oder der verantwortliche Redaktor strafbar". Also man kann schon Professorenkommentare zitieren, aber bitte, bitte richtig.

[...]

Um 20.30 Uhr wird die Verhandlung bis 20.45 Uhr unterbrochen.

Staatsanwalt Aufdenblatten:

Replik:

Sehr geehrte Frau Präsidentin

Sehr geehrte Damen und Herren Bezirksrichter

Ich werde mich versuchen kurz zu fassen, ich werde nur zu einzelnen Punkten Stellung nehmen, nur im Falle des Angeklagten Jürgen Graf.

Vorerst eine allgemeine Bemerkung: Die Staatsanwaltschaft wurde mit Vorwürfen geradezu eingedeckt. Es wurde einmal mehr die altbekannte Technik versucht, mit massiven Vorwürfen gegen die Untersuchung vom eigentlichen Sachverhalt abzulenken. Man hatte zwischendurch geradezu den Eindruck, die Staatsanwaltschaft sässe hier auf der Anklagebank.

Ich verwehre mich vehement gegen den Vorwurf, hier sei eine schlechte Untersuchung geführt worden. Ich werde zu einzelnen Punkten hier nachher noch Stellung nehmen.

Intertemporale Problemkreise:

Es fällt hier auf, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung die gleichen Textstellen vom Kommentar Niggli zitiert. Es wird hier offensichtlich mit regelrechten Tricks versucht, das Gericht zu beeinflussen, nämlich mit Teilzitaten. Ich werde hier die entscheidenden Stellen in Noten 1286 und 1288 in ihrem Wortlaut zitieren, obwohl ich das sonst im zweiten Vortrag nicht zu tun pflege. Dies ist sehr wohl heute eine entscheidende Frage für all jene Bücher, welche vor dem 1. Januar 1995 geschrieben wurden und danach vertrieben wurden. Genau zu diesem Problemkreis hat sich die nota bene auf Antrag der Staatsanwaltschaft ergänzte Untersuchung befasst. Herr Graf hat sich hier klar geäussert, ich muss aber festhalten, zu seinen Ungunsten. Ich zitiere zuerst aus Note 1286: ,,Weiss der Verfasser eines rechtswidrigen Druckerzeugnisses um dessen andauernden Vertrieb und will er ihn auch, so erscheint das Vertreiben eines rechtswidrigen Druckerzeugnisses bloss als Teilabschnitt des gesamten Handlungszusammenhanges. Entsprechend hat er sich den Vertrieb der Publikation anrechnen zu lassen". Genau dies liegt im heutigen Fall betreffend dieser Schriften vor, man hat Herrn Graf mehrfach befragt, ob er um den weiteren Vertrieb der Bücher nach Januar 1995 gewusst habe und auch gebilligt und gewollt habe. Er hat stets mit ja geantwortet. Selbstverständlich ja.

Im weiteren Note 1288, von dem die Verteidigung nur den letzten Satz zitiert hat, der hier gerade im heutigen Fall nicht zutrifft. Viel wichtiger ist der erste Teil von Note 1288. Ich zitiere Note 1288: ,,Wird folglich ein Druckerzeugnis veröffentlicht oder vertrieben, das gegen Art. 261bis StGB verstösst, so ist die Frage danach, wann die Vorlage für das Druckerzeugnis produziert wurde unbedeutsam. Massgebend ist allein, ob der Verfasser bekannt ist und - sofern dies der Fall ist - ob er um Publikation und Vertrieb seines Erzeugnisses weiss und diese auch will." Dies ist das Fazit des ganzen Kapitels zu den intertemporalen Fragen bei Niggli unter Note 1276 f.. Dies sagt meines Erachtens alles aus zu diesem Problem.

