2. Mai 2000

Strafanzeige eines Aargauer Migros-Freilandhühnerhalters gegen den VgT

In der neuesten Ausgabe der VgT-Nachrichten (VN), die zur Zeit im ganzen Kanton Aargau und teilweise im Kanton Solothurn in alle Briefkästen verteilt werden, ist ein Bericht über den Migros-Freilandhühner-Betrieb Werner Käser in Hunzenschwil (im Internet unter www.vgt.ch/vn/0002/tierfabriken.htm). Der Betrieb wurde lange beobachtet: Bei schönstem Wetter kein Huhn im Freien. Nur selten einmal sind ein paar Dutzend der 3000 "Freilandhühner" zu sehen. Ihr Leben unterscheidet sich nicht wesentlich von demjenigen der 9000 anderen, sogenannten "Bodenhaltungs"-Hühner in dieser riesigen, zweistöckigen Tierfabrik. Weil der VgT Bilder aus diesem Betrieb veröffentlicht hat, klagte nun Tierfabrik-Direktor Käser wegen "Hausfriedensbruch". Wenn die Migros-Werbung mit solchen Bildern Lügen gestraft wird, bleibt halt nur noch die Zermürbungstaktik mit Gerichtsverfahren gegen den VgT. Es scheint noch nicht bis Hunzenschwil bekannt geworden zu sein, dass solche Methoden den VgT nicht bremsen, sondern im Gegenteil die aufgedeckten Missstände noch mehr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit bringen. Der VgT ist sich schon lange gewohnt, Gerichtskosten als unvermeidliche Geschäftsunkosten wie Telefon und Büromaterial einzukalkulieren.

Der VgT hat nur das "Recht", ständig eingeklagt zu werden. Seinerseits gegen solche Konsumententäuschungen klagen darf er nicht: Das Bundesgericht hat dem VgT das gesetzliche Verbandsklagerecht in Konsumentenschutzfragen mit der üblichen politischen Willkür verweigert. Der VgT wird trotz den ständigen Verboten und Gerichtsverfahren weiterhin solche Konsumententäuschungen aufdecken. Nach dem Versagen des Rechtsstaates besteht die einzige Chance gegen die Massentierquälerei noch darin, dass immer mehr Menschen auf Fleisch und Eier verzichten - ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe.


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