14. Januar 2000

Verlogene Plakatwerbung für Appenzeller Schweinefleisch

von Erwin Kessler, Präsident VgT Schweiz

 

Zur Zeit macht die Appenzeller Agro-Lobby Plakat-Werbung für Schweinefleisch. Das Plakat zeigt freilaufende Schweine auf einer Alpweide:

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Weit hinten im Alpsteingebiet, am Fälensee, haben die Werbestrategen der Agro-Mafia dieses Bild aufgenommen. Die Alp dort hat keine Strassenzufahrt; deshalb werden die paar "Alpschweine", die in einem kleinen, vegetationslosen, mit einem Elektronetz eingezäunten Auslauf hinter der Alphütte gehalten werden, wenn sie schlachtreif sind, zum Verladen diesen Wege entlang getrieben, den das Plakat zeigt. Das alles wissen die Konsumenten natürlich nicht. Da ich mir die "Alpschweine" im Alpschweingebiet gründlich angesehen habe, habe ich den Ort sofort erkannt.

Skrupelloser verlogen könnte diese Werbung nicht sein, zeigt sie doch das absolute Gegenteil der Normal-Realität. Kein Wunder, dass es der Herausgeber nicht wagte, sein Namen unter dieses Plakat zu setzen.

Wie die Realität aussieht, hat der VgT kürlich in seinem Journal "VgT-Nachrichten" dargestellt, das von der Post zensiert, aber dennoch verteilt wurde (im Januar und Februar erfolgt noch die restliche Verteilung in den Kantonen Appenzell und teilweise St Gallen durch eine neue, private Verteilfirma):

schwellbr2.jpg (63357 Byte)

Sehen Sie sich den ganzen Bericht mit den schockierenden Bildern im Internet an unter www.vgt.ch/vn/0001/appenzell.htm

Sogar die paar wenigen Alpschweine, die es im Appenzellerland gibt, haben es absolut nicht so, wie das Plakat darstellt, sondern so:

alpschw-meglisalp4.jpg (27529 Byte)

Sehen Sie sich die Foto-Reportage über den Migros-Alpschwein-Schwindel an, im Internet unter www.vgt.ch/vn/9905/alpschweine.htm

Dieses anonyme, verlogene Plakat wird vom Appenzell-Inerrhoder Land- und Forstwirtschaftsdeparemtent herausgegeben. Mit dessen Vorsteher, Landeshaupmann Josef Inauen, haben wir früher schon die übelsten Erfahrungen gemacht (VN98-2: Appenzell-Innerrhoden Behörden im Griff der Agromafia, www.vgt.ch/vn/9802/ai.htm). Zum Vorwurf des unlauteren Wettbewerbes nahm Inauen gegenüber dem VgT wie folgt Stellung: Das Plakat werbe nicht für Appenzeller Schweinefleisch, sondern rufe die Bauern dazu auf, keine hochansteckenden Tiere zu transportieren. Man kann natürlich unlauteren Wettbewerb auch so tarnen. Massgebend ist - auch im rechtlichen Sinne - die Vorstellung, die ein öffentliches Plakat in der Öffentlichkeit weckt. Und diese Vorstellung ist klar und sicher auch gewollt. Für einen Aufruf an die Bauern zur Sorgfalt im Umgang mit ansteckenden Krankheiten müssten jedenfalls keine idyllischen Schweine auf einer Alpweide gezeigt werden! Überhaupt wäre es der Tiergesundheit wohl zuträglicher, im Kanton Appenzell Innerrhoden endlich mit dem Tierschutzgesetz Ernst zu machen und hustende Schweine in dunklen, feuchten und total verkoteten Löchern (welche die Bezeichnung "Stall" nicht verdienen) nicht mehr zu tolerieren. Aber daran denkt Schlitzohr Inauen wohl nicht im Traum; lieber warnt er Tierquäler vor bevorstehenden Kontrollen durch den Kantonstierarzt (siehe www.vgt.ch/vn/9802/ai.htm).

In einem seiner vielen Willkürurteile hat das Bundesgericht dem VgT das ihm gesetzlich zustehende Verbandklagerecht gegen unlauteren Wettbwerb und Konsumententäuschungen genommen, weshalb der VgT keine rechtlichen Möglichkeiten hat, gegen derart krasse Werbelügen gerichtlich vorzugehen. Deshalb empfiehlt der VgT den betrogenen Konsumenten einmal mehr: ESSEN SIE VEGETARISCH - IHRER GESUNDHEIT UND DEN TIEREN ZULIEBE!


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