Zum Themenkreis Öffentlichkeit:

Ich bin durchaus fähig, persönlich Fehler einzugestehen. Ich habe mich im ersten Vortrag zum Thema Öffentlichkeit nicht geäussert, in der Meinung, dass Bücher immer eine öffentliche Sache sind. Ich bin durchaus auch der Auffassung, dass in den Fällen - aber nur in diesen Fällen! - wo dem zuständigen Untersuchungsbeamten und dem Anzeiger so eine Publikation zugestellt wurde, dass man hier sehr wohl über den Öffentlichkeitsbezug diskutieren kann. In allen anderen Fällen jedoch nicht. Bei Publikationen, die an mehrere Absender verschickt werden, die demjenigen, der sie verschickt nicht persönlich bekannt sind, gerade in diesen Fällen ist eben die Kontrolle über die weitere Vertreibung in der Regel nicht gegeben. Genau dies liegt hier vor. Es kann nicht behauptet werden, und es wurde zu Recht auch nicht behauptet, dass Herr Graf oder Herr Förster nur an ihnen persönlich bekannte Leute für die sie sich hätten verbürgen können, dass keine Weiterverbreitung erfolgt, geliefert wurden. Offensichtlich wurde zumindest einfach bei jeder Bestellung einfach geliefert. Damit ist in all diesen Fällen ganz sicherlich das Erfordernis der Öffentlichkeit, das es ja klar bei diesem Straftatbestand braucht, gegeben.

Themenkreis wissenschaftlicher Charakter der Bücher:

Ich halte daran fest, dass es hier in keiner Art und Weise um wissenschaftliche Arbeiten geht. Meines Erachtens ist Grundvoraussetzung jeder wissenschaftlichen Arbeit, dass mit einem objektiven Ansatz an das Problem herangegangen wird. Genau dies spreche ich bei diesen Werken dem Autor ganz klar ab. Im Übrigen hätte es dem Angeklagten oblegen, hier genauere Angaben zu machen, wie die wissenschaftliche Qualität zu begründen wäre. Dies ist nicht möglich, deshalb ist es auch nicht geschehen. Von Wissenschaftlichkeit keine Spur.

Meinungsäussernngsfreiheit und Forschungsfreiheit:

Es ist nicht richtig, dass es verboten ist, wissenschaftlich qualifizierte Forschung über den Holocaust zu betreiben. Das ist hier aber nicht, passiert. Der Verteidiger hat selbst ausgeführt, ich zitiere sinngemäss und hoffentlich richtig: ,,Schlecht könne nur eine Forschung sein, der es nicht darum geht, die Wahrheit zu finden." Ich behaupte hier erneut, dass genau dies bei Herrn Graf vorgelegen hat. Nämlich kein objektiver Ansatz, nicht die Motivation die Wahrheit zu finden sondern von Anfang an scheinwissenschaftlich die revisionistischen ,Thesen in Büchern zu fassen.

Themenkreis Internet:

Die Zuständigkeitsfrage, die Anwendbarkeit des schweizerischen Strafgesetzbuches ist hier durchaus heikel und wird wohl nicht vor erster und auch nicht vor zweiter Instanz entschieden werden, Ich halte aber immerhin klar fest, dass Herr Graf in den Fällen von der Anklage vom 7. Oktober 1997 lit. b bei diesen Veröffentlichungen im Internet klar zugegeben hat, die Disketten aus der Schweiz verschickt zu haben mit der Absicht, dass diese im Ausland in das Internet eingespiesen werden. Und damit liegt nicht nur ein relevanter Erfolgsort vor, sondern ganz klar ein Anknüpfungspunkt im Sinne eines relevanten Ausführungsortes. Er hat hier die Disketten verschickt, deshalb liegt ein schweizerischer Ausführungsort vor. Es liegt ein ganz klarer spezifischer Bezug dieser Fälle zur Schweiz vor. Es kommt hinzu, ich habe das bereits schon einmal gesagt, dass von einer klar beabsichtigten Umgehung von Art. 261bis StGB auszugehen ist. Es ist mitnichten so, dass hier insbesondere bei der Internet-Anklage der Anklagegrundsatz verletzt ist, wie dies die Verteidigung angeführt hat. Es wird mir hier vorgeworfen, es sei in der Anklage nicht ausgeführt, nicht behauptet worden, es sei ein Auftrag aus der Schweiz erteilt worden. Ich verweise auf Anklage Seite 4, wo dies ganz klar so angeführt ist. Eine letzte Bemerkung hierzu: Es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen einem begründeten Urteil und einer Anklageschrift. Es muss genügen, wenn seitens der Anklage ausgeführt wird, es hätte ein Auftrag zur Einspeisung der lnternettexte aus der Schweiz erfolgt. Es ist nicht nötig, dass man bereits in der Anklage den Tatbestand der Disketten z.B. erwähnt, schon gar nicht, wenn es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt war. Wir mussten uns hier auf das Geständnis des Angeklagten an der heutigen Verhandlung abstützen. Es ist möglich, eine solche Ergänzung vorzunehmen.

