4. Januar 2002

Religionsfreiheit für Ritualmorde?

In der WELTWOCHE behauptet der Jurist Thomas Fleiner, das Schächtverbot verletze die Religionsfreiheit. Fordert Fleiner auch Religionsfreiheit für palästinensische Selbstmordattentäter gegen Israel? Wohl kaum. Wie bei Juristen so üblich, würde er in diesem Fall wohl völlig gegensätzlich argumentieren. Wie bei Juristen ebenfalls üblich, argumentiert er mit angeblichen Tatsachen, die keine Tatsachen, sondern simple Lügen sind: Es sei unter Tierärzten umstritten, ob die Tiere beim Schächten mehr leiden als beim gewöhnlichen Schlachten. Kein ernsthafter Tierarzt behauptet einen solchen Unsinn. Im Gegenteil lehnt die Tierärzteschaft in der Schweiz wie auch in Deutschland das Schächten ohne Betäubung ganz klar und offiziell als Tierquälerei ab.

Dass es Fleiner nicht wirklich um Religionsfreiheit, sondern nur pro-jüdische Politik geht, zeigt sich auch darin, dass er das Schächtverbot als antisemtisch, nicht als anti-moslemisch bezeichnet.

Erwin Kessler, Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT


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