26. Oktober 2005, aktualisiert am 17. März 2006

Kaninchenzüchter Peter Zäch in Solothurn rechtskräftig verurteilt

Vorgeschichte:
Aufsichtsbeschwerde gegen Kantonstierärztin König (News 11. Februar 2004)
Die unglaubliche Geschichte einer grauenhaften Kaninchenhaltung (VN05-1, Februar 2005)
Polizei beschlagnahmt die Kaninchen von Peter Zäch (News 6. April 2005)
Kaninchenzüchter Peter Zäch lügt (News 7. April 2005)
Die einseitige Informationsauswahl der Schweizerischen Depeschenagentur (News 14. April 2005)
Polizei beschlagnahmt die Kaninchen von Peter Zäch (VN05-2, Juni 2005)
Grausame Isolationshaft (News 10. August 2005)
Kantonstierärztin König lügt (VN05-3, Oktober 2005, Seite 36)

An der heutigen Gerichtsverhandlung bestritt Zäch, in irgend einer Weise gegen das Tierschutzgesetz verstossen zu haben. VgT-Präsident Erwin Kessler anerbot hierauf dem als Einzelrichter amtierenden Gerichtspräsidenten Frank Urs Müller, die Aufnahmen des VgT zu den Akten zu geben, was aber abgelehnt wurde. Kein Interesse, er beurteile nur das, was ihm vorliege. Dieses Vorgehen des Gerichtspräsidenten stellt eine Amtspflichtverletzung dar. In Strafverfahren gilt die Untersuchungspflicht. Das Gericht hat die vom Untersuchungsrichter vorgelegten Beweise nötigenfalls zu ergänzen. Die Augen vor relevanten Beweismitteln zu verschliessen, ist klar gesetzwidrig. (Anders ist es im Zivilprozess, wo der Richter nur zu beurteilen hat, was ihm die Parteien vorlegen.)

Auf den Vorhalt, die Kaninchen hätten nichts zum Nagen gehabt, wie dies die Tierschutzverordnung vorschreibt, entgegnete Zäch, Ehrenpräsident der Verbandes Solothurner Kleintierzüchter, bemerkenswert, er füttere seine Kaninchen so wie das alle Kaninchenzüchter täten.

Der VgT hatte gegen Zäch schon vor drei Jahren Anzeige erstattet wegen den KZ-artigen Zuständen. Der gleiche Richter hatte ihn damals freigesprochen. Auf seine Frage an Zäch, warum er inzwischen seinen Stall nicht saniert habe, wendete der Verteidiger Zächs ein, sein Klient - Architekt und Immobilienhändler - habe "wirklich anderes zu tun gehabt".

Auf den Vorhalt, die Kaninchen hätten kein frisches Wasser gehabt, warum er nicht wie üblich Selbsttränken in Form von Flaschen installiere, antwortete Zäch, es sei aufwändig, die Flaschen zu reinigen, und bei Frost im Winter könnten die Flaschen zerspringen. Der Gerichtspräsident war offensichtlich über letzteres Argument baff und meinte nur, bei der Kontrolle im April sei es nicht mehr Winter gewesen. VgT-Präsident Erwin Kessler durfte dazu nichts sagen, da ihm der Gerichtspräsident die Ausweisung aus dem Gerichtssaal angedroht hatte, sonst hätte er klar stellen können, dass natürlich niemand Glas-Flaschen in Kaninchenställen verwendet und Kunststoff-Flaschen Frost schadlos überstehen.

Aber dem Gerichtspräsidenten ging es offensichtlich nicht gross um die Wahrheitssuche und objektive Würdigung der katastrophalen Umstände, unter denen Zäch seine Kaninchen hielt, und sprach Zäch von der Anklage der starken Vernachlässigung der Tiere - gemäss Tierschutzgesetz ein Vergehen - frei und verurteilte ihn lediglich wegen Übertretung einzelner Tierschutzvorschriften zu einer Buss. Im Kopf dieses Richters ist eine derartige KZ-Haltung von Tieren (siehe die Fotos) offensichtlich bloss ein Kavaliersdelikt. Es sind ja nur Tiere....

Die Hauptschuldigen an diesem Kaninchen-Skandal sind der kantonale Tierschutzinspektor Kummli und Kantonstierärztin Doris König, die Zäch jahrelang immer wieder schriftlich bestätigt haben, seine vom VgT angeprangerte Kaninchenhaltung sei tierschutzkonform und in Ordnung. Erst nachdem der VgT im Februar 2005 die Zeitschrift "VgT-Nachrichten" mit den schrecklichen Bildern in alle Haushaltungen im Kanton Solothurn verteilen liess, schritt die Kantonstierärztin endlich ein. Für diese Hauptschuldigen hat die Affäre wieder einmal keine Konsequenzen. Kummli wurde schon einmal freigesprochen, nachdem er krasse, gesetzwidrige Tierquälereien aktiv gedeckt hatte.

So geht das immer im Kanton Solothurn, und der VgT kann nur gegen ganz wenige Einzelfälle derartige Öffentlichkeitskampagnen führen wie im Fall Zäch. Das ganze übrige, namenlose Tierelend im Kanton Solothurn geht weiter, gedeckt von der extrem tierschutzfeindlichen Regierung und der ebenso tierverachtenden Justiz dieses Kantons.

Mehr zu den Machenschaften der Solothurn Berhörden: www.vgt.ch/doc/SO

Urteil rechtskräftig:
Zäch hat gegen obiges Urteil Berufung an das Obergericht erhoben, die Berufung dann aber ein paar Monate später zurückgezogen. Mit Beschluss vom 2. März 2006 schrieb deshalb das Obergericht das Verfahren als erledigt ab, womit das erstinstanzliche Urteil rechtskräftig wurde.


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