12. Januar 2000:

Strafanzeige gegen Tier-KZ der Dorfkäserei Schwellbrunn/AR

Der VgT hat gegen die Appenzeller-Käserein in Schwellbrunn/AR - über die in den letzten VN berichtet wurde -  folgende Strafanzeige erreicht:

An das Verhöramt AR
9043 Trogen 

Hiermit erstatte ich

Strafanzeige gegen die Appenzeller-Dorfkäserei in Schwellbrunn

wegen grober Missachtung der Tierschutzgesetzgebung.

Begründung:

Im zweistöckigen Schweinemaststall werden die Tiere unter katastrophalen Verhältnissen gehalten, wie auf Seite 1 im beiliegenden Journal, ausführlicher im Internet unter www.vgt.ch/vn/0001/appenzeller.htm sowie auf den beiliegenden Videoaufnahmen (aufgenommen im August 1999) ersichtlich ist.

Es werden konkret folgende Tierschutzvorschriften verletzt:

Artikel 2 TierSchG indem die Tiere entgegen ihren angeborenen Bedürfnissen nach einem sauberen Liegeplatz und nach Beschäftigung im eigenen Kot liegen und schlafen müssen und sich mit nichts beschäftigen können.

Artikel 1, Abs 1 und 2 der TierSchV, indem die Tiere in den völlig verdreckten engen und kahlen Verschlägen keine Möglichkeit haben ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, wozu gehört: Wahl eines sauberen, trockenen und warmen Schlafplatzes, Beschäftigung und Spielverhalten tagsüber.

Artikel 2 Abs 2 TierSchV, indem die Tiere nur flüssig, mit Suppe gefüttert werden, was bekanntlich (siehe Fachliteratur) nicht artgerecht ist.

Artikel 13 der TierSchV, indem der Stallboden durchgehend von einer schmierig-glitschigen Kot-Urin-Schicht bedeckt ist und kein wärmeisolierter Liegeplatz vorhanden ist. (Nasser Dreck kältet.) Viele der Tiere husten dauernd, wie auf den Videoaufnahmen gut zu sehen ist.

Art 20 der TierSchV, indem den Tieren keine Beschäftigung zur Verfügung steht.

Wegen der insgesamt totalen Vernachlässigung der Tiere beantrage ich ein behördliches Einschreiten im Sinne von Artikel 24 und 25 des TSchG.

Gestützt auf die entsprechende Bundesgerichtspraxis ersuche ich Sie, Ihren Entscheid mir als Anzeigeerstatter zuzustellen.

Mit freundlichen Grüssen
Erwin Kessler, VgT

Der angezeigte Käser muss nach Erfahrung leider höchstens mit einer Trinkgeldbusse rechnen.

Gegen die in den VN ebenfalls erwähnten grässlichen Appenzeller-Käsereien im Kanton St Gallen wurden gar nicht erst Anzeigen erstattet, da die jahrelange Erfahrung zeigt, dass im korrupten Kanton St Gallen Anzeigen nicht die Briefmarke wert sind und die zuständigen Behörden durch ihre Untätigkeit angezeigte gewerbsmässige Tierquäler geradezu dazu anspornen, mit der Missachtung der Tierschutzvorschriften weiterzufahren. Tierschutzorganisationen in der Schweiz haben kein Klagerecht gegen solche Missstände. Die einzige Möglichkeit ist, den Konsumenten zu empfehlen: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!


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