4. Oktober 2002 /VN 03-2

Unfähiger Direktor der Landwirtschaftsschule Plantahof

Im Streitgespräch auf Radio Grischa über den VgT-Radiospot behauptete der Direktor der Landwirtschaftsschule Plantahof hartnäckig und wiederholt, 52 Prozent aller Nutztiere in der Schweiz würden regelmässig Auslauf erhalten nach dem Bundesprogramm RAUS (= Regelmässiger Auslauf). Diese Behauptung ist falsch, weil dieser Schuldirektor offensichtlich nicht in er Lage ist, simple statistische Grafiken zu lesen. Im Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft, auf den er sich bezog, ist diese Zahl gar nicht enthalten, sondern nur die Aufteilung der RAUS-Direktzahlungen nach Tierarten. Wir haben uns beim Bundesamt für Landwirtschaft nach dem Beteiligungsanteil am RAUS-Programm erkundigt: 52 Prozent der Rindviehgattung - nicht aller Nutztiere! - sind am RAUS-Programm beteiligt, und die betrifft vor allem Milchkühe, was für die Fleischproduktion, um die es im Streitgespräch ging, wenig aussagt. Gegessen wird vor allem das billige Schweinefleisch, und von den Schweinen erhält nur ein kleiner Teil Auslauf. Die Behauptung, in Restaurants im Kanton Graubünden würde zu einem grossen Teil Label-Fleisch serviert, auch ohne spezielle Deklaration, ist eindeutig FALSCH. Labelfleisch, das im Kanton GR produziert wird, fliesst in die speziellen Verkaufskanäle (M7, CoopNaturaplan) und wird nicht in den Restaurants verkauft; diese beziehen vielmehr - wie im Spot richtig gesagt wird - billiges, konventionelles Tierquälerfleisch aus dem Unterland oder Ausland, das die KonsumentenInnen im Laden nicht mehr kaufen, weil sie Bio- und andere Labelprodukte vorziehen.

Im Streitgespräch auf Radio Grischa bluffte der Plantahof-Direktor weiter mit der Beschäftigungsvorschrift für Schweine und wollte damit belegen, dass die Schweiz einen fortschrittlichen Tierschutz habe. Diese Beschäftigungsvorschrift ist eine der wenigen Tierschutzvorschriften für Schweine, welche das bedauernswerte Schicksal in der Intensivhaltung etwas erleichtern könnte. Aber genau diese Vorschrift wird in den allermeisten Schweinehaltungen nicht befolgt, indem sich gar nichts zur Beschäftigung findet, oder dann nur untaugliche Alibimassnahmen, die den Tieren gar nichts bringen, wie leere Strohraufen oder so engmaschige Strohraufengitter, dass die Tiere gar nicht an das Stroh herankommen, oder verklemmte Rohre mit Nagewürfeln, ferner auch langweilige Ketten oder alte Nagehölzer, für die sich die Schweine nicht interssieren. Wisscnschaftlich erwiesen ist das beste Beschäftigungsmaterial täglich frisches Stroh in ausreichenden Mengen, so dass dieses nicht sogleich aufgefressen ist. Nur sehr wenige Schweine in der Schweiz kommen in den Genuss einer solchen Beschäftigungsmöglichkeit. Das Tierschutzgesetz bleibt toter Buchstabe. Und ausgerechnet der Kanton GR, der jetzt mit dieser Beschäftigungsmöglichkeit blufft, hat letztes Jahr in der Vernehmlassung zur Revision des Tierschutzgesetzes die Vorschrift zur Gewährung von Beschäftigung und Bewegungsfreiheit bekämpft!!! Im Kanton GR verhindert ein Behörden- und Agrofilz einen wirksamen Tierschutz und die demokratisch-rechtstaatliche Umsetzung des vom Volk mit grossem Mehr gutgeheissenen Tierschutzgesetzes. Landwirtschaftsschuldirektor Küchler hat sich als staatlich besoldete Exponent dieses mafiosen Politfilzes profiliert.


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