20.Februar'98
Der Tierschutz-Nichtvollzug im Thurgau:
Zum Beispiel Triboltingen


Triboltingen ist ein ganz normales Dorf: Eine Hauptstrasse, links und rechts Häuser, zwei Gasthäuser - die Traube und der Ochsen. Die Traube deutet auf den traditionellen Weinbau im gemässigten Bodenseeklima hin - und der Ochsen auf die traditionelle Rindviehhaltung. Wie in anderen Dörfern hat die Zahl der Landwirte abgenommen zugunsten weniger, dafür grösserer Betriebe. Heute sind es noch sechs Bauernhöfe mit Viehhaltung - nur zwei halten sich an die Tierschutzvorschriften, welche für angebundenes Vieh regelmässigen Auslauf verlangen, auch im Winter, durchschnittlich ca zweimal wöchentlich. Das sind wie gesagt Minimalvorschriften, welche noch lange keine tiergerechte Haltung garantieren. Drei Betriebe in Triboltingen gewähren den Kühen überhaupt nie Auslauf oder Weide; sie werden lebenslänglich an der Kette gehalten, gerade gut genug, um möglichst viel Milch zu produzieren, wovon wir in der Schweiz sowieso mehr als genug haben. Der Bund gibt jährlich Milliarden an Steuergeldern aus für die Überschussverwertung. Damit werden Tierquäler wie diese in Triboltingen subventioniert. Anstatt diesen Rechtsbrechern und Tierschindern das Handwerk zu legen, wirft ihnen dieser Staat noch Geld nach. Aber wie gesagt: Triboltingen ist ein ganz normales Dorf.

Im letzten Herbst erhob der VgT Beschwerde gegen das Veterinäramt, weil dieses jahrelang zuschaute, wie dort ein Landwirt namens "Engel" die Auslaufvorschrift missachtet. Regierungsrat Lei wies die Beschwerde mit ein paar arroganten, nichtssagenden Sätzen ab. Der Politfilz deckt sich gegenseitig, Kritik an Beamten-Misswirtschaft ist im vornherein "haltlos".

Die Folge dieser unsachlichen, tierverachtenden Politik ist, dass die Kühe Engels in Mammern bis heute nur selten Auslauf erhalten - eine offene, amtlich geduldete Gesetzesmissachtung. Wenn wundert es da noch, dass sich Landwirte auch andernorts die Mühe ersparen, ihr Vieh von der Kette zu lassen - zum Beispiel in Triboltingen.

Die Namen der Tierquäler werden wir Ende April öffentlich bekannt geben, sofern die Tiere bis dann immer noch keinen gesetzeskonformen Auslauf erhalten.


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