13. Juli 1998

 

Tuttwil, den 14. Juli 1998

An das Kassationsgericht des Kantons Zürich
Grossmünsterplatz
8001 Zürich

Kass-Nr 98/238 S

Sehr geehrter Herr Präsident,
in Ergänzung zu meiner Kassationsbeschwerde im sogenannten Schächt-Prozess folgendes:

 

I.

 

  1. Das Zürcher Obergericht hat einen Porschefahrer, der innerhalb von zweieinhalb Jahren dreimal bei massiven Tempoexzessen - bis 54 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit - geschnappt wurde, zu 30 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt.

  2. Das Zürcher Obergericht hat einen Tierschützer, der jüdische Tierquäler mit den passenden Worten undiplomatisch kritisiert hat, zu 45 Tagen Gefängnis unbedingt verurteilt.

Kommentar: überflüssig

 

II.

 

  1. Gegen die Bäuerin Marie Huber in Höri besteht ein Tierhalteverbot wegen fortgesetzter krasser Missachtung des Tierschutzgesetzes. Weil sie drohte, sich umzubringen und das Haus anzuzünden, wenn ihr auch noch die letzte Kuh weggenommen werde, verzichtet das kantonale Veterinäramt auf den Vollzug des Tierhalteverbotes.
  2. In Artikel 4 der Bundesverfassung heisst es: Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich.
  3. Ich drohe damit, mich umzubringen und mein Haus anzuzünden, wenn meine Gefängnisstrafe vollzogen wird.
  4. Aus 1 bis 3 folgt, dass das Kassationsgericht meine Verurteilung wegen Suiziddrohung aufzuheben hat.

Kommentar: folgt nach Zustellung des Kassationsentscheides.

 

Mit freundlichen Grüssen

Erwin Kessler, Präsident VgT

 

Post-Skriptum:

Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Eingabe an das Kassationsgericht oder an den Nebelspalter richten soll. Schliesslich habe ich mich für den Dienstweg entschieden, mit einer Kopie an den Nebelspalter.


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