Ich danke Ihnen.

[...]

Protokollnotiz:

(RA Stehrenberger wird nicht zur Duplik zugelassen, da der Staatsanwalt auf eine Replik betreffen des Angeklagten Förster verzichtet hat.

 

RA Oswald:

Sehr geehrte Frau Präsidentin

Sehr geehrte Damen und Herren Bezirksrichter

Ich halte mich kurz, dies nicht zuletzt deshalb, weil ich schlicht und einfach müde bin, es ist auch einmal die Frage der Konzentration, die sich hier stellt. Zu den einzelnen Bemerkungen des Herrn Staatsanwaltes:

Den Vorwurf der ungenügenden Versuchung habe ich nicht leichtfertig erhoben. Ich halte unmissverständlich fest, dass wir keinerlei Einvernahmen, beispielsweise von Belastungszeugen, haben. Wir haben ganz, ganz kurze Einvernahmeprotokolle der beiden Angeklagten, die wurden in Basel angefertigt oder grösstenteils. Dann hat es sich. In einer derart umfangreichen Angelegenheit sollte doch wirklich mehr recherchiert werden. Man kann doch nicht einfach Behauptungen in den Raum stellen und die entsprechenden Materialien nicht liefern. Beispielsweise die ganze Geschichte mit dem Kauf dieses Buches in der Buchhandlung in Frauenfeld. Das ist nicht abgeklärt worden. Nur ein kleines Beispiel.

Zum intertemporalen Recht: ich wehre mich da natürlich mit allem Nachdruck gegen den Vorwurf mit Tricks gearbeitet zu haben. Ich habe in meinem Vortrag, so glaube ich, einlässlich aufgezeigt, dass der Herr Staatsanwalt eine Note aus dem Kommentar Niggli zitiert hat, die mit dieser Sache nichts zu tun hat. Ich habe dann die richtige Stelle zitiert. Er zitiert jetzt erneut eine andere Stelle, dort haben wir einen kleinen Unterschied. Der Staatsanwalt macht es geschickt, er übergeht diesen Unterschied. Bis jetzt war die Rede davon, das ist die Anklage, der Angeklagte sei einverstanden gewesen, dass die Publikation dann im Internet erfolgt seien. Und jetzt heisst es plötzlich, er habe dies gewollt, beispielsweise bei den Büchern, oder er habe sogar aktiv mitgemacht, das ist natürlich ein gewaltiger Unterschied. Zwischen Dulden und Einverstandensein auf der einen Seite und Wollen und Mithelfen auf der andern Seite ist ein elementar, grosser Unterschied.

