12. Juli 1998

Neuer Teilerfolg des VgT in der Kloster-Fahr-Affäre:
Muni jetzt in einer Freilaufbucht

Artikel 18 der eidgenössischen Tierschutzverordnung verlangt für Rindvieh in Anbindehaltung regelmässigen Auslauf. Das Bezirksgericht Baden hat im sogenannten Maulkorb-Prozess Kloster Fahr gegen VgT festgestellt, dass die Munihaltung inzwischen - aufgrund der Kritik des VgT - dieser Vorschriften angepasst worden sei und der bisher dauernd angekettete Muni heute Auslauf erhalte. Obwohl das Gericht damit zumindest eine klare Verletzung von Tierschutzvorschriften im Kloster Fahr festgestellt hat, beurteilte es die damalige Kritik des VgT, im Kloster Fahr würden Tierschutzvorschriften verletzt, ohne weitere Begründung als rechtswidrige Ehrverletzung (die Berufung gegen dieses skandalöse Urteil ist zur Zeit vor dem Aargauer Obergericht hängig).

Seit der nun schon über drei Jahre andauernden Kontroverse um die Tierhaltung des Klosters Fahr haben wir stets eine Freilaufbucht im Stall oder regelmässigen Auslauf im Laufhof oder auf der Weide gefordert. Tierfreundliche Bauern weiden ihren Muni zusammen mit den Kühen. Wie bei Hunden werden Munis erst durch die dauernde Kettenhaltung aggressiv und gefährlich.

Während das Kloster stets sämtliche Kritik als unwahr darstellte und vor Gericht sogar behauptete, dem VgT gehe es nicht um Tierschutz, sondern nur gegen das Kloster, hat es der in Tat und Wahrheit berechtigten Kritik still und leise Rechnung getragen, indem der Muni regelmässigen Auslauf im Laufhof erhielt. Nun hat er auch die seit langem geforderte Freilaufbucht im Stall erhalten, wo er - statt ständig unbeweglich angekettet zu sein - wenigstens ein paar Schritte machen und sich um die eigene Achse drehen kann. Es ist keine Frage, dass die dauernde Kettenhaltung eines so kraftvollen, noch jungen und bewegungsfreudigen Tieres sehr übel ist. Das Bezirksgericht Baden hat dem VgT in einer willkürlichen vorsoglichen Verfügung - ebenfalls ohne vernünftige Begründung - verboten, dies als Tierquälerei zu bezeichnen.

Trotz einigen Verbesserungen in der Tierhaltung und der entsprechend zurückgenommenen Kritik des VgT prozessiert das Kloster mit hohen Anwaltskosten weiter gegen den VgT. Es sind zur Zeit vier Gerichtsverfahren des Klosters gegen den VgT hängig. Der VgT ist dadurch gezwungen - trotz den zwischenzeitlichen Verbesserungen -, sich weiter mit dem Kloster Fahr zu befassen und wird auch laufend die Öffentlichkeit über diese Verfahren und die Gerichtswillkür gegen den VgT informieren und bei dieser Gelegenheit auch auf die immer noch nicht tiergerechte Haltung der Schweine und der Kühe hinweisen: Mutterschweine im Kastenstand und Kühe unter dem elektrischen Kuhtrainer.

Das Kloster hätte es einfach in der Hand, die Kontroverse rasch zu beenden. Eine tierfreundliche Haltung würde weniger kosten als die bisherigen und künftigen Anwalts- und Gerichtskosten. Wie schön und für das Ansehen des Klosters günstig wäre es, wenn die vielen Ausflügler mit ihren Kindern im Kloster Fahr glückliche Schweine, Kühe und Kälber auf der Weide antreffen könnten! Wir lange müssen wir noch auf diese göttliche Eingebung bei den Klosterleuten warten?


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