12. Januar 1998

Risi-Bitzi - das Schwyzer Rezept zum Nichtvollzug des Tierschutzgesetzes

Der Schwyzer Schweinekrieg eskaliert!!! Lesen Sie weiter: 10.Januar'98: Mythen-Post erwägt Strafanzeige gegen die Boykotteure / Kantonstierarzt Risi auf der Seite der Agromafia[Zum Inserateboykottaufruf des Schwyzer Bauernvereinigung gegen die Mythen-Post] vom 6.Januar'98 und vom 4.Januar : [An Dr Josef Risi, Kantonstierarzt, 6415 Arth, Fax 041 855 12 81...] 12.Dezember'97 [Bundesgericht bestätigt Kundgebungsverbot gegen Kloster Fahr] in der VN 97-01 [Grauenhafte Zustände in Schwyzer Schweinefabriken], 30.Oktober'98 [Affäre um die Tierhaltung des Klosters Fahr bzw Einsiedeln] ZENSURIERT: [Dem VgT Schweiz gerichtlich verbotene Informationen über die üble Tierhaltung eines Klosters]


Das für den Tierschutz-Nichtvollzug im Kanton Schwyz hauptverantwortliche Duo Kantonstierarzt Josef Risi und Regierungsrat Inderbitzin - kurz Risi-Bitzi - betreiben die Sabotage des Tierschutzes nach folgendem Rezept: "Der Kanton Schwyz ist nicht schlechter als andere Kantone" (Regierungsrat Inderbitzin) und "die Missstände sind gesetzeskonform" (Kantonstierarzt Risi). In dieser Situation kommt die Androhung einer Ehrverletzungsklage seitens Kantonstierarzt Dr Josef Risi gegen VgT-Präsident Dr Erwin Kessler ganz gelegen, müsste sich in einem solchen Verfahren doch einmal ein gerichtlich bestellter neutraler Experte (nicht aus dem Kanton Schwyz!) die in den Schwyzer Schweine-KZs herrschenden Zustände beurteilen. Es gab schon einmal im Kanton St Gallen ein ähnliches Ehrverletzungsverfahren gegen Erwin Kessler, wobei das Gericht aufgrund einer Expertise in einem rechtskräftigen Urteil zum Schluss kam, das Einsperren von Mutterschweinen in Kastenständen - eine im Kanton Schwyz übliche Haltungsform - stelle eine Tierquälerei dar, welche gegen die Artikel 2 und 3 des Tierschutzgesetzes verstosse. Leider hat der VgT keine direkte rechtliche Möglichkeit, die Schwyzer Schweinereien vor ein Gericht zu bringen. In diesem sonderbaren schweizerischen Rechtsstaat hat niemand das Recht, auch Tierschutzorganisationen nicht, Verletzung des Tierschutzgesetzes einzuklagen. Der Agrofilz und dessen Vertreter in den Landwirtschafts- und Veterinärämtern können untereinander ausmachen, ob und wieweit das Tierschutzgesetz angwendet werden soll. Das Resultat fällt regelmässig zugunsten der Tierquäler, nicht der Tiere aus, obwohl das Volk vor 20 Jahren mit grossem Mehr ein Tierschutzgesetz beschlossen hat, dass laut Artikel 1 das Wohlbefinden der Tiere, nicht der Tierquäler, schützen soll. In dieser undemokratischen und rechtsstaatfeindlichen Situation stellt der seit Jahren rückläufige Fleischkonsum die einzige Hoffnung gegen die gewerbsmässige Massentierquälerei dar. Auch im Kanton Schwyz gibt es immer mehr stillgelegte Tierfabriken. Den Vegetariern sei Dank.

Im übrigen ist Risis Unterstellung, ich würde die Missstände im Kanton Schwyz nur kritisieren, um Spendengelder zu erhalten, mindestens so ehrverletzend, wie meine Kritik an seiner Amtsführung. Jedenfalls bleibe ich beim Vorwurf, dass Regierungsrat Inderbitzin mit Tierarzt Risi eine fachliche Niete als Kantonstierarzt beschäftigt, der offensichtlich nicht in der Lage ist, grobe Verstösse gegen das Tierschutzgesetz zu erkennen. Ich bleibe auch bei der Feststellung, das ein Kantonstierarzt, der neben seinem Amt noch eine private Tierarztpraxis betreibt, in einem Gewissenskonflikt steht, wenn er als Amtsperson bei seinen privaten Kunden Missstände feststellt. Dass dieser Gewissenskonflikt nicht zu Gunsten der Tiere ausgeht, zeigt der Umstand, dass Risi die fehlbaren Tierhalter deckt. Sein Kommentar zur Sendung TELE TELL vom letzten Mittwoch entsprach jedenfalls nicht der Wahrheit, als er behauptete, das Fernsehen habe nicht gezeigt, dass es bei den Aufnahmen aus dem Tier-KZ Birkenau, pardon: Waldhof rundherum Stroh gehabt habe. Der VgT kann beweisen, dass dies unwahr ist und dass es zumindest bei einer Stichprobenkontrolle von Tierschützern in der gesamten Schweinefabrik von Alphons Vogel keinen einzigen Strohhalm hatte. Das können auch neutrale Zeugen bestätigen, die durch die Fenster geschaut haben. Bestätigt wird das auch durch den Umstand, dass sich Alphons Vogel gegenüber dem Fernsehen hartnäckig geweigert hat, ohne eine dreitägige Vorbereitungszeit Zutritt zu den Tieren zu gewähren.

Risi-Bitzi: ein unappetitliches Rezept. Der VgT empfiehl statt dessen vegetarische Vollwerternährung - der Gesundheit und den Tieren zuliebe.


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