Dann zur Frage Öffentlichkeit: Also hier haben wir das Zugeständnis der Anklage, dass zu dieser Frage in der Anklage nicht Stellung genommen worden ist. Zu dieser Frage kann man nun nicht im Nachhinein mit einigen Verweisungen das Ganze nachholen. Das ist eine sehr heikle Frage. Ich erinnere nochmals daran, dass nur Äusserungen, die öffentlich sind, eben von der Strafnorm erfasst werden. Da kommt es natürlich schon darauf an wen diese Sendungen gemacht worden sind. Da haben wir wieder ein ganz klares Beispiel für die ungenügende Untersuchung. Man kann nicht einfach sagen, es sind zehn Bücher verschickt worden. Man muss wissen, an wen diese Bücher verschickt worden sind. Man hätte allenfalls befragen müssen. Man hätte allenfalls Rechnungen, Quittungen, Lieferscheine beschlagnahmen müssen. Das wäre alles möglich gewesen. Es hätte zu einer sorgfältigen Untersuchung gehört. In jedem einzelnen Fall muss man eben abklären, an wen diese Lieferung gegangen ist. Dann kann man beurteilen nach diesen Kriterien, ob der Begriff der Öffentlichkeit erfüllt ist oder nicht.

Dann zur Meinungsfreiheit und zur Forschungsfreiheit: Hier haben wir die Differenz, dass die Anklage behauptet, der Angeklagte habe keine qualifizierte Forschung betrieben. Wir haben uns auf den Standpunkt gestellt, diese Forschung sei durchaus ernsthaft. Also es ist ein Grundsatzproblem, wenn wir Juristen da beurteilen müssen, was ernsthafte Forschung ist und was nicht. Ich habe da wirklich grosse Probleme, ich masse mir nicht an, das beurteilen zu können. Aber sie Herr Staatsanwalt, sie dürfen und können nicht einfach behaupten es sei unqualifiziert. Sie müssen das belegen, sie sind beweispflichtig, nicht die Verteidigung.

Internet: Hier wird zugestanden, dass eine heikle Rechtsfrage gegeben ist. Ich bin dankbar, dass diese Problematik jetzt doch erkannt worden ist. Ich halte in meinen Ausführungen fest, ich darf sagen, ich habe mir die Mühe genommen die entsprechende Literatur da zu beschaffen und zu studieren. Es gibt wenig, wirklich wenig. Das Buch von dieser Frau Widmer aus Bern, sie hat sich immerhin in Bern habilitiert, dieses Buch ist doch sehr aufschlussreich und auch Niggli macht ja da gewisse Ausführungen. Es ist natürlich schon wichtig, wie diese Einspeisungen erfolgt sind. Das ist auch nicht abgeklärt worden, das sind keine Befragungen gemacht worden, weder in Bezug auf den Angeklagten noch in Bezug auf weitere Personen.

[...]

Angeklagter Graf:

(AV, die StPO sehe die Möglichkeit vor, dass der Angeklagte das letzte Wort habe, es gehe nicht darum, den ganzen Sachverhalt erneut aufzurollen, Hinweis auf BGE 121 IV 85, es gehe um eine letzte kurze Stellungnahme zum Prozess und zum Strafantrag der Staatsanwaltschaft, Höchstdauer maximal 10 Minuten, falls er sich nicht daran halte, müsste er unterbrochen werden)

Sehr geehrte Frau Gerichtspräsidentin, werte Anwesende,
Zuerst zwei Vorbemerkungen:

Ich möchte ihnen persönlich danken für die faire Weise wie sie diesen Prozess geführt haben. Es war nicht selbstverständlich, ich bin beeindruckt. Ich hatte Gelegenheit mich zu äussern, ich hatte Gelegenheit meine Argumente ungestört vorzubringen. Der zweite Punkt. Mein Anwalt hat ein hervorragendes Plädoyer gehalten. In einem einzigen Punkt muss ich ihn kritisieren, oder besser gesagt, korrigieren, auch wenn das gegen mich spricht. Ich habe das Buch Todesursache Zeitgeschichtsforschung zum allergrössten Teil nach Inkrafttreten des Gesetzes geschrieben. Ich könnte lügen, aber ich tue das nicht. Ich bitte Sie, das zu den Akten zu nehmen.

