20. Juli 1998

Tuttwil, den 20. Juli 1998 Bezirksanwaltschaft Zürich
Postfach
8023 Zürich

Hiermit erstatte ich

Strafanzeige gegen Hans Heizelmann, stellvertretender Direktor des Migros-Genossenschafts-Bundes, wohnhaft an der Rebbergstr 25B, 8954 Geroldswil

wegen

falscher Zeugenaussage und unlauterem Wettbewerb.

Begründung:

Hans Heinzelmann hat am 25. März 1997 vor dem Untersuchungsrichter, Gerichtspräsident Dr Gessler, Bezirksgericht Bülach, unter Ermahnung zur Wahrheit als Zeuge, dass der Beretta-Salami- und -Parmaschinken, welcher von Migros verkauft werden, aus Schweinen hergestellt werde, welche in den beiden italienischen Schlachthöfen in Castelverde und Colorno geschlachtet würde. Migros kontrolliere die gesamte Produktion bis zurück zum einzelnen Tier und sorge dafür, dass seine tierschutzethischen Richtlinien auch bei ausländischen Lieferanten eingehalten würden. (Zeugeneinvernahmeprotokoll AA4/DE960007 Ge/ cb vom 25. März 1997, Bezirksgerich Bülach, Beilage 1):

Der VgT hat diese Schlachthöfe besucht und die dortigen tierquälerischen Zustände gefilmt und fotografiert (Bilder) und in den VgT-Nachrichten sowie in den ACUSA-News (Journal der Westschweizer Sektion des VgT) veröffentlicht. Empörten Lesern teilt Migros nun mit, diese Schlachthöfe hätten mit ihrer Produktion nichts zu tun.

Beweis:
Schreiben des Migros-Genossenschaftsbundes vom 19. Juni 1998 an Kunde Mr Hans Rauber, Villar-sur-Glâne (Beilage 2).

Daraus muss geschlossen werden, dass Hans Heinzelmann als Zeuge die wirklichen Schlachthöfe, welche für Migros-Produkte bestimmtes Fleisch liefern, falsch angegeben hat, vermutlich um die Aufdeckung der wahrscheinlich noch übleren Zuständen in den italienischen Migros-Schlachthöfen zu verhindern. Das erfüllt den Tatbestand der falschen Zeugenaussage, weil diese Schlachthöfe in jenem Verfahren Migros gegen VgT wegen angeblicher Ehrverletzung eine zentrale Rolle spielten. Erfüllt ist aber auch der Tatbestand des unlauteren Wettbewerbes, weil Migros mit allen Tricks versucht, tierquälerische Missstände bei ihren Lieferanten vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Sollte sich im Laufe der Untersuchung herausstellen, dass die Zeugenaussage von Hans Heinzelmann der Wahrheit entspricht und statt dessen das Schreiben des MGB an den Kunden Hans Rauber unwahr ist, so ist vorliegende Eingabe als eine Anzeige wegen unlauterem Wettbewerb gegen die Unterzeichner des Schreibens gemäss Beilage 2 aufzufassen.

Mit freundlichen Grüssen

Erwin Kessler, Präsident VgT

 

Beilagen:

1 Zeugeneinvernahmeprotokoll AA4/DE960007 Ge/ cb vom 25. März 1997

2 Schreiben des Migros-Genossenschaftsbundes vom 19. Juni 1998 an Kunde Mr Hans Rauber, Villar-sur-Glâne


*** [Newsverzeichnis] ***

STARTSEITE


(c) Verein gegen Tierfabriken Schweiz, Veröffentlichung nur mit Quellenangabe und Zusendung eines entsprechenden Exemplares
Diese Seite wurde erstellt am 21. Juli 1998, Mail an den Webmaster
URL: http.//www.vgt.ch/news/980721A.htm