17. Juli 1998

Lieber Prozessieren statt Tierhaltung verbessern:

Das "Institut der Lehrschwestern vom heiligen Kreuz", Menzingen/ZG, liess über Anwalt eine Klage gegen den VgT ankündigen

Die Bilder der üblen Tierfabrik des "Institutes der Lehrschwestern vom heiligen Kreuz"

In dieser unchristlichen christlichen Schweinefabrik werden die Tiere in übler Intensivhaltung gehalten. Kein sauberer, mit Stroh eingestreuter Liegeplatz, kein Auslauf ins Freie (obwohl rundherum Wiesen vorhanden sind), dafür tierquälerische Kastenstände für die Mutterschweine. Die Ausläufe waren bei den Recherchen des VgT allesamt vernagelt. Jetzt behaupten diese Christen, die Schweine kämen "regelmässig ins Freie" - eine erste Wirkung unserer Kritik?

Am 26. April 1996 haben wir das Institut in einem höflichen Brief auf die nicht artgerechte Schweinehaltung unter seiner Verantwortung aufmerksam gemacht. Daraufhin liess sich das Institut einfach vom kantonalen Tierschutzbeauftragten attestieren, dass die Schweinehaltung den gesetzlichen Normen entspreche. Die Eigenverantwortung dieses christlichen Institutes erschöpft sich offenbar darin, ethisch völlig ungenügende gesetzliche Mindestvorschriften zu erfüllen. In ethischen Fragen nur gerade das Minimum staatlicher Gesetze einzuhalten und Übergangsfristen (für tierquälerische Kastenstände) auszunützen, wobei das Leiden empfindsamer Lebewesen aus rein wirtschaftlichen Gründen eiskalt in Kauf genommen wird, ist keine besondere moralische Leistung. Wozu da das ganze christliche Getue mit Rosenkranz, Beten und schwarzen Kloster-Trachten? Im übrigen sind in dieser unchristlichen Schweinefabrik nichteinmal die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt: Wie die Fotoaufnahmen zeigen (siehe Internet), haben die Tiere keine ausreichende Beschäftigung (Artikel 20 Tierschutz-Verordnung). Wie der Stall bei der vorangemeldeten bzw bestellten Inspektion durch den kantonalen Tierschutzbeauftragten ausgesehen hat, entzieht sich unserer Kenntnis, ist aber auf jeden Fall nicht massgebend. Im übrigen ist der Schlendrian der Tierschutzvollzugsbeamten, die Missstände regelmässig als gesetzeskonform erklären, allgemein bekannt. Ein solches Feigenblatt für unethisches Verhalten eines christlichen Institutes empfinden wir als total verwerflich und scheinheilig im wahrsten Sinne des Wortes.

Am 27. März 1998 haben wir uns erneut schriftlich an das Institut gewandt und die Stillegung des Stalles gefordert. Anstatt etwas für das Wohl der Tiere zu tun, hat das Institut sofort einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Wie schon das Kloster Einsiedeln und das Kloster Fahr prozessiert offenbar auch dieses katholische Institut lieber für teures Geld, als tierfreundliche Zustände herzustellen. Der VgT wird sich auch vor neuen Klagen nicht abschrecken lassen und hartnäckig die brutale Scheinheiligkeit von Tierquälern, die mit dem Anspruch besonderer Religiosität - christlich, jüdisch, moslemisch - daher daherkommen, aufdecken.

Es ist vorauszusehen, dass die Zuger Gerichte im vornherein auf der Seite ihrer Kirche stehen werden und dass unsere Beweise wie schon im Fall Kloster Fahr überhaupt nicht zur Kenntnis genommen werden. Schon im Mittelalter gingen Kirche und Staat vereint gegen unbequeme Kritiker vor. Daran hat sich offensichtlich bis heute wenig geändert. Dafür unterstützen immer mehr tierliebende Menschen den VgT mit Spenden, und sparen sich dafür die Kirchensteuer ein, indem sie aus dieser gegenüber unseren Mitgeschöpfen so hartherzigen Kirche austreten.

Erwin Kessler, Präsident VgT


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