Nun zum Prozess. Es wurde als Zeuge der Verteidigung zugelassen, der Diplomingenieur Wolfgang Fröhlich. Es ist ein Mann, der eminent qualifiziert ist auf technischem Gebiet. Sein Spezialgebiet ist der Umgang mit gefährlichem Gas. Er konstruiert Gaskammern, oder hat sie konstruiert, in welchen Ungeziefer vertilgt wird, in welchen Gegenstände desinfiziert werden. Wenn so ein Mann nicht kompetent ist, sich zu dieser Frage zu äussern, wer ist es dann. Er wird zugelassen, man weist ihn daraufhin, dass er sich strafbar mache, wenn er die Unwahrheit sagt. Als ehrlicher Mensch, der moralischen Grundsätzen verpflichtet ist, beantwortet Herr Ingenieur Fröhlich alle Fragen wahrheitsgemäss. Herr Staatsanwalt Aufdenblatten fragt ihn: ,,Halten Sie persönlich Menschenvergasungen mit Zyklon B in einer Gaskammern für technisch unmöglich, wenn ja, warum?" Entsprechend seiner Sachkenntnissen sagt der Ingenieur: ,,Jawohl, ich halte sie für unmöglich." Entsprechend der Aufforderung des Herrn Staatsanwaltes erklärt er eingehend warum. Das Ergebnis: eine Strafanzeige wegen Verstoss wegen 261bis, d.h. der Staatsanwalt erwartet vom Ingenieur, dass er lügt, dass er entgegen seiner technischen Kompetenz, entgegen seiner persönlichen Überzeugung die Unwahrheit sagt, damit das Weltbild des Staatsanwalts erhalten bleibt, damit die Anklage gestützt werden kann. Das ist reiner Stalinismus. Ein schwerwiegender Vorwurf, den ich in aller Form aufrechterhalten werde. So sehr Sie, sehr geehrte Frau Staubli, diesen Prozess fair geführt haben, so wenig trifft dies für den Herrn Staatsanwalt Aufdenblatten zu. Wir haben gesehen, dass die Befürchtungen unserer Anwälte, sie könnten selber angeklagt werden, wenn sie uns allzu enthusiastisch verteidigen, leider voll-ständig berechtigt gewesen sind. Es wurde uns heute Morgen demonstriert, wie es besser nicht hätte demonstriert werden können.

