18. April 2002

Hintergrundinformationen zur SF1-Rundschau-Sendung über Antibiotika-Missbrauch in der Schweinemast

Es ist ebenso aussergewöhnlich wie verdankenswert, dass gestern im Schweizer Staatsfernsehen der Öffentlichkeit einmal Einblick in die schrecklichen Zustände in der Schweinemast gegeben wurde. Über die gezeigte Schweinefabrik Guido Züger in Galgenen, Kanton Schwyz, wurde in den VgT-Nachrichten schon wiederholt berichtet. Diese Schweinerei ist kein Einzelfall, sondern Normalzustand im Kanton Schwyz. Gerade kürzlich wieder erschien in den VgT-Nachrichten ein grosser Bildbericht über die armen Schweine im Kanton Schwyz.

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Aufnahme aus einer Schwyzer Schweinemästerei, aus dem Bericht in den VgT-Nachrichten

In der Rundschau-Sendung erklärte der Schwyzer Kantonstierarzt, er sehe auf dem Betrieb Züger keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Gleichzeitig waren im Hintergrund die völlig verkoteten, in einer schmierigen Kloake dahinvegetierenden Tiere zu sehen. Ein Schwein schaffte es erst nach wiederholten Versuchen, auf dem von Durchfallkot und Urin glitischigen Boden aufzustehen, wobei es ständig ausrutschte und den Spagat machte. Die Tiere haben chronischen Durchfall wegen der einseitigen Fütterung mit Abfallsuppe. Obwohl das Tierschutzgesetz mehrfach verletzt ist - nicht artgerechte Fütterung, Verkotung, fehlende Beschäftigungsmöglichkeit - sieht Kantonstierarzt Dr Risi keinen Handlungsbedarf. Für Eingeweihte ist dieses unglaubliche Statement dieses Kantonstierarztes nicht überraschend, denn
1. solche Schweinereien sind im Kanton Schwyz an der Tagesordnung (siehe den Bericht in den VgT-Nachrichten: www.vgt.ch/vn/0201/schwyz.htm)
2. Kantonstierarzt Dr Risi ist neben seiner amtlichen Tätigkeit auch noch privater Tierarzt - als Amtsperson "kontrolliert" er seine privaten Kunden.
3. mit dem zuständigen Schwyzer Regierungsrat Inderbitzin singt Dr Risi am Sonntag im Kirchenchor. Nach dem werktäglichen Nichtvollzug des Tierschutzgesetz das gemeinsame sonntäglich Amen in der Kirche. Anzeigen und Aufsichtsbeschwerden gegen die Missstände in den Schwyzer Tierfabriken haben sich als wirkungslos erwiesen. Risi und Inderbitzin, kurz Risi-Bitzi: ein unappetliches Gericht nach Schwyzer Art.

Darum einmal mehr: Essen Sie vegetarisch - Ihrer Gesundheit und den Tieren zuliebe!

Schweinemäster Guido Züger aus Galgenen war übrigens einer der Anführer der Bande aus Metzger und Mäster, welche vier friedliche Tierschützerinnen, die für vegetarische Ernährung Werbung machten, brutal überfallen und zehn Minuten lang zusammengeschlagen hatten. Folge: Löcher im Kopf, Hirnerschütterungen, blutunterlaufene Augen, Prellungen am ganzen Körper. Die Berichte dazu: http://www.vgt.ch/vn/9806/vn98-6.htm#Lachen und www.vgt.ch/news_bis2001/990305.htm


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