11. Juni/16. Juli 2000

Tierdrama in Guntershausen

Nachtrag vom 16. Juli:
Das Bezirksamt Frauenfeld hat den Verantwortlichen wegen "unsachgemässer Tierhaltung, evtl Tierquälerei" mit 150 Fr gebüsst, plus 75 Fr Verfahrensgebühr - wenig genug, aber immerhin ein Zeichen.

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11. Juni:

Vier tote, halbverweste Meerschweinchen, die auch bei dieser Sommerhitze kein Trinkwasser erhielten, stinken derart über die Strasse, dass Nachbarn aufmerksam werden:

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Seit einer Woche ist die Familie Hütter aus Guntershausen (Kanton Thurgau) in den Ferien. Das Haus, fünf Hunde und eine Katze in der Wohnung, die Kaninchen und Meerschweinchen werden vom Sohn und seiner Freundin "gehütet", deren Ordnungs- und Pflichtbewusstsein schon durch das Töff-Wrack, das hinter dem Haus langsam vor sich hin rostet, nicht gerade die beste Referenz ausgestellt wird. Wenn sie zufällig einmal kurz zuhause sind, haben sie offensichtlich andere Interessen, als sich um die Tiere rund ums Haus zu kümmern. Dass die Meerschweinchen seit Tagen tot sind, nehmen sie erstmals zur Kenntnis, als ich mit einem aufgebotenen Beamten der Kantonspolizei vorspreche.

Den Kaninchen, die an der heissen Sonne in Kästen dahinvegetierenen, brachten die Nachbarn Wasser. Als sie die toten Meerschweinchen entdecken, telefonieren sie empört und erregt mir, da ich im Nachbardorf wohne. (Der VgT ist auf Nutztiere spezialisiert und eigentlich nicht zuständig für Heimtiere.)

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Da aus dem Haus auch noch Hundegebell zu vernehmen war, hatte ich den Tierschutzverein Frauenfeld gebeten, am Tatort-Termin teilzunehmen, einer Bitte, die sofort - Pfingstsonntag hin oder her - entsprochen wurde. Abgesehen davon, dass die Hunde jeweils den ganzen Tag allein in der Wohnung gehalten werden, konnte jedoch bei diesen keine Verwahrlosung festgestellt werden, die Massnahmen erfodert hätten. Leider kann man immer erst einschreiten, wenn Tiere schon halb oder ganz tot sind. Ansonsten kann der Besitzer der "Sache" Tier nach unserer Rechtspraxis leider tun und lassen was er will.


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