Gestatten sie mir zwei, drei Sätze zu mir selber. Ich tue es nicht gerne aber es ist hier vielleicht notwendig. Ich hatte eine gut bezahlte, sichere Stelle als Lehrer am Progymnasium. Ich habe sie wissentlich riskiert, habe sie eingetauscht gegen eine unsichere Zukunft, habe mit Prozessen gerechnet, was eingetreten ist, wenn auch unerwartet spät. Und jetzt massen sich der Herr Staatsanwalt an, meine Gedanken zu lesen und sagt, Herr Graf hat all das aus Bosheit getan, weil er lügt. Ich empfinde das als Unverfrorenheit, dass sich jemand anmasst, meine Gedanken lesen zu wollen und urteilen zu wollen, aus welchen Motiven ich etwas schreibe. Ich bin sehr zugänglich für Kritik. Darum schicke ich auch gelegentlich mein Schriften, oder ich habe es getan, an Historiker der Gegenseite, bitte, wo sind meine Fehler? Wo sind die Fehler? Alle Fehler, die in meinen Büchern stehen, nicht in zentralen Fragen, aber in Nebenfragen, habe ich Fehler gemacht, sind entdeckt worden von Leuten der eigenen Seite. Von der Gegenseite, von den Verfechtern des offiziellen Holocaust-Bildes, habe ich in sieben Jahren nie etwas anderes gehört als Schimpfwörter, Schlagwörter, Strafanzeigen, Prozesse [sic!]. Die Ausführung des Herrn Aufdenblatten, des Herrn Professor Stegemann, Artikel wie derjenige des famosen Herrn Stutz in der Weltwoche vor ein paar Tagen zeugen von absoluter Hilflosigkeit. Es ist nicht ein Argument, das man uns entgegenzusetzen hätte, nicht ein Argument, Phrasen: Rassendiskriminierung, antisemitische Hetze, pseudowissenschaftlich, böse Absichten. Bitte, wenn man mich beschimpfen will, meinetwegen. Wo bleiben die Argumente der Gegenseite. Die Herren Feigel und Konsorten wollen den alten, todkranken Förster und mich einsperren, unsere Bücher verbrennen, unsere Artikel verbieten. Ich will Herrn Feige nicht einsperren. Wenn es Herr Feigel, wider erwarten je gelänge so etwas wie ein Buch zu schreiben, würde ich nicht dessen Verbot fordern. Was wir vorschlagen, ist eine offene, freie Debatte am Radio, am Fernsehen, an Podiumsdiskussionen mit den Herren Feigel, Stutz, Stegemann und Konsorten. Thema: Erstens: Existenz der Gaskammern. Zweitens: die Zahl der jüdischen NS-Opfer. Eine unpolemische, sachliche Debatte mit Argumenten, nicht mit Phasen. Argumente haben wir stets nur von Revisionisten gehört. Von der Gegenseite kommen sie nicht mehr. Die Gegenseite leistet nichts mehr, mit der einzigen Ausnahme von Pressac, der ein Halbrevisionist ist. Ich komme zum Schluss: Es ist seit Menschengedenken kein Schweizer mehr eingesperrt worden wegen gewaltloser Meinungsäusserung. Um entsprechende Fälle zu finden, müsste man wahrscheinlich ins letzte Jahrhundert zurückgehen. Wenn Sie, sehr geehrte Damen und Herren vom Gericht, jetzt, kurz vor Abschluss unseres Jahrhunderts mich noch einsperren wollen, bitte sehr. Lassen sie den halbtoten Förster in Frieden. Sperren sie meinetwegen mich ein. Sie bringen damit keine Schande über mich. Sie bringen Schande über die Idee der Schweiz, eine Schweiz in der die Freiheit nichts mehr gilt. Eine Schweiz in der eine Minderheit von 0,6 % darüber entscheidet, wer was schreiben, sagen, lesen, denken darf, ist tot. Ich beende meine Ausführungen mit einem Zitat meines geschätzten Freundes Gaston Armand Arnaudruz, gegen den in Lausanne ein ähnlicher Prozess vorbereitet wird wie heute der gegen Förster und mich. In der Nr. 370 des courier du continent schrieb Amaudruz: Wie schon in früheren geschichtlichen Zeiten ist es ein Zeichen der Schwäche, ein Dogma gewaltsam durchsetzen zu wollen. Die Anhänger der Judenausrottungsthese können aufgrund des Maulkorbgesetzes Prozesse gewinnen. Den letzten Prozess werden sie vor dem Gericht künftiger Geschlechter verlieren.

 

Protokollnotiz:

Im Anschluss an das Schlusswort des Angeklagten ertönt Applaus im Saal, worauf die Vorsitzende sofort wieder Ruhe herstellt.

Die Vorsitzende gibt weiter bekannt, dass die Urteilseröffnung auf Dienstag, 21. Juli 1998, 14.00 Uhr, Saal Roter Turm, angesetzt worden ist. Die Vorsitzende macht nochmals den Vorbehalt, dass die Öffentlichkeit mit Ausnahme der Presse ausgeschlossen würde, falls sich Vorfälle wie im Anschluss an das Schlusswort des Angeklagten wiederholen würden. Es sei selbstverständlich, dass zur Urteilseröffnung auch Herr Förster erwartet werde.

Die Verhandlung wird um 21.30 Uhr geschlossen.

Das Urteil wurde am 21. Juli 19S8 mündlich eröffnet!

i.f. Der Gerichtsschreiber: Humbel

 

PS:

Das Protokoll wurde mit Hilfe der anlässlich der Verhandlung vorgenommen Aufzeichnung überprüft und ergänzt. Es handelt Sich daher um ein über weiteste Teile wortgetreues Protokoll.


NEWS-VERZEICHNIS

START